Sonderveröffentlichung

Ostergrüße Noch keine KasperEI zu Ostern

Kasperle trifft den Osterhasen … dieses Jahr schon wieder nicht. Das 1. Ulmer Kasperletheater muss wie alle Bühnen aus bekannten Gründen noch den Vorhang geschlossen lassen.

Hoffentlich heißt es bald wieder „Vorhang auf“ im 1. Ulmer Kasperletheater. Sabine Dröll mit Hund Schnuffi (links im Bild) und Heike Gruber mit Osterhase, würden gerne wieder Puppentheater spielen. FOTOS: HEIKE VIEFHAUS

1.04.2021

Heike Gruber und Sabine Dröll, die das „1. Ulmer Kasperletheater“ vor fast 20 Jahren gegründet haben, vermissen ihr Publikum. Ein Interview mit ihren Theaterstars Kasperle und Seppel.

Der Osterhase und Du, Kasperle, ihr seid – jeder auf seine Weise – viel beschäftigt und bekannt. Toll, dass Du Dir Zeit für ein Interview genommen hast. Und super, dass Du Seppel mitgebracht hast.
        

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Kasperle: Klar, gerne. Dem Osterhasen hat es terminlich nicht reingepasst. Verständlich. Auch in diesen sonderbaren Zeiten ist er schon schwer mit Vorbereitungen beschäftigt. Eierfärben, Produzieren von Zuckerhasen und Schokoeiern, Zutatenbesorgen fürs Ostergebäck und vor allem: Er erstellt einen Plan, für wen, wo und wann er die Osternester verstecken wird.

Seppel: Das ist sehr wichtig. Wir, also Kasper und seine Freunde, haben’s ja schon mal erfahren, wie es ist, wenn Ostern ist und man keine Eier findet. Hat sie jemand gestohlen? Oder aufgegessen? Vielleicht auch auf andere Weise verschwinden lassen?

Kasperle: Eigentlich erzählen wir dieses Abenteuer jedes Jahr um Ostern rum auf unserer Bühne. Diesen Termin merkt sich auch der Osterhase bereits über Monate im Voraus in seinem vollen Kalender vor. Es ist eine einmalige Gelegenheit, ihn mal in echt zu erleben … weil sonst sieht man den Kerl ja nie! Schade, dass so ein fieses Virus diesmal alles durcheinander bringt.

Seppel: Furchtbar ist das! So ein Dings war auch schuld, als es uns die Ostereiersuche verhagelt hat. Und Kasper dann den Osterhasen suchen musste. Weil der Hase nämlich total …

Kasperle: Stopp, nicht weitererzählen, sonst kommt doch keiner mehr zu uns ins Theater, um das Stück anzuschauen, wenn wir wieder spielen dürfen.

Wie viele Zuschauer habt ihr denn sonst so, wenn alles normal läuft?

Kasperle: Bis zu 60 Leute passen rein in unser Theater in der Ulmer Büchsengasse. Kleine und Große. Eltern und Kinder. Großeltern und Enkel. Oder auch Liebespaare, jawohl! Wir sind die einzige Bühne in Ulm, die Kunst für alle Menschen ab 2 Jahren macht.

Und was gibt es da zu sehen?

Kasperle: So 26 bis 27 verschiedene Stücke haben wir für unser Publikum im Programm. „Kasperle und die Wunderlampe“ ist neu. Und „Kasperle auf dem Bauernhof“ das wird es hoffentlich bald mal geben … wir haben uns da nämlich in ein Schaf verliebt, das unbedingt auf die Bühne muss.

Habt ihr während des „Shutdowns“ wenigstens proben können? So mit Maske und desinfizierten Händen und auf Abstand?

Kasperle: Also, ohne angeben zu wollen: Wir müssen nicht proben.

Seppel: Aber Heike und Sabine, die haben mit uns und den anderen Figuren buchstäblich alle Hände voll zu tun. Viele wissen‘s nicht, aber Kasperletheater machen ist kein Kinderspiel. Das ist eine Kunst. Und Handwerk. Die beiden können viel dazu erzählen, nicht nur übers Puppenspiel mit imitierten Stimmen, Bühnenbildern und Figurenauswahl. Echte Schauspielerinnen sind die nämlich auch – haben Theater von der Pike auf gelernt.

Ja, Heike, Sabine - dann erzählt doch mal. Was muss man denn im Puppentheater noch so alles können?

Heike Gruber: Ganz schön viel. Momentan richten wir zum Beispiel einen Kartenvorverkauf über unsere Homepage ein – beziehungsweise lassen einrichten, man kann ja nicht alles können. Aber man merkt: Kasperle & Co werden digital.

Sabine Dröll: Aber so modern, dass wir Aufführungen streamen, sind wir nicht. Aus Überzeugung. Kasperletheater lebt von der Liveatmosphäre, von der Interaktion mit den Zuschauern. Beim Tri, Tra, Trallala zu Beginn und am Ende der Vorstellung singen alle mit. Und es gehört zu den Stücken dazu, dass sich Kasperle und seine Freunde auch mit dem Publikum unterhalten.

Ihr könnt sozusagen nicht ohne euer Publikum?

Heike Gruber: Und umgekehrt scheint es genauso zu sein. Denn keine einzige im Shutdown vorverkaufte Karte wurde uns mit der Bitte um Erstattung zurückgegeben.

Sabine Dröll: Wenn es nach einer so langen Spielpause endlich wieder losgeht, wird das fast wie eine Neueröffnung sein, denn unser junges Publikum wird älter und kommt in eine Phase, in der Kasperle und seine Freunde dann nicht mehr so interessant sind. Wenn es wieder losgehen darf, sind wir bereit. Wir hoffen das ist ganz bald der Fall!

Info: Mehr zum 1. Ulmer Kasperletheater, seinem Spielplan und den Möglichkeiten, die Künstler für ein Gastspiel zu buchen, online unter www.kasperletheaterulm.de