Sonderveröffentlichung

Mehrwert Bundesfreiwilligendienst Gemeinsam Verantwortung übernehmen

Zuhören und Zeit haben: Beim BFD kann jeder seine eigenen Stärken zum Wohle aller einbringen. Foto: Halfpoint/shutterstock.com
Zuhören und Zeit haben: Beim BFD kann jeder seine eigenen Stärken zum Wohle aller einbringen. Foto: Halfpoint/shutterstock.com

Sich einbringen, die Gesellschaft mitgestalten und für andere Menschen eine Stütze sein: Beim Bundesfreiwilligendienst kann sich jeder engagieren.

Von Anne Meßmer 
 
So mancher Schüler bekommt ein wenig Muffensausen, wenn er an das Ende seiner Schulzeit denkt. Denn damit ist unausweichlich die Frage verbunden: Wie geht es weiter? Ausbildung? Studium? Auslandsjahr? Manch einer wünscht sich das noch etwas Aufschub, möchte diese Zeit aber gerne sinnvoll verbringen. Gute Idee! Zum Beispiel im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes – kurz BFD. Egal, ob man sich für Sport, Integration, Natur- und Umweltschutz, die Arbeit mit Senioren, Kindern oder Menschen mit Behinderung interessiert: Beim BFD findet jeder das richtige Umfeld.


41 Tausend Menschen leisteten im vergangenen Jahr in Deutschland Bundesfreiwilligendienst.

Quelle: Statista



Alles begann in der Schweiz

Die Wiege der Freiwilligendienste liegt in der Schweiz.

Wenn Menschen sich freiwillig melden und mit anpacken, können überall in der Gesellschaft tolle Dinge entstehen. FOTO: CHINNAPONG/SHUTTERSTOCK.COM
Wenn Menschen sich freiwillig melden und mit anpacken, können überall in der Gesellschaft tolle Dinge entstehen. 
FOTO: CHINNAPONG/SHUTTERSTOCK.COM

Von Anne Meßmer

Als Pierre Cérésole im Jahre 1879 in Lausanne geboren wurde, ahnte freilich niemand, dass eine seiner Ideen mal ein echter Exportschlager werden würden. Auf seinen Reisen, die ihn unter anderem nach Japan oder Hawaii führten, wurde Cérésole auf soziale Missstände aufmerksam, die sein Leben prägen sollten.

Für ein menschliches Miteinander

Zurück in seiner Heimat verweigerte er 1916 die Zahlung Militärpflichtersatzabgabe. Obwohl er nicht tauglich für das Militär war und somit nicht als Soldaten in den Ersten Weltkrieg ziehen musste, hätte er diese Abgabe leiste müssen. Als Folge wurde er immer wieder zu kurzen Haftstrafen verurteilt. Im Jahr 1920 rief Cérésole den „Service Civil International“ (SCI) ins Leben. Für diesen trommelt er junge Menschen aus allen europäischen Ländern zusammen.

Zusammen bauten sie das Dorf Enes-en-Argonne wieder auf, das auf dem Gebiet des Schlachtfeldes von Verdun lag. Die gemeinsame Arbeit sollte aber nicht nur den Menschen wieder eine Heimat geben, sondern auch zur Völkerverständigung beitragen. Vor diesem Hintergrund wurden der Internationale Versöhnungsbund (1914) und die Organisation Youth Action for Peace (1924) ins Leben gerufen. Zwei Dinge waren zu diesen Zeiten ungewöhnlich: Zum einen, dass sich sowohl Männer als auch Frauen in diesen Institutionen einbrachten. Und zum anderen stand das freiwillige bürgerschaftliche Engagement im Gegensatz zu der damals noch vorherrschenden militärischen Disziplin. In Deutschland war es der Soziologe Eugen Rosenstock-Huessy der sich an der Entwicklung der Freiwilligendienste beteiligte. Dazu gehört die 1927 gegründete Löwenberger Arbeitsgemeinschaft, deren Ziel es war, die Wohn- und Arbeitsverhältnisse in Schlesien zu verbessern.

Freiwilligen Dienste
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