Sonderveröffentlichung

Besenwirtschaften laden ein Auf in den Besen!

In den Besenwirtschaften in der Region gibt es meist traditionelle Speisen aus der heimischen Küche. Foto: Franz Glogger
In den Besenwirtschaften in der Region gibt es meist traditionelle Speisen aus der heimischen Küche. 
Foto: Franz Glogger

Die Ernte ist eingebracht – jetzt beginnt in der Region die Saison der Besenwirtschaften.
  

Besenwirtschaften sind im süddeutschen Raum gelebtes Kulturgut. Wer einmal gemütlich mit anderen Besuchern in der Garage, im Weinkeller oder vielleicht sogar in der Wohnstube gesessen hat, weiß diese besondere Atmosphäre und die leckeren Produkte aus der Region zu schätzen: Eine Einkehr im Besen ist wie ein Besuch bei der Familie oder bei guten Freunden. Man isst und trinkt gemeinsam, unterhält sich und wenn die Stimmung besonders gut ist, wird zusammen gesungen. Während die Erwachsenen im Besen sitzen, gibt es für die Kindern meist die Möglichkeit, auf dem Hof zu spielen oder die Hühner, Katzen oder Kühe aus nächster Nähe zu entdecken.  

Die Besenwirtschaften öffnen zweimal im Jahr

Zweimal im Jahr, im Frühling und im Herbst, stecken die Obst- und Weinbauern in der Region den bunte geschmückten Besen ans Hoftor und laden vorbeikommende Besucher in den Besen ein.
Auf den Tisch der Besenwirtschaft kommt, was auf den eigenen Felder, Wiesen und Bäumen wächst und was Küche, Backofen und Keller hergeben: Meist sind das selbsterzeugte Säfte, Most und Wein, aber auch traditionelle, nach Familienrezepten gekochte Speisen wie Ripple mit Sauerkraut, Linsen mit Spätzle, Schlachtwürste in verschiedenen Variationen, Wurstsalat mit Holzofenbrot oder gemischten Braten. Die Besenwirtschaften gelten nach deutschen Gaststättenrecht als „Wirtschaft auf Zeit“ und benötigen deshalb keine spezielle Konzession. Dafür dürfen sie nicht unbegrenzt geöffnet sein und nicht mehr als 40 Sitzplätze anbieten. Wann und wie genau ein „Besen“ betrieben werden darf, richtet sich im Detail nach den Vorschriften der einzelnen Bundesländer.

Für die Wirte auf Zeit bietet der Besen die Chance, zusätzliche Besucher auf dem Hof zu bekommen, die dann vielleicht auch gleich noch im Hofladen einkaufen oder eine Flasche Most oder Wein fürs Abendessen mitnehmen. Für die Gäste ist es ein besonderes Erlebnis zu sehen, von welchem Hof die Lebensmittel kommen, sich mit dem Wirt oder der Wirtin zu unterhalten und heimische Produkte direkt beim Erzeuger zu kaufen. Birgit Rexer  

Die Geschichte der Besenwirtschaft

Ihren Ursprung haben die Besenwirtschaften in der Zeit Karls des Großen. Er legte im Jahr 812 per Erlass den Grundstein für die Besenwirtschaften, indem er Winzern den Betrieb von Kranzwirtschaften erlaubte, die durch einen Kranz aus Reben oder Efeu gekennzeichnet waren.

Besenwirtschaft „Imker-Besa“
Wangener Besen
Fam. Bendl
Weingut Kiesel
Weingut Zaiß
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