Sonderveröffentlichung

Gesund leben Ängste nehmen und Kompetenzen stärken

Ergotherapie ist gerade während der Corona-Pandemie wichtiger Baustein im Leben.


12.05.2020

Der Alltag und seine grundlegenden Handgriffe werden manchmal zu echten Herausforderungen. Nach einem Unfall oder Schlaganfall, durch Einschränkungen seit Geburt, im Alter oder auch bei Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Demenz und Morbus Parkinson kann die kognitive, sinnliche und körperliche Mobilität stark beeinträchtigt sein. Sie gelten als ein Brückenpfeiler auf dem Weg aus der Krise und zurück ins Leben. Ergotherapeuten verfolgen einen individuellen Lösungsansatz bei der Behandlung ihrer Patienten und sind auch in Krisenzeiten eine verlässliche Stütze im Alltag, aber auch Schule und Beruf.

Methodenvielfalt

„Ergotherapeuten erwerben in ihrer Ausbildung neben medizinischen Kenntnissen Wissen aus der Psychologie, Soziologie und Sozialwissenschaften. So können sie die Gefühls- und Lebenslage ihrer Patienten und Klienten sehr gut beurteilen und mithilfe der großen ergotherapeutischen Methodenvielfalt für und mit jedem Einzelnen einfühlsam den passenden Weg aus der Krise finden“, betont der Deutsche Verband der Ergotherapeuten e. V. Gerade jetzt in dieser von Unsicherheit geprägten Zeit mit dem Coronavirus ist es wichtig, Betroffenen mehr Autonomie, individuelle und soziale Kompetenz sowie Selbstsicherheit zu vermitteln, je nach Diagnose und Beeinträchtigung. Ergotherapie ist die therapeutische Hilfe zur Selbsthilfe und so liegt eine ganzheitliche Behandlung besonders im Fokus der Therapeuten - oft in enger Zusammenarbeit mit Ärzten, Physiotherapeuten und Logopäden. Ziel ist es, die geistigen und körperlichen Fähigkeiten zu fördern und Methoden zu entwickeln, verlorene Fähigkeiten auszugleichen oder neue in bestimmten Situationen anwenden zu können. Kinder gelten als spezielle Patientengruppe, „da sie nicht nur nach Unfällen oder Erkrankungen mit Heilmitteln behandelt werden, sondern häufiger, um bei Störungen die natürliche Entwicklung zu unterstützen“, so der aktuelle Heilmittelbericht des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). Neben den körperlichen und kognitiven Einschränkungen seit Geburt u.a. Autismus, sehen viele Experten auch Bewegungsarmut als einen Hauptgrund für die vermehrte Nachfrage an Ergotherapie. Das viele Sitzen in unserer Gesellschaft, schon bei den Kleinsten, wirkt sich negativ auf die Körperwahrnehmung aus. Die Coronakrise mit Ausgangsbeschränkungen kann diese Situation noch begünstigen. Ohne zu klettern, toben, balancieren oder werfen lernen Kinder nicht, ihren Körper richtig wahrzunehmen und sensorisch im Gehirn richtig zu bewerten. Therapeuten setzen bei Kindern häufig auf die sogenannte Sensorische Integrationstherapie. Dabei werden die Steuerung von Körperwahrnehmung und der Einfluss vielfältiger Umweltreize „spielerisch“ verknüpft.

Alltagshelfer und systemrelevant: Die meisten Ergotherapie- Praxen haben geöffnet und bieten auch persönliche Behandlungen an, natürlich mit strengen Hygiene- und Infektionsmaßnahmen für alle Beteiligten. Von Marie-Louise Abele
   

Cookies ermöglichen eine bestmögliche Bereitstellung unserer journalistischen Digitalangebote. Dies beinhaltet Faktoren zur Benutzerfreundlichkeit, die Personalisierung von Inhalten, das Ausspielen von Werbung und die Analyse von Zugriffen. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Verwendung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Weitere Infos, auch zur Deaktivierung von Cookies, lesen Sie in unseren Datenschutzhinweisen.