Sonderveröffentlichung

Ostergrüße Große Eier, kleine Eier

Auf der Suche nach Rekorden in der Tierwelt. Wo könnte man da in Ulm besser nachforschen als im Tiergarten in der Friedrichsau?

FOTOS: KERSTIN AUERNHAMMER ILLU: FREEPIK.COM

1.04.2021

Beim Stichwort „Eier“ denkt man in der Regel sofort an Hühnereier – die gibt es im Tiergarten allerdings nicht. Dafür ganz viele andere, von ganz groß bis ganz klein. Zoopädagogin Isabel Jabs kennt sie alle. Wenn der Tiergarten nicht gerade Corona-Zwangspause macht, hält sie Schulungen. Kinder wie Erwachsene erfahren dann allerhand Wissenswertes über die Zootiere – und über ihre Fortpflanzung. „Was einem Hühnerei am nächsten kommt, sind die Eier unserer Pfauen“, sagt Jabs und zeigt ein Ei, das tatsächlich fast aussieht wie das von einem Huhn. Ein wenig länglicher vielleicht und von der Farbe her Richtung goldgelb.
    

Seniorenzentrum Weststadt

Leider ist der Platz im Ulmer Tiergarten begrenzt

Wie die meisten Tiere in den Gehegen, Volieren und Terrarien in der Friedrichsau dürfen auch die Pfauen ihre Eier nicht behalten. So soll unkontrollierter Nachwuchs vermieden werden, schließlich ist der Platz begrenzt. Brillenkaiman-Dame Amy sorgt oft selbst dafür, dass aus ihren Eiern keine kleinen Echsen schlüpfen. „Sie legt regelmäßig Eier, aber meist ins Wasserbecken ihres Geheges. Damit wären sie eh unbrauchbar“, erklärt Tiergartenleiterin Stefanie Kießling. Über 20 Brillenkaiman-Eier hat Amy schon gelegt. „Wir haben hier leider keinen Platz für zusätzliche Brillenkaimane, Amy und ihr Partner Jay- Jay sind genug“, sagt Kießling. Auch in anderen Zoos ist kein Bedarf da. Und was macht man dann mit den nutzlosen Eiern? Etwa Omelette? „Wir essen die natürlich nicht“, betont Kießling. „Wir nehmen sie aus dem Gehege und verwenden sie für die Zoopädagogik.“ Gerade für die dekorativen Emu- und Nandu-Eier kommen öfter Anfragen, ob man die Schalen denn vielleicht für Dekorationszwecke kaufen könnte. „Das machen wir in der Regel nicht, da wir nicht so viele haben. Ganz selten und wenn dann nur über den Förderverein“, sagt Kießling.

Nicht immer ist es einfach, die Eier aus den Gehegen zu entfernen, vor allem in den Terrarien der Reptilien. „Es gibt Arten, bei denen man extrem aufpassen muss. Die Kap-Kobras zum Beispiel die sind riesig und sehr giftig. Hier warten wir dann immer, bis sie sich in die Schlupfbox zurückgezogen haben, die kann man abschließen.“ Und nicht immer erwischen die Pfleger alle Eier: „Unsere noch neuen Kronengeckos saßen plötzlich zu dritt im Terrarium. Die Eier dieser Echsen sind winzig und im Substrat, auf dem die Tiere leben, hat sich wohl eines verborgen“, lacht Kießling.

Es gibt auch besonders wertvolle Vögel im Tropenhaus des Ulmer Tiergartens – wobei wertvoll hier nicht in Form von Geld gemeint ist. Die Schönloris gehören dazu. Deren Nachzuchten sind in anderen Zoos sehr gefragt. Die Eier der bunten Papageien sind nur etwa 1,2 bis 2 Zentimeter groß und damit die kleinsten Vogeleier im Ulmer Tiergarten.

Viel Neues im Tiergarten

In jedem Fall gibt es jetzt im Frühling so einiges zu entdecken auf dem Zoogelände. Im den vergangenen Monaten wurde kräftig umgebaut: Der Kiosk ist in eins der neuen Gebäude umgezogen und die Besucher haben noch mehr Platz für eine kleine Pause. Nur eines gibt es dieses Jahr nicht: „Wir haben heuer keine Küken im Eingangsbereich. Die waren die letzten Jahre immer der Renner bei den kleinen und großen Besuchern, da gab es immer wieder Grüppchenbildung. Das geht in der Pandemie natürlich nicht.“ Von Kerstin Auernhammer

Info: Ob der Tiergarten geöffnet hat oder nicht, erfährt man auf der Homepage tiergarten.ulm.de. Hier müssen Besucher momentan vorab eine Einlasszeit buchen.