Sonderveröffentlichung

Allerheiligen Das Andenken bewahren und gestalten

Ein schön gestaltetes Grab ist ein Ausdruck der Verbundenheit über den Tod hinaus.

Gräber wirken durch die feine Komposition und einer Symbiose aus kunstvoller Steingestaltung und Pflanzen. Fotos: Jürgen Emmenlauer

15.10.2020

Wenn die ersten gefärbten Blätter von den Bäumen segeln, ist die passende Zeit, frische Pflanzen auf Gräber zu setzen und den letzten Platz der Lieben herbstlich zu gestalten. 

Jetzt nahen sich auch die Totengedenktage, die in unserer sonst so hektischen Zeit die Gedanken wieder vermehrt auf die Menschen lenken, die mal zu uns gehörten. Gerade jetzt ist es für viele wichtig, ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Ein liebevoll gestaltetes Grab, mit Bedacht bepflanzt und mit einem schönen Gesteck oder einer Pflanzschale abgerundet, unterstreicht, dass einem der Mensch, der hier liegt, sehr nahe gestanden hat. Gräber sind oft Trost spendende Fixpunkte für alle, die einen geliebten Menschen verloren haben. Und am 1. November steht ja auch Allerheiligen vor der Tür, an dem es Brauchtum ist, den Toten besonders zu gedenken. Dabei ist es ja ein fest verwurzelter Brauch, zu Allerheiligen und für den Totensonntag die Gräber neu zu bepflanzen und sie mit Grabgestecken zu schmücken.
        

Zeit zum Innehalten

Es ist eine Zeit des Innehaltens und Gedenkens, und von den Pflanzen her auch ein Einläuten des Winters. Ab jetzt haben vor allem die Immergrünen ihren großen Auftritt: Efeu, Strauchveronika, Stechpalmen, Buchs.

Dazu gesellen sich silbriglaubige Schönheiten wie das Silberblatt oder das Currykraut, und einige letzte Farbtupfer, wie Chrysanthemen und Stiefmütterchen verschönern die grauen Novembertage und läuten den Winter ein. Beim Thema Grabschmuck für Allerheiligen denken die meisten Leute wohl erst einmal an Erica und Besenheide, an Efeu und vielleicht noch an Chrysanthemen. Auch Rosen und Engel gehören dazu, ebenso wie Kerzen. Diverse Pflanzen eignen sich dafür, ein Grab auf den Winter hin ansprechend und pflegeleicht zu bepflanzen. Klassiker des Grabschmucks sind kunstvoll gebundene, individuelle Kränze aus getrockneten Naturmaterialien wie Früchten, einer Stechpalme, Zapfen und Moos.

Feierliche Stimmung

Bunte Herbstblätter oder immergrüne Zweige symbolisieren den Aspekt der Vergänglichkeit. Auch bepflanzte Gefäße in Herz-, Kreis- oder Kreuz-Form bringen die Verbundenheit mit den Verstorbenen zum Ausdruck. Grablichter, Kerzen und Laternen sorgen für eine feierliche Stimmung. Der November gilt als Monat der Trauer und des Gedenkens an die Verstorbenen. Im Kirchenjahr ist der November der letzte Monat und wird von vielen Christen als „stiller Monat“ bezeichnet. Das Nachdenken über Leben und Tod rückt in den Vordergrund. Eingeleitet wird der Trauermonat von den Totengedenkfesten Allerheiligen, am 1. November, und Allerseelen, am 2. November. Abgeschlossen wird der November und somit das Kirchenjahr mit dem Totensonntag.
       

Historie von Allerheiligen

Eingeführt wurde Allerheiligen von der orthodoxen Kirche bereits im 4. Jahrhundert. Die Katholiken zogen im 7. Jahrhundert nach. Papst Bonifatius IV weihte 610 den Pantheon in Rom allen Märtyrern, woraus ein jährlicher Feiertag kurz nach Ostern wurde. Erst im 8. Jahrhundert wurde er, mit der Weihung einer Kapelle durch Papst Gregor IV, auf den 1. November gelegt. re