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Tag der Pflege am 12. Mai Bis heute prägend

Wer Im Alter Pflege angewlesen ist, kann auf verschledene Angebote zurückgrelfen. © PHOTOGRAPHEE/SHUTTERSTOCK.COM

Der Tag der Pflege wird jährlich am 12. Mai begangen. Der Tag erinnert an den Geburtstag von Florence Nightingale.


Am 12. Mai 1820 wurde die britische Pionierin und Krankenschwester Florence Nightingale geboren. Ihr zu Ehren rufen Pflegende weltweit einmal im Jahr dazu auf, öffentlich ein Zeichen für gute Pflege zu setzen. Denn Florence Nightingale nahm in der Krankenpflege eine Vorreiterrolle ein. Sie leitete während des Krimkrieges (1853- 1859) eine Gruppe von Pflegerinnen, die sich im Militärkrankenhaus in Scutari in der Türkei um britische Soldaten kümmerten. Damals war die Rollenverteilung in der Medizin klar: Während der Arzt die Kranken behandelte, waren die Schwestern fürs Waschen der Patienten und ihre Versorgung zuständig. Nightingale sah das anders: Sie vertrat die Überzeugung, dass auch das Pflegepersonal einen entscheidenden Beitrag zur Heilung beitrug. Deshalb machte sie sich dafür stark, dass Neulinge in der Pflege von erfahrenen Kollegen angelernt werden sollen. Ihre Schriften zur Krankenpflege gelten als Grundlage der modernen Pflege, ihr Ausbildungsmodell machte Schule.


Eine Pionierin der Krankenpflege. © catwalker/shutterstock.com
Eine Pionierin der Krankenpflege. © catwalker/shutterstock.com

Ihre eigene Karriere musste sie allerdings früh aufgeben. Bei ihrer Rückkehr aus dem Krimkrieg war Florence Nightingale chronisch krank und lebte sehr zurückgezogen. Da sie eine fleißige Schreiberin war, blieb sie jedoch mit der Pflegebranche in Verbindung – sie veröffentlichte viele ihrer Ideen und stand in regem Kontakt mit vielen Gesundheitsexperten und Politikern ihrer Zeit. So war sie in der Lage, politische Reformen im Gesundheitswesen anzustoßen.    pm


Der Pflege-Bestseller von Florence Nightingale

Die Pflegeversicherung sollte neu justiert werden. Foto:Archiv
Die Pflegeversicherung sollte neu justiert werden. Foto:Archiv

Im Januar 1860 erschien Nightingales Krankenpflegebuch

„Notes on Nursing: What it is and what it is not“ (Anmerkungen zur Krankenpflege: Was Krankenpflege ist und was Krankenpflege nicht ist). Darin gab sie Pflegenden Tipps. Da zu jener Zeit sich nicht jeder professionelle Pflege leisten konnte, richtete sie sich an Frauen, die sich zu Hause um Kranke oder Alte kümmerten. Wegen seiner einfachen Sprache und den hilfreichen sowie konkreten Tipps wurde das Buch ein Beststeller. Nightingale überarbeitete es mehrmals und ergänzte es für professionelle Pflegerinnen. In verschiedenen Versionen ging sie ganz gezielt auf den Alltag ihrer Leserschaft ein.


Wie geht es jetzt weiter?

Ein Sturz – plötzlich ist ein Angehöriger pflegebedürftig. Die Betroffenen müssen unter Zeitdruck entscheiden.

Müssen Angehörige kurzfristig gepflegt werden, können Arbeitnehmer eine Auszeit nehmen.   © THIS IS ME/SHUTTERSTOCK.COM  
Müssen Angehörige kurzfristig gepflegt werden, können Arbeitnehmer eine Auszeit nehmen. © THIS IS ME/SHUTTERSTOCK.COM  

Was tun, wenn man selbst noch berufstätig ist, aber in kürzester Zeit die Pflege organisieren muss? Für diesen Fall gibt es die Möglichkeit, sich sofort für zehn Tage freistellen zu lassen. Darauf haben alle Erwerbstätigen, unabhängig von der Größe des Unternehmens, einen Rechtsanspruch.

Man muss dies nicht ankündigen, keinen Antrag stellen, lediglich dem Chef die voraussichtliche Dauer mitteilen.

Bis zu zehn Fehltage werden abgegolten

Die zehn Tage müssen auch nicht am Stück, sondern können nach Bedarf genommen werden. Die Auszeit mit dem Partner zu teilen, ist ebenfalls möglich. Dann erhalten beide beispielsweise je fünf Tage frei. Denn: „Der Anspruch bezieht sich auf den Pflegebedürftigen, nicht auf den Angehörigen“, wie Pflegeexpertin Jana Wessel erläutert. Wird ein weiterer Angehöriger pflegebedürftig, gelten für ihn erneut die zehn Tage. Dem Arbeitgeber ist eine Bescheinigung über die Pflegebedürftigkeit des nahen Angehörigen vorzulegen.


98%

Der Deutschen denken, dass Pflegende mehr Anerkennung für ihre Arbeit erhalten sollten. Das ist das Ergebnis einer vom Bundesgesundheitsministerium in Auftrag gegebenen repräsentativen Umfrage von Infratest dimap im Jahr 2016.


Lohn oder Gehalt werden weiter gezahlt, wenn dies tarifvertraglich oder aufgrund betrieblicher Regelungen vereinbart ist. Wenn nicht, wird Pflegeunterstützungsgeld in Höhe des Kinderkrankengeldes gezahlt. Es beträgt mindestens 90 Prozent des entgangenen Nettoentgelts – maximal bis zur Krankengeldhöchstgrenze – und muss bei der Pflegekasse des zu Pflegenden beantragt werden.

Ein Pflegegrad muss dabei erst einmal noch nicht vorliegen. Manche Kassen verlangen jedoch eine ärztliche Bescheinigung, dass dies demnächst der Fall sein wird. pm/Sabine Junge


Info Die Krankenkassen, beziehungsweise deren Pflegekassen, sind für die Beantragung eines Pflegegrads erster Ansprechpartner.


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