Sonderveröffentlichung

Rechtsanwälte & Steuerberater Gilt der Gutschein noch?

Manche Geschäfte haben coronabedingt noch geschlossen. Wer einen Gutschein einlösen will, muss sich noch gedulden. Doch was, wenn der Gutschein bald abläuft?

Hat man die Möglichkeit, einen Gutschein einzulösen, ist die Freude groß. Drei Jahre hat man in der Regel dafür Zeit. Aber es gibt pandemiebedingt und auch sonst Ausnahmen. ©ViDI Studio/shutterstock.com

1.04.2021

Gutscheine sind nicht ewig gültig. Allgemein gilt eine Verjährungsfrist von drei Jahren. Innerhalb dieses Zeitraumes sollte ein Gutschein tatsächlich eingelöst werden, erklärt die Verbraucherzentrale Brandenburg.

Das Problem: Viele Geschäfte sind wegen der Corona-Regeln derzeit nach wie vor oder wieder zu. Sollten ältere Gutscheine während des Lockdowns abgelaufen sein, heißt das aber nicht automatisch, dass diese nicht mehr eingelöst werden können.

Verjährungsfrist und Wertverlust

War die Einlösung nicht möglich, weil das Geschäft wegen der Pandemie geschlossen war, verlängert sich die Frist nach Ansicht der Verbraucherschützer um diesen Zeitraum.

Die Verjährungsfrist beginnt grundsätzlich immer erst am Schluss des Jahres, in dem der Gutschein erworben wurde. Beispiel: Wurde ein Gutschein im Mai 2019 gekauft, muss er bis spätestens zum 31. Dezember 2022 eingelöst werden.

Ist das Unternehmen in der Zwischenzeit allerdings insolvent, verliert ein Gutschein an Wert.

Denn nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens kann der Gutschein nicht mehr eingelöst, sondern nur noch als Forderung angemeldet werden.

Ist das Vermögen schließlich verwertet und das Insolvenzverfahren abgeschlossen, erhalten alle Anspruchsinhaber einen Anteil auf ihre gemachte Forderung. Bei Gutscheinen ist das meist jedoch ein nur geringer Betrag. dpa/tmn