Sonderveröffentlichung

Start ins Berufsleben Auffallen, ohne rauszufallen

Ein Bewerbungsfoto mit Blaumann und Helm? Warum nicht – wenn man sich auf dem Bau bewirbt. Die Formalien in den Bewerbungsunterlagen müssen trotzdem eingehalten werden. Foto: Fotolia
Ein Bewerbungsfoto mit Blaumann und Helm? Warum nicht – wenn man sich auf dem Bau bewirbt. Die Formalien in den Bewerbungsunterlagen müssen trotzdem eingehalten werden. Foto: Fotolia

Bewerber stehen oft vor einem Dilemma: Sie wollen sich von der Masse abheben, aber auch nicht unangenehm hervorstechen. Wer ein paar Grundregeln beachtet, tut sich leichter.

Eine Bewerbung wird grundsätzlich per Post verschickt, das Anschreiben sollte mit den Worten „Hiermit bewerbe ich mich...“ beginnen, der Lebenslauf ist handschriftlich anzufertigen und sollte komplett als Text ausformuliert sein. Stimmt das noch? Natürlich nicht! Zugegeben: Die eben genannten Beispiele sind bewusst überspitzt. Trotzdem – es gibt bei Bewerbungen einige ungeschriebene Regeln, die nicht jeder Bewerber kennt, die er aber kennen sollte, um peinliche Fettnäpfchen zu vermeiden.

Hier eine kurze Zusammenfassung: Bevor er das Anschreiben verfasst, sollte sich der Bewerber fragen, was er dem Unternehmen bieten kann. Genau das sollte klar aus dem Anschreiben hervorgehen. Anfang und Ende des Textes sind dabei entscheidend, denn diese Sätze bleiben besonders im Gedächtnis hängen.

Individueller Einstieg

Jedes Unternehmen verdient einen individuellen Einstieg. Am Anfang sollte ein Bezug zwischen Bewerber und Unternehmen hergestellt werden. Floskeln wie „Hiermit bewerbe ich mich. . .“ sind ebenso vermeidbar wie ein erster Satz, der mit „Ich“ beginnt. Stattdessen könnte ein schönes Anschreiben so beginnen: „Wenn Sie einen aufgeweckten Azubi suchen, dann. . .“

Auch im Lebenslauf suchen Personaler nach Anknüpfungspunkten zwischen Bewerber und Firma. Bewerbungsberater Jürgen Zech empfiehlt: „Man sollte gezielt gucken, welche Kernkompetenzen gefordert sind. Gibt es etwas, das mich mit dem Unternehmen verbindet?“ Diese Punkte im Lebenslauf werden dann ausführlich dargestellt. Wegen kleineren Lücken in der Vita sollten sich Bewerber keine Sorgen machen. Aber auch sie sind vermeidbar.

„Man ist mit der Schule seit zwei Jahren fertig und hat gejobbt – dann ist das gut, das anzugeben“, sagt Zech. Eine Weltreise oder eine Weiterbildung kann man ruhig hineinschreiben. Aber immer dran denken: ehrlich bleiben. Kommt im Vorstellungsgespräch das Thema auf die Angabe, müssen Bewerber etwas dazu sagen können.

Was Bewerber gerne in der Freizeit machen, müssen sie in einer Bewerbung nicht zwingend angeben. Mit manchen Hobbys können Jobanwärter aber durchaus punkten. Wer viel reist und darauf hinweist, zeigt Weltoffenheit, Sportler weisen auf ihre aktive Ader hin.

Auf seinem Foto sollte der Bewerber möglichst dynamisch, seriös und sympathisch erscheinen. Auf einem Bewerbungsfoto kann sich ein Jobanwärter genauso zeigen, wie er ist – oder sein will. Gut zu wissen: Ausländische Unternehmen wollen in der Regel kein Bild haben, sagt Karrierecoach Julian Simons. „Grundsätzlich ist ein Bewerbungsfoto da ein Tabu.“ Anders bei deutschen Firmen: Dort sollten Bewerber großen Wert auf gute Bilder legen, rät Zech. Das Geld ist gut angelegt, wenn ein professioneller Fotograf Bewerber in Szene setzt. Absolutes No-Go: das Urlaubsfoto. Das Bild sollte deutlich größer als ein Passbild sein, die Kleidung zur Berufsgruppe passen.

