20 Jahre Innovationsregion Ulm Mehr als Ulm und das Münster

Die Hauptakteure bei der Vertragsunterzeichnung, sitzend von links: Die Landräte Erich Josef Geßner (Neu-Ulm) und Wolfgang Schürle (Alb-Donau) sowie die Oberbürgermeister Ivo Gönner (Ulm) und Beate Merk (Neu-Ulm). Foto: Reiner Wolf/SWP-Archiv
Die Hauptakteure bei der Vertragsunterzeichnung, sitzend von links: Die Landräte Erich Josef Geßner (Neu-Ulm) und Wolfgang Schürle (Alb-Donau) sowie die Oberbürgermeister Ivo Gönner (Ulm) und Beate Merk (Neu-Ulm). Foto: Reiner Wolf/SWP-Archiv
17.10.2018

Vor 20 Jahren wurde die Innovationsregion Ulm ins Leben gerufen.

Von Kerstin Auernhammer 

Vor 20 Jahren war die Welt noch eine andere. Gerade erst hatten Handys ins Leben der Menschen Einzug gehalten, die SPD übernahm das Kanzleramt, in Ulm fand das erste Donaufest statt. Die Globalisierung war damals bereits ein Thema – und viele Regionen rüsteten sich, indem sie verstärkt auf Regionalmarketing setzten. Otto Sälzle, Hauptgeschäftsführer der IHK Ulm, blickt sehr pragmatisch auf den Ursprung der Innovationsregion Ulm: „Damals war Regionalmarketing etwas Neues und unsere Region wollte auch mit dabei sein.“ Der damalige Ulmer Oberbürgermeister Ivo Gönner erinnert sich an eine Studie, die die Landesregierungen von Bayern und Baden-Württemberg durchführen ließen. „Es ging um das Thema: Auswirkungen der Wissenschaftsstadt Ulm. Daraufhin gab es viele Vorschläge, unter anderem auch, dass die Stadt Ulm, die Stadt Neu-Ulm, der Alb-Donau- Kreis und der Landkreis Neu- Ulm sich zu einer gemeinsamen Initiative zusammenschließen sollten. Es ging darum, die Wissenschaftsergebnisse, den Standort dieser Region besser zu vermarkten.“

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Lebhafte Diskussionen

Leicht war es allerdings nicht, die Region unter einen Hut zu bringen. Neu-Ulm, das seit jeher im Schatten Ulms steht und die Landkreise, die sich vom prosperierenden Stadtkreis abgehängt fühlten, drängten darauf, gleichwertige und gleichberechtigte Partner zu sein. Da kam dann die IHK ins Spiel, berichtet Sälzle: „Die Kommunen haben sich darauf verständigt, dass die IHK der neutrale Dritte ist und dass die Geschäftsstelle bei uns angesiedelt wird. Deswegen waren wir auch von Anfang an mit dabei, auch bei der Entwicklung der Satzung des Vereins.“ Ende 1997 wurde der Kooperationsvertrag unterzeichnet. „Im Grunde ging es zunächst mal darum, dass ein Marketinghandbuch entwickelt wurde. Das hat eine längere Zeit von mehreren Monaten in Anspruch genommen“, erklärt Sälzle. Die damalige Neu-Ulmer Oberbürgermeisterin Beate Merk erinnert sich: „Wir sind sehr oft zusammengesessen. Wir haben diskutiert – oftmals sehr leidenschaftlich diskutiert.“
FOTOS: PR-BILDER
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Letztendlich einigte man sich nach zähem Ringen auch auf ein Logo – die fünf Säulen mit der Spitze im Hintergrund. Dass diese Spitze das Münster symbolisiert, war nicht jedem recht – zu viel Ulm, schließlich taucht die Donaustadt ja schon im Namen der „Innovationsregion Ulm“ auf. Doch Gönner konnte Kritikern den Wind aus den Segeln nehmen: „Im Wettbewerb mit der Region braucht man einen Leuchtturm, einen namentlichen Leuchtturm und natürlich kann die Spitze des Münsters als Symbol dafür angesehen werden.“

Zukunftsthemen

Aktuell wirbt die Innovationsregion Ulm um Arbeitskräfte, um die Unternehmen in der Region in Sachen Fachkräftemangel zu unterstützen. Für Sälzle derzeit die „zentrale Aufgabe“: „Und natürlich sollten für die Anforderungen, die die Politik formuliert, dann auch die notwendigen finanziellen Ressourcen bereitgestellt werden.“ Merk betont die Rolle der Hochschulen: „Wichtig ist auch, dass wir junge Menschen haben, die kreativ hier in der Region tätig sind und unsere Hochschulen gemeinsam mit der Wirtschaft und Wissenschaft zeigen, dass wir längst kapiert haben, was Wissenschaftstransfer ist und dass ein Zusammenarbeiten dringend notwendig ist.“ Alt-OB Ivo Gönner blickt zuversichtlich auf die kommenden Jahre: „In 20 Jahren wird es den Begriff der Innovationsregion Ulm immer noch geben, ja sogar geben müssen, weil die Wissenschaftsstadt Ulm, die sich ja auch weiterentwickelt, eine solche Dynamik entwickelt die letztendlich auch der unmittelbaren Region zugute kommt.“ Vor allem in der Biotechnologie, im Gesundheitssektor und in der Informationstechnologie müsse man am Ball bleiben.

Vorsitzende und Geschäftsführer

Der Vorsitz der Innovationsregion Ulm wechselte im zweijährigen Turnus innerhalb der Gründungsmitglieder. Damit waren abwechselnd die Ulmer und Neu-Ulmer Oberbürgermeister sowie die Landräte des Kreises Neu-Ulm und des Alb-Donau-Kreises an der Reihe. Derzeit ist der Ulmer OB Gunter Czisch dran.

Die Geschäftsführung wurde nach der offiziellen Gründung der Innovationsregion in die Hände von Marita Kaiser gelegt. Nach deren Wahl zur Bürgermeisterin von Illertissen übernahm Otto Sälzle von der IHK als Geschäftsführender Vorstand. Seit 2011 leitet Uschi Knapp als Geschäftsführerin die Geschicke der Innovationsregion.
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