Sonderveröffentlichung

Ostergrüße Das ist bei uns so Brauch!

Frühling ohne Ostern? Bei uns undenkbar. Zwar schränkt das Coronavirus die Feierlichkeiten vielerorts ein. Dennoch lohnt sich ein Blick auf die vielen Traditionen rund um den Globus.

Der Osterbrunnen in Söflingen. Foto: Archiv/Mayercards

31.03.2021

Australien: Von wegen Osterhase! Die Deutschen lieben ihren Osterhasen. In Australien jedoch haben sich Wildkaninchen zu einer wahren Plage entwickelt und bedrohen einheimische Tierarten. Weil die Australier also lieber Abstand von den Langohren nehmen, haben sie den Osterhasen kurzerhand durch ein Beuteltier ersetzt, den Kaninchennasenbeutler Bilby. Mit hochstehenden Ohren und Hoppelsprung sieht er einem Hasen durchaus ähnlich und macht auch als Schokoladen-Bilby eine gute Figur. Besonders praktisch: In seinem körpereigenen Beutel transportiert das niedliche Maskottchen die Ostereier. Da braucht der Hase freilich einen Korb für.

Großbritannien: Purzelbäume zum Sonnenaufgang: Schon früh am Ostermorgen quälen sich die Waliser aus ihrem Bett, noch bevor die Sonne aufgeht. Sie spazieren gemeinsam auf einen Hügel und erwarten den Sonnenaufgang. Für sie symbolisiert er die Auferstehung Christi. Sobald sich die ersten Sonnenstrahlen zeigen, schlagen die Waliser auf ihrem Hügel drei Purzelbäume.
   

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USA: Rollende Eier: In den USA lädt der amtierende Präsident jedes Jahr am Ostermontag Kinder und ihre Familien zum traditionellen Ostereierrollen in den Garten des Weißen Hauses ein. Die Kinder rollen hartgekochte Eier mithilfe von langen Löffeln entlang eines Parcours über den Rasen. Gewinner ist, wer die Strecke am schnellsten zurücklegt, ohne das Ei zu zerbrechen.

Irland: Heringsbegräbnis: Ostern bedeutet: Ende der Fastenzeit! Das feiern einige Iren noch heute mit einem symbolischen Begräbnis. Sie beerdigen Heringe und tragen damit bildlich die Fastenzeit zu Grabe, in der Fleisch traditionell verboten ist und überwiegend Fisch gegessen wird.

Finnland: Rutenhiebe auf den Rücken: An Palmsonntag, genau eine Woche vor Ostern, nehmen sich die Finnen Birkenruten zur Hand und versetzen sich damit leichte Schläge auf den Rücken. Damit wollen sie an den Einzug Jesus‘ in Jerusalem erinnern, bei dem er vom Volk mit Palmwedeln begrüßt wurde. Am Ostersonntag sollte man sich in Finnland lieber die Ohren zuhalten: Mit Trommeln und Tröten ziehen Kinder durch die Straßen und beenden lautstark und fröhlich die Fastenzeit.

Italien: Riesen-Schokoladenei für Leckermäuler: Ein Schokoladenosterei mit einem Umfang von 2,50 Metern? Was wie ein kühner Kindertraum klingt, wird in Italien Wirklichkeit. Im kleinen Örtchen Castiglione in Teverina versucht die örtliche Schokoladenfabrik jedes Jahr an Ostern, ihren eigenen Rekord aus dem Vorjahr zu knacken. Um die Jahrtausendwende wurde dort das erste Maxi-Ei gefertigt. Ist das riesige, in Papier gewickelte Exemplar dann fertig, kommt es auf die Waage – um dann Stück für Stück in den Mündern der Zuschauerinnen und Zuschauer zu verschwinden.

Und in Ulm? In Söflingen wird jedes Jahr der Osterbrunnen aufgestellt. Die Tradition wird seit 1986 gepflegt, initiiert wurde er von den Söflingerinnen Christa Scherer und Ursula Seibold. Seit den 1990er-Jahren übernimmt der Handel und Gewerbeverein die Gestaltung. Für den Aufbau gibt es kein fixes Datum: Wichtig ist, dass er zum Palmsonntag aufgebaut ist. Eine weitere Tradition, die quasi aus Italien importiert ist, ist der lebendige Kreuzweg. Ihn hat die katholische italienische Gemeinde ins Leben gerufen, wegen Corona fällt er aber auch dieses Jahr aus. pm/os