Sauber gestaltet

Die perfekte Bewerbungsmappe besteht mittlerweile aus sauber gestalteten Online-Dokumenten, erklärt Zech. Immer mehr Firmen fordern die Unterlagen auf digitalem Wege an. Besteht ein Arbeitgeber doch auf der Papierform, dann sei eine schlichte Mappe mit Klarsichtoberfläche völlig ausreichend. Dadurch kann der Personaler gleich das Foto des Bewerbers sehen.

Facebook-, Twitter- oder Xing-Accounts anzugeben, kann sich unter Umständen lohnen – allerdings nur, wenn die Profile ein gutes Bild vom Bewerber vermitteln. „Wenn mein Account vorzeigbar ist, würde ich das angeben“, sagt Hofert. Es darf aber keine Differenzen zwischen Internet und der eigentlichen Bewerbung geben, schränkt Zech ein. „Social Media muss genauso gepflegt sein wie der Lebenslauf, die Daten müssen exakt übereinstimmen.“ Steffen Trumpf/flu


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Ein Blackout ist noch kein Beinbruch

Im Vorstellungsgespräch geht es nicht allein darum, Fehler zu vermeiden, sondern auch souverän auf sie zu reagieren.

Wer solchen Gestalten gegenübersitzt, kann schon mal die Nerven verlieren. Doch die meisten Personaler wollen dem Bewerber nichts Böses und sehen ihm kleine Schwächen nach. Foto: Getty Images
Wer solchen Gestalten gegenübersitzt, kann schon mal die Nerven verlieren. Doch die meisten Personaler wollen dem Bewerber nichts Böses und sehen ihm kleine Schwächen nach. Foto: Getty Images

Oh nein – ein peinlicher Patzer im Vorstellungsgespräch. Ist jetzt alles vorbei? Nein – denn wer jetzt richtig reagiert, kann die Situation sogar noch positiv für sich nutzen. Wie aber den Ball möglichst dezent wieder ins Feld zurückspielen, also einen eleganten Weg zurück ins Gespräch finden? Zunächst einmal hilft: tief durchatmen, sich aufrecht hinsetzen, kurz entspannen und dann die Flucht nach vorne antreten – also den Hänger offen ansprechen und aufs Neue durchstarten.

Oft war eine unangenehme Frage der Auslöser: „Ausweichend zu antworten oder zu verstummen, wäre jedoch völlig falsch“, sagt Experte Benjamin Krautschat. „Besser überlegt man sich, wie man von einer angesprochenen Schwäche zu einer persönlichen Stärke überleitet“, lautet sein Tipp.

Das gelingt jedoch nicht ohne Training: „Die beste Strategie gegen Stress im Vorstellungsgespräch ist immer noch eine gute Vorbereitung“, erläutert Krautschat. Dazu gehöre sowohl, sich bereits vorab gute Antworten auf Standardfragen wie solchen nach den eigenen Stärken, Schwächen und Zielen zu überlegen, als auch die Planung der Anreise zum Gespräch: „Wer verschwitzt oder zu spät erscheint, verspielt nicht nur Sympathiepunkte, sondern gerät auch leichter aus dem Konzept.“ Wer sich auf diese Weise eine gute Ausgangsbasis schafft, tut sich leichter und vermeidet unnötige Nervosität, die unangenehmen auffällt.

Pluspunkte sammeln

Ein wenig Aufregung sei jedoch völlig normal und verständlich: „Sie zeigt, dass dem Bewerber die Situation nicht egal ist“, sagt Benjamin Krautschat. Zudem fördert sie die Konzentration. Sollten Aufregung und Nervosität jedoch überhand nehmen, helfe vielleicht auch der Gedanke: „,Immerhin wurde ich eingeladen.’ Das sollte doch Selbstvertrauen geben“, meint der Experte. Und wer es schafft, einigermaßen ruhig zu bleiben und negative Gedanken auszublenden, sammelt schon mal wichtige Pluspunkte, die vielleicht sogar den Ausschlag gegenüber anderen Bewerbern geben könnten. dpa/flu

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