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Photovoltaik Licht und Schatten

Wer sich schon früh eine Photovoltaikanlage zugelegt hat, muss dieses Jahr aktiv werden – die EEG-Förderung läuft aus.

In den 90er-Jahren nur was für Energiepioniere, heute Alltag auf deutschen Dächern: die Photovoltaikanlage. © Elena Elisseeva/Shutterstock.com

7.04.2021
Fischer Elektrotechnik GmbH
Für Strom aus privaten PV-Anlagen gibt es nur noch den üblichen Marktpreis. © VOLODYMYR BURDIAK/SHUTTERSTOCK.COM
Für Strom aus privaten PV-Anlagen gibt es nur noch den üblichen Marktpreis. © VOLODYMYR BURDIAK/SHUTTERSTOCK.COM

Wer in den 90er-Jahren selbst Strom erzeugte, über Windräder im Garten oder die damals noch recht neuen Photovoltaikanlagen, war ein echter Pionier. Heutzutage wird bei Neubauten in der Regel bereits eine umweltfreundliche Energieversorgung eingeplant. 

Netzbetreiber sind zur Abnahme verpflichtet 

Als in den 90ern immer mehr Menschen selbst Energie erzeugten, tauchte über kurz oder lang das Problem auf: Was tun mit der Energie, die ich selbst nicht verbrauchen kann? Eine gesetzliche Grundlage dafür musste her – sie trat im Jahr 1991 in Kraft, und zwar in Form des „Gesetzes über die Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien in das öffentliche Netz“. Es wurde Ende März 2020 vom Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) abgelöst. Dieses sah unter anderem eine recht hohe Vergütung für Strom aus Photovoltaikanlagen vor, da diese damals noch sehr teuer waren. Wer 2001 Strom aus einer Photovoltaikanlage ins öffentliche Netz einspeiste, erhielt 50,6 Cent pro Kilowattstunde. Gleichzeitig gab es eine Abnahmegarantie durch die Betreiber der Stromnetze für 20 Jahre. Diese Frist endet nun für viele Besitzer der allerersten Photovoltaikanlagen. Die Anlagen sind meist noch gut in Schuss – Abschalten ist also keine Option. Doch wohin nun mit dem Strom?
      

Die aktuellste Version des EEG garantiert Photovoltaikanlagenbesitzern, dass sie ihren Strom weiterhin loswerden – die Netzbetreiber sind dazu verpflichtet, ihn abnehmen. Allerdings nur noch zum üblichen Marktpreis, das sind derzeit knapp 32 Cent pro Kilowattstunde. Besitzer von Photovoltaikanlagen, denen das zu wenig ist, können ihren Strom auch selbst nutzen – dafür müssen sie aber in Speichertechnik investieren und ihre Anlagen teils umrüsten. Der Bundesverband Solarwirtschaft rechnet damit, dass es in den nächsten Jahren über 100 000 Betroffene gibt, da die Einspeisevergütung nun nach und nach für immer mehr Anlagen auslaufen wird.

Solarenergie ist mit der geringeren Einspeisungsvergütung übrigens nicht unattraktiver geworden. Die modernen Anlagen sind in Herstellung, Montage und Wartung deutlich günstiger als die früheren. Und der Gesetzgeber möchte Photovoltaikanlagen weiter fördern. So hat er im aktuellen EEG festgeschrieben, dass Netzbetreiber neue Anlagen binnen eines Monats anschließen müssen. Außerdem entfällt für Besitzer kleiner PV-Anlagen die EEG-Umlage, die Verbraucher auf ihren Strompreis zahlen müssen. Ziel der Bundesregierung: Die Menge an produziertem Solarstrom soll sich bis ins Jahr 2030 nahezu verdoppeln. Kerstin Auernhammer