Sonderveröffentlichung

Blumenatelier Kollmar Trapezförmige Fassade als das gewisse Extra

Kreative Ideen entstehen manchmal ungeplant. So wie die ungewöhnliche Form der Holzverkleidung am Ladenneubau. Aber gerade sie verleiht dem Ganzen seinen unverwechselbaren Charme.

Tische sorgen draußen für eine übersichtliche Präsentation in Sichthöhe.

20.11.2020

Eigentlich wollte Stephanie Kollmar-Herber den Neubau schon vor der Muswiese präsentieren. Denn dann wären so viele Besucher nach Rot am See gekommen, wie zu keiner anderen Zeit im Jahr. Doch die Muswiese fiel coronabedingt ins Wasser und die bisherigen Planungen auch. Und die Chefin entschied: Es sollte dennoch einen kleinen Höhepunkt geben und legte den Eröffnungstermin ihres Blumenateliers auf den 10. Oktober. Es gab Sekt aus der Dose und eine deutlich kleinere Gästeliste als gewünscht. Das findet die Inhaberin ganz besonders schade, denn sie hätte gern an diesem Tag die Vertreter aller beteiligten Firmen eingeladen, um sich für die gute Zusammenarbeit zu bedanken.

„Wir waren wie eine große Familie“ erinnert sie sich an die Bauzeit, in der sie den beteiligten Firmen viel Freiraum ließ. „Ich brauche auch das Vertrauen meiner Kunden, damit das Ergebnis gut wird“, sagt sie. Das wissen auch Steffen Blumenstock und Uwe Sonnek von der Firma „Die Renovierer“ zu schätzen, die mit der schlüsselfertigen Bauausführung beauftragt waren. Die eigentliche Herausforderung sei es gewesen, den Neubau auf den Fundamenten der ehemaligen Schreinerei aufzubauen, die große Kellerfläche von 200 Quadratmetern zu erhalten und damit die Kosten für das Gesamtprojekt – Wohn- und Geschäftshaus – im Rahmen zu halten.

Mit Pelletheizung und Brauchwasser-Wärmepumpe

Die neuen Gebäude sind in Holzrahmenbauweise nach hohen energetischen Standards errichtet worden. „Es ist ein KfW-Effizienzhaus 40“, sagt der Bauleiter erklärend für alle Maßnahmen, die für Wärmegewinnung und -erhaltung stehen. Beide Gebäude werden mit einer Pelletheizung versorgt. Im Sommer übernimmt eine Brauchwasser-Wärmepumpe die Warmwasserversorgung.

Der Verkaufsraum, die Küche, der Besprechungs- und Arbeitsraum – die komplette 180 Quadratmeter große Ladenfläche – werden über eine Fußbodenheizung und eine Klimaanlage auf Temperatur gehalten.

Da das Projekt mitten im Ortszentrum liegt, hatten die Auftraggeber das Glück, Fördergelder aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) zu bekommen. Dazu mussten die Anträge rechtzeitig eingereicht und das Vorhaben entsprechend begründet werden. Hier ist Stephanie-Herber auch ihrem Bürgermeister, Siegfried Gröner, dankbar, der sie entsprechend begleitete. Der Bau lag während seiner ganzen Dauer im Zeitplan: Der Abriss begann im Januar, die Bodenplatte wurde „pünktlich zum ersten Lockdown“ im März gelegt.

Ganz besonders gelungen findet die Bauherrin die Holzfassade, die mit ihrer Fünf-Grad-Neigung dem Ganzen das gewisse Extra verleiht. Dabei war die trapezförmige Form anfangs gar nicht so vorgesehen gewesen. „So etwas kann nur entstehen, wenn Freiräume da sind, wenn das Arbeiten Spaß macht und wenn Kreativität anerkannt wird, so Blumenstock, der damit das pragmatische Credo der Bauherrin aufgreift, aus allem immer das Beste zu machen. do