Ortsporträt Wolpertshausen Einfach mal zusammen die Kreativität ausleben

03.12.2018
Andrea Otterbach bezeichnet sich gern als „Dekoqueen“. Die Bilder, die sie sich an die Wand hängt, hat sie selbst gemalt. Foto: Ute Bartels
Andrea Otterbach bezeichnet sich gern als „Dekoqueen“. Die Bilder, die sie sich an die Wand hängt, hat sie selbst gemalt. Foto: Ute Bartels

Gemeinschaft In Wolpertshausen hat sich ein Malkreis gebildet. Kommen kann jeder, der gerne malt oder zeichnet. Ob er nun aus der Gemeinde stammt oder nicht.

Von Ute Schäfer

Wenn Andrea Otterbach aus Reinsberg von „Malen“ spricht, meint sie meistens „Spachteln“. Denn mit der Spachteltechnik bringt sie froh und schwungvoll Farbe auf die Leinwand. Vor zehn Jahren hat sie damit angefangen. Heute ist das Malen, Zeichnen und Spachteln ihr Hobby, das sie zur Ruhe bringt und erdet. 

Eine kreative Ader hatte sie freilich immer schon. „Ich bin die Dekoqueen und habe mir schon früh gewünscht, die Bilder, die ich in der Wohnung aufhänge, selber zu malen.“ Das hat dank Spachteltechnik geklappt. Heute hängen in ihrer Wohnung in Reinsberg großformatige Bilder in allen Farben, figürlich wie die Sommerfrau von hinten oder abstrakt wie das schwarz-weiße Gemälde mit echtem Blattgold, das mit all seinem Glanz das Weihnachtsfest schon vorwegnimmt.

Ein Kurs bei der Volkshochschule mit Gerhard Knapp gab den Ausschlag. Sie lernte dort eben jene Spachteltechnik kennen. Damit wird dickflüssige Farbe nicht mit dem Pinsel aufgemalt, sondern mit dem Spachtel aufgebracht. Die erzeugten Effekte geben schnell ein attraktives Bild. „Das ist ja das Tolle daran“, sagt Andrea Otterbach. „Selbst Anfänger haben nach ein paar Stunden ein Bild, das sie aufhängen können.“

Gespachtelte Kunst macht Andrea Otterbach auch mit „ihren“ Kindern im Wolpertshausener Kindergarten. Dort arbeitet sie als Erzieherin. „Wir haben vor ein paar Jahren Kinderbilder versteigert. Manche haben richtig viel Geld eingebracht“, erinnert sie sich.

Eigentlich würde Andrea Otterbach gerne viel mehr Zeit mit dem Malen verbringen – ein weiterer Kurs hat ihr jetzt das Tusche-Malen nahegebracht. Aber zu Hause schafft sie das selten. „Da kommt doch immer etwas dazwischen“, sagt Andrea Otterbach aus Reinsberg. „Man schafft es doch nie, sich mal in Ruhe drei Stunden lang hinzusetzen und zu malen.“

Deshalb ist sie froh, dass sich in Wolpertshausen jetzt ein Malkreis gegründet hat. Der trifft sich einmal monatlich drei Stunden lang. Die Gemeinde stellt dafür in der Schule in Wolpertshausen den Malraum zur Verfügung.

„Das Treffen soll vor allem zum Austausch dienen“, sagt Andrea Otterbach. Will heißen: „Der Malkreis soll kein Malkurs sein.“ Zwar können Anfänger kommen, aber an eine Anleitung ist ausdrücklich nicht gedacht. „Natürlich kann man den anderen auch mal zeigen, wie eine bestimmte Technik geht“, sagt die Reinsbergerin. „Aber das Ziel ist, einfach gemeinsam zu malen.“ Deshalb bringt auch jeder Teilnehmer sein eigenes Malzeug mit. Ob er malt oder zeichnet, ist egal. Schon jetzt zeigt sich im Malkreis die ganze Bandbreite der Kreativität. Dort stehen zum Beispiel die bunten, kraftvollen Bilder von Andrea Otterbach den filigranen Zeichnungen von Constanze Ohlrogge gegenüber, die den Malkreis mitorganisiert. Sie ist ein weiterer kreativer Kopf aus Wolpertshausen, zeichnet und malt und hat als Goldschmiedin in der Gemeinde ein eigenes Atelier.

