Sonderveröffentlichung

Ortsporträt Kreßberg Wichtige Investitionen in die Zukunft

Es tut sich was in Kreßberg, viele Großprojekte stehen an oder werden bereits umgesetzt. Als Bürgermeister begleitet Robert Fischer seit 24 Jahren die Entwicklung. Er verrät, was er an der Gemeinde schätzt – und er findet, dass sie vom Tempelhof profitiert.

Neue Ortsmitte: Das Ärzte- und Geschäftshaus in Waldtann gleich neben dem Rathaus ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Großprojekt. Zum Vergleich hat sich Bürgermeister Robert Fischer mal in den Eingangsbereich gestellt. Foto: Jens Sitarek  

16.10.2020

Natürlich schön – das ist der Claim, mit dem die Gemeinde Kreßberg wirbt. So steht es auf den Kaffeetassen, aus denen man beim Bürgermeister im Besprechungsraum trinkt. Entsprechende Kugelschreiber gibt es auch, und Notizblöcke. Am 1. Januar 1973 gab es all das natürlich noch nicht. Damals schlug die Geburtsstunde der Gemeinde Kreßberg, sie entstand im Zuge der Gemeindereform aus den vormals eigenständigen Gemeinden Waldtann, Marktlustenau, Mariäkappel und Leukershausen.
     

Natürlich schön – das klingt ein bisschen wie die Werbung eines Kosmetikstudios, aber Kreßberg braucht sich nicht schminken. Was macht die Gemeinde liebensund lebenswert? Die Frage geht an den Bürgermeister, der seit fast 24 Jahren im Amt ist und seit 2006 in Kreßberg, genauer in Haselhof, wohnt. „Es sind die Menschen und die Mentalität“, sagt Robert Fischer. Er empfindet beides als „sehr angenehm“. Die Menschen seien äußerst hilfsbereit, wenn es der Gemeinde, dem Gemeinwohl nützt. Klar gebe es auch mal Spannungen, aber das sei nichts Außergewöhnliches. Seit 1973 ist etwas zusammengewachsen, wenn man so will.

„Was auch schön ist, ist die landschaftliche Vielfalt“, betont Fischer. „Egal, wo man wohnt, ist man in ein paar Schritten in der Natur.“ Was er damit meint, lässt sich gut an den beiden Luftbildern erkennen, die im Besprechungsraum hängen. Das eine zeigt Oberstelzhausen, das andere Mariäkappel und Haselhof, ringsherum ist es grün. Und dahinter liegt schon Bayern.

Der Weg nach Crailsheim und Dinkelsbühl ist nicht weit, überhaupt ist die Gemeinde verkehrsmäßig gut angebunden. Autobahn, Bahnhof, alles schnell zu erreichen. In Nürnberg ist man schneller als in Stuttgart.

Dass es sich lohnt, in Kreßberg zu leben, erkennt man allein schon daran, dass die Gemeinde kürzlich wieder die 4 000-Einwohner-Marke geknackt hat. Das hat mit dem Baugebiet „Obere Schanze“ in Mariäkappel zu tun, das sich schneller als erwartet füllt, und vor allem mit der Gemeinschaft Schloss Tempelhof. 2006 gab die Diakonie das gleichnamige Dorf als Standort der beschützenden Werkstätte auf. Vier Jahre später kaufte die Gemeinschaft das komplette Areal – für Fischer „ein Glücksfall“, wie er betont. „Es konnte uns nichts Besseres passieren.“ Anfänglich gab es gewisse Vorbehalte, aber schnell zeigte sich: „Die gescheiterten Lebenskünstler sind da nicht.“ Im Gegenteil: Vom Tempelhof sei der ein oder andere Anstoß gekommen. Zudem habe die Gemeinschaft mit ihren Ideen und Projekten Kreßberg überregional bekannt gemacht. „Eine bessere Öffentlichkeitsarbeit für die Gemeinde hätten wir nicht bekommen können“, sagt Fischer.


"Eine bessere Öffentlichkeitsarbeit der Gemeinde hätten wir nicht bekommen können."

Robert Fischer Bürgermeister von Kreßberg


Einiges „in der Pipeline“

Stichwort Projekte. In der Gemeinde ist einiges „in der Pipeline“, wie Fischer es formuliert: Erweiterung und Sanierung der Sammelkläranlage Riegelbach, Breitbandausbau im Zuge der Gaserschließung in allen (!) Ortsteilen, interkommunaler Gewerbepark mit der Gemeinde Fichtenau in Bergbronn, Landessanierungsprogramm mit der „Ortsmitte Marktlustenau“, Sanierung der Gemeindehalle in Haselhof – und nicht zuletzt das Geschäftsund Ärztehaus in Waldtann.

Mit rund fünf Millionen Euro ist es das Größte, was die Gemeinde in ihrer Geschichte bisher stemmen muss. Förderungen oder Zuschüsse gibt es dafür nicht. Es ist eine wichtige Investition in die Zukunft, ein Standortfaktor, die Bevölkerung wird älter. So entsteht jetzt in Waldtann neben dem Rathaus eine neue Ortsmitte, ein Zentrum.

Was ist wichtiger: Ärzte oder Discounter? Die Antwort auf die Frage, die er selber in den Raum wirft, fiele ihm leicht, sagt Bürgermeister Fischer noch. Das Einkaufen könne er organisieren, zum Arzt müsse er immer noch selber gehen. Von Jens Sitarek  


Die Gemeinde in Zahlen

Kreßberg besteht aus 33 Ortsteilen, ist 48,5 Quadratkilometer groß und hat 4 022 Einwohner. Es gibt fast 90 Kilometer Straßen und 360 Kilometer Wege. 126 Schüler besuchen die Schule am Kreßberg (Grundschule) in Marktlustenau. 81 aktive Mitglieder zählt die Feuerwehr, hinzu kommen 24 Mitglieder der Jugendfeuerwehr. Eine Attraktion ist das Waldfreibad in Bergertshofen mit beheiztem 50-Meter-Becken, Breitwellenrutsche, Kiosk und neuerdings WLAN. Klammert man das Corona-Jahr aus, kommen im Schnitt mehr als 20 000 Besucher pro Badesaison. Über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt ist auch das Bieneninformationszentrum in Leukershausen. js