Sonderveröffentlichung

Mein Wiblingen Das Kloster als Fixpunkt

  

FOTO: © SINA ETTMER PHOTOGRAPHY/SHUTTERSTOCK.COM

13.10.2020
Das Kloster als Fixpunkt Image 2

„Das Kloster ist die Keimzelle Wiblingens“, betont Ulrike Häufele. Sie kennt sich aus, denn sie bietet Klosterführungen an. Ihre Position im Vorstand des Förderkreises zur Erhaltung der Wiblinger Kapellen, Flurkreuze, Bildstöcke und Kleindenkmale hilft dabei. Der 2011 gegründete Verein mit 120 Mitgliedern kümmert sich um all die historischen Kleindenkmale, die sich auf dem Grund des ehemaligen Klosterbesitzes befinden. Zudem ist der Verein im Kloster aktiv, indem er etwa Ausstellungen ausrichtet. Und er gibt verschiedene Publikationen heraus, darunter die Baugeschichte des Wiblinger Klosters von Gustav Bölz. Ein aktuell laufendes Projekt ist der Kapellenwanderweg. „Der ,Wiblinger Klosterpfad‘ führt vorbei an unseren Kleindenkmalen“, erklärt Franz Barth vom Förderverein. Voraussichtlich ab dem kommenden Jahr können Besucher auf dem Pfad die Wiblinger Kleindenkmale entdecken. Ein weiteres Projekt für 2021: „Im Januar eröffnen wir eine Ausstellung über den Klostermaler Franz Martin Kuen zu dessen 250. Todestag. Kuen war einer der berühmtesten Freskanten Oberschwabens. Die Ausmalung der Klosterbibliothek war sein größtes Werk.“

Aktuell zu sehen: das Kloster Wiblingen aus Lego

Derzeit bestaunen die Besucher im Wiblinger Klostermuseum ein Kloster ganz aus Lego. Erbaut hat es der Wiblinger Burkhard Siemoneit zusammen mit Stephan Schumann. „Hintergrund war das 100-jährige Jubiläum der Fertigstellung des Südflügels 2017.“ Zwei Jahre haben die beiden über die Wochenenden an dem 350 Kilogramm schweren detailgenauen Modell gearbeitet und dabei über 800 000 Legosteine verbaut. Im Unterschied zum bestehenden Kloster zeigt das Modell Türme an der Basilika: „Wir haben die nicht vollendeten Kirchentürme nach alten Vorlagen nachgebaut“, erklärt Siemoneit. Zuerst beeindrucken die Maße, bei näherem Hinsehen erschließt sich, dass die Erbauer Sinn für Humor haben: Hier tummeln sich die Simpsons am Turm, dort findet sich auf dem Dach ein Schlafwandler. Nicht zu vergessen sind die Wiblinger Störche, die auch ganz real auf dem Klosterdach ihr Nest haben.

Noch in diesem Jahr geht das Klostermodell auf große Reise: „Wir sind stolz, dass unser Modell dieses Jahr im Rahmen der Weihnachtsausstellung in der Landesvertretung Baden-Württemberg in Berlin ausgestellt wird“, freut sich Siemoneit. Wiederum im Team baut Siemoneit die neue Orgel der Basilika als Lego-Modell: „Das Tolle ist: Wir sind ein ökumenisches Team, ein Katholik, ein Protestant und ein Muslim – das passt auch im Hinblick auf Wiblingen, in dem immerhin Menschen aus 89 Nationen wohnen“, betont Siemoneit. Präsentiert wird das Modell zusammen mit der Einweihung der neuen Orgel.

Vorausblick

Die Orgel soll bald auf der Empore der Klosterkirche ertönten. Franz Barth ist der zweite Vorsitzende des eigens dafür gegründeten Fördervereins, der Spenden dafür sammelt. Bisher sind rund 800 000 Euro zusammengekommen. Insgesamt sind 1,3 Millionen Euro veranschlagt. Ausgeführt wird der Orgelbau vom Orgelbauer Claudius Winterhalter aus dem Schwarzwald.„Derzeit laufen die Vorbereitungen für den Aufbau, die ersten Orgelteile sind schon angeliefert“, blickt Barth auf die Baustelle: „Wenn alles gut geht wird die Orgel an Pfingsten 2021 eingeweiht.“