Sonderveröffentlichung

Gesund leben Grauer Star, Glaukom und AMD

Mit dem Alter werden die Augen immer schlechter. Zu den typischen Augenkrankheiten im Alter gehören Grauer Star, Glaukom und AMD.

Durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen werden Erkrankungen der Augen möglicherweise eher entdeckt. FOTO: ELENAVOLF/SHUTTERSTOCK.COM

7.04.2021
Sanitätshaus Häussler

Die Augen leisten nicht das Leben lang gleichermaßen gute Dienste. „Es ist normal, dass die Sehschärfe mit dem Alter nachlässt“, sagt Angelika Ostrowski vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV). 

Grauer Star geht an keinem vorbei 

Auch die Empfindlichkeit der Netzhaut lasse etwas nach, ergänzt Martin Spitzer. „Das Auge verliert seine Zoomfähigkeit, also die Fertigkeit, sowohl in die Ferne als auch nah scharf zu sehen“, sagt der Direktor der Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf. Allerdings: Viele altersbedingte Krankheiten fangen mit ähnlichen Symptomen an. Umso wichtiger ist die regelmäßige Vorsorgeuntersuchung beim Augenarzt. „Wir bekommen alle einen Grauen Star, wir müssen nur alt genug werden“, umschreibt Spitzer das Phänomen der Katarakt, also der getrübten Linse. Diese Trübung entwickle sich typischerweise ab der sechsten Lebensdekade, ergänzt Hans Hoerauf, Direktor der Klinik für Augenheilkunde der Universitätsmedizin Göttingen. Es kann aber auch Jüngere treffen – Kurzsichtige oder Diabetiker sowie Personen, die regelmäßig etwa Cortison einnehmen müssen, zum Beispiel. Bei Grauem Star trübt sich die Linse, die Sehschärfe lässt nach. Das liegt daran, dass die Linse fester wird und sich Ablagerungen bilden. Oft kann eine Operation helfen.
         

Als „schleichenden Dieb des Sehens“ bezeichnet Augenarzt Spitzer den Grünen Star, auch Glaukom genannt. Ein zu hoher Augeninnendruck ist dafür ein Risikofaktor. „Die Patienten haben meist überhaupt keine Beschwerden, und das ist auch das Gefährliche“, sagt Hans Hoerauf. Der Grüne Star ist nicht heilbar, der Schaden lässt sich nur begrenzen. Der Druck im Auge wird meist mit Hilfe von Tropfen abgesenkt – auch Lasertherapien werden angewandt oder das Auge operiert.

Trockene und feuchte Form

Bei einer Altersbedingten Makuladegeneration (AMD) verändert sich die Netzhautmitte. Das Tückische: „In der frühen Phase der Krankheit merkt man davon nichts“, sagt Martin Spitzer. Hans Hoerauf rät zu Selbsttests: entweder regelmäßig ein spezielles Gitternetz (Amsler-Gitter) betrachten oder beispielsweise im Bad die Fugen zwischen den Fliesen mit jeweils einem Auge ansehen und darauf achten, ob sie einem gerade erscheinen. Sind die geraden Linien verzerrt, sollte man das schnell beim Arzt abklären lassen. Bei der trockene Form der AMD bilden sich Ablagerungen, auch Drusen genannt, unter der Makula. Es gibt noch keine Therapie zur Heilung der trockenen Form, erklärt Angelika Ostrowski. „Die feuchte AMD läuft schneller ab und hinterlässt ohne Behandlung einen deutlich größeren Schaden“, sagt Hans Hoerauf. Dabei wachsen, vereinfacht gesagt, Gefäße unter die Netzhaut. Als Therapie kommen Spritzen mit wachstumshemmenden Medikamenten zum Einsatz. Das bedeutet aber keine Heilung, es verlangsamt den Prozess. dpa