Die beiden haben – mit drei anderen Wolpertshausener Künstlern – beim großen Heimatfest in Wolpertshausen in diesem Jahr zusammen ausgestellt. Dabei ist auch die Idee des gemeinsamen Malens geboren worden. „Einen solchen Malkreis gab es früher in Wolpertshausen schon einmal“, sagt Andrea Otterbach. „Wir wollen ihn jetzt wieder aufleben lassen.“

Info Der Malkreis trifft sich wieder am Dienstag, 11. Dezember, von 18 bis 21 Uhr im Kunstraum der Schule in Wolpertshausen, Haller Straße 27/1. Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Wohlfühlen im sanierten Rathaus

Bilanz: Bürgermeister Jürgen Silberzahn und seine Mitarbeiterinnen schätzen Verbesserungen im überarbeiteten Amtssitz.

Der neue Anbau auf der Rückseite der Rathauses beherbergt auch einen Aufzug.FOTO: OLIVER FÄRBER
Der neue Anbau auf der Rückseite der Rathauses beherbergt auch einen Aufzug.
FOTO: OLIVER FÄRBER
Wolpertshausen. Die Handwerker sind ausgezogen, die Sanierungs- und Umbauarbeiten vorbei, die offizielle Einweihungsfeier mit Tag der offenen Tür haben die Mitarbeiter hinter sich gebracht. Ruhe zieht trotzdem nie ins Rathaus Wolpertshausen ein – dafür können die Amtsgeschäfte dort wieder geregelt ablaufen. „Es war schon eine große Belastung während der Umbauzeit“, gesteht Bürgermeister Jürgen Silberzahn. Lärm und Staub begleiteten den Arbeitstag, Schränke und Unterlagen mussten teilweise mehrfach umgeräumt werden.

„Ich gehe davon aus, dass wir dafür jetzt die nächsten 20 Jahre Ruhe haben“, sagt der Schultes mit einem Lächeln auf den Lippen. Das Team sei nun gut für die anstehenden Aufgaben aufgestellt. Nadine Greiner weiß, welche Vorteile die Arbeitsplätze in dem historischen Gebäude jetzt haben: „Jeder hat nun sein eigenes Büro.“ Das diene vor allem auch dem Datenschutz: „Wenn jemand mit einem Anliegen kommt, ist man jetzt ungestört“, berichtet sie. Und wer besonders konzentriert arbeiten müsse, könne seine Türe schließen und habe Ruhe.

"Man schließt jetzt seine Tür und hat seine Ruhe, um konzentriert arbeiten zu können."

Nadine Greiner Rathausmitarbeiterin

Greiner sei mit vier Jahren im Team eine Mitarbeiterin, die gut beurteilen könne, welche Veränderungen es im Haus gegeben habe, meint Silberzahn. „Wir hatten nämlich in der letzten Zeit einige Wechsel beim Personal“, berichtet er. Das liege vor allem am Generationen wechsel, aber auch an Umorientierung oder Familienplanung.

"Geschäft haben wir hier immer genug. Mein Schreibtisch ist immer voll."

Jürgen Silberzahn Bürgermeister Wolpertshausen

Moderner Sitzungssaal

Er weiß, dass alle Mitarbeiterinnen die frisch gerichteten Räume schätzen – und er selbst auch. „Es ist ein schönes Arbeiten hier. Ich fühle mich rundum wohl hier“, sagt der Schultes überzeugt. Ein Vorteil sei nun auch, dass die einzelnen Fachbereiche räumlich benachbart untergebracht seien. „Die neue Verkabelung war auch sehr wichtig“, fügt er hinzu. Wenn der Gemeinderat tagt, nutzt er im überarbeiteten Sitzungssaal moderne Technik. Sowohl Senioren als auch Behinderte und Familien mit Kinderwagen haben es dank des Aufzugs nun leichter, in jedes Stockwerk zu kommen.

Auch draußen gebe es viele Verbesserungen – nicht nur die zusätzlichen Parkplätze, die beim Umbau angelegt wurden. „Man kann sich, wenn das Wetter passt, in die Grünanlage setzen“, nennt Silberzahn ein Beispiel. Und dann ist da auch noch die Boulebahn. „Die Landfrauen haben da sogar eine Gruppe eingerichtet“, fügt er hinzu. Natürlich legten die Aktivitäten dort nun eine Winterpause ein. Oliver Färber

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