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Job-Börse Digital Ein guter Blick für die Mode

Beratung: Clara Wünsche wird im Modepark Röther zur Einzelhandelskauffrau mit der Zusatzqualifikation Managementassistentin ausgebildet.

Die Puppen ansprechend einzukleiden, ist für Clara Wünsche nur eine von vielen Aufgaben. Fotos: Modepark Röther

19.05.2020

Normalerweise würde Clara Wünsche gerade im Modepark Röther in Michelfeld diverse Kleidungsstücke anschaulich auf Stangen und Tischen präsentieren oder Kunden zu ihrem Wunschoutfit verhelfen. Doch wegen Corona sitzt sie nun in der E-Commerce-Abteilung und kümmert sich um den Online-Shop. „Ich fotografiere Artikel und stelle sie ins Internet“, berichtet Clara. Die 20-Jährige macht eine zweijährige Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau. Dabei absolviert sie parallel die Zusatzqualifikation zur Managementassistentin. Diese richtet sich an junge, leistungsstarke Menschen, die das Abitur, oder – wie Clara – das Fachabitur in der Tasche haben. Somit gewährt der Ausbildungszusatz einen Zugang zu einer mittleren und höheren Führungsfunktion.

Für Clara bedeutet das, dass sie nicht nur in den Verkaufsräumen mitarbeitet, sondern auch vertiefte Einblicke in Bürotätigkeiten bekommt. „Ich war schon in vielen Abteilungen: Im Einkauf, Marketing, Vertriebsinnendienst sowie in der Personalabteilung, Buchhaltung, IT und Service-Zentrale“, zählt die junge Frau auf. Denn die Nachwuchskraft soll alle Arbeitsprozesse und Organisationsabläufe einer Filiale kennenlernen. Wichtige Aspekte bilden auch die Personaleinsatzplanung und Mitarbeiterführung.

Viel Freude beim Verkauf

Die sozialen und kommunikativen Aspekte ihres Berufes gefallen Clara besonders gut. „Während meiner Schulzeit wusste ich zunächst nicht so recht, was ich werden will. Dann wurde mir aber bewusst, dass ich gerne mit Menschen arbeiten möchte. Erzieherin oder Pflegerin zu werden, kam für mich nicht in Frage. Da ich jedoch sehr modebegeistert bin, fiel meine Wahl auf die Einzelhandelskauffrau“, blickt sie zurück. Clara bewarb sich beim Modepark Röther, da der Textilhändler ihre Interessen vereinte und gute Zukunftsperspektiven bietet. Immerhin hat das 1972 in Schwäbisch Hall gegründete Familienunternehmen 42 Filialen in Deutschland und drei Niederlassungen in Österreich.

Der direkte Verkauf im Laden bereitet ihr besonders viel Freude. „Meine Tätigkeiten sind sehr vielfältig“, sagt sie. Ihr üblicher Arbeitstag beginne mit einem Morgenmeeting. „Dann sprechen wir darüber, was gestern gut gelaufen ist und was nicht, und was wir für heute geplant haben.“ Danach geht es daran, die Kleidung zu richten sowie die Kabinen und Ständer zu putzen. „Da schleicht sich oft mehr Staub ein, als man denkt“, sagt sie lachend. Wenn die ersten Kunden kommen, gilt es, immer wieder für Ordnung zu sorgen – das Geschäft solle schließlich jederzeit aufgeräumt und einladend aussehen.

Männer und Jungen suchen oft Rat

Zurzeit betreut die 20-Jährige den Online-Shop vom Modepark Röther.
Zurzeit betreut die 20-Jährige den Online-Shop vom Modepark Röther.

Bisher war Clara überall im Laden anzutreffen. Die ausgelernten Angestellten sind hingegen für bestimmte Mode- Marken und somit für verschiedene Verkaufsflächen zuständig. Ihre Expertise sei in der Herrenabteilung besonders häufig gefragt. „Jungs und Männer kennen sich meistens nicht so gut mit Anzügen aus und brauchen dann unsere Hilfe.“ Daneben lassen sich aber auch ältere Damen oft und gerne beraten, führt die Hallerin fort. „Dabei ist es wichtig, nicht nur ein gutes Auge für die Mode zu haben. Man muss auch offen auf die Menschen zugehen können. Zu viel Schüchternheit ist hier fehl am Platz“, stellt sie klar. Claras oberstes Ziel ist es, die Kunden stets vollends zufrieden zu stellen. „Wenn ich das geschafft habe und sehe, wie sehr sie sich über ihr neues Kleidungsstück freuen, ist das ein tolles Gefühl“, sagt sie strahlend.

Natürlich hatte es die Auszubildende auch schon mit schwierigen oder sehr anspruchsvollen Menschen zu tun. „Man muss dann ein dickes Fell haben und ruhig und freundlich bleiben“, erklärt sie. Den professionellen Kundenumgang und das Beschwerdemanagement lernt sie neben BWL, VWL, Marketing und Business-Englisch in der Berufsschule in Stuttgart. Dort fährt sie eigentlich jeden Mittwoch und Donnerstag mit dem Zug hin, doch zurzeit fällt der Unterricht, bis auf wenige Übungsaufgaben, zum Großteil aus. Im Juni findet der zweite Teil ihrer Abschlussprüfung statt. „Alles online zu machen, ist nicht so optimal. Ich hoffe, dass wir nochmal in Gruppen vor Ort lernen können.“ Wie sie ihren beruflichen Schwerpunkt dann setzen möchte, weiß sie noch nicht. „Ich schwanke zwischen Büro und Verkauf. Die Hauptsache ist für mich, weiterhin so viel Kundenkontakt wie in normalen Zeiten zu haben“, sagt sie. Von Hannah Pompalla

Die Ausbildungsstufen im Verkauf

Die Zusatzqualifikation „Managementassistent im (Einzel-) Handel“ können Jugendliche absolvieren, die das Abitur oder die Fachhochschulreife erlangt haben. Die Unternehmen schließen mit ihnen in der Regel zweijährige Ausbildungsverträge zum/zur „Kaufmann/frau im Einzelhandel“ ab. Durch die Zusatzqualifikation stehen auch Handelsmanagement, Warenwirtschaft, E-Commerce und Business-Englisch auf dem Lehrplan. Die Azubis müssen am Ende zwei Prüfungen ablegen, eine für den Ausbildungsberuf und eine für den Zusatz. Die herkömmliche Ausbildung zum/zur Kaufmann/frau im Einzelhandel dauert drei Jahre, die zum/zur Verkäufer/in zwei Jahre. Für beides wird meistens mindestens ein Hauptschulabschluss verlangt. Je höher die Qualifikation, desto mehr Perspektiven gibt es für die Arbeit im Büro.

Grußwort Harald Unkelbach

Präsident der IHK

Ein guter Blick für die Mode Image 2

Die Nachfrage der Unternehmen nach gut ausgebildeten Beschäftigten ist ungebrochen hoch. Daher bewerten die Unternehmen den Fachkräftemangel trotz der etwas abnehmenden konjunkturellen Dynamik nach wie vor als größtes Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung in der Region, was die aktuelle IHK-Konjunkturprognose verdeutlicht. Umso wichtiger sind Job-Börsen wie die der VR Bank, die interessierten Jugendlichen eine ideale Plattform bietet, um Ausbildungsbetriebe in der Region hautnah zu erleben. Vor dem Hintergrund der aktuellen Corona-Situation hat die VR Bank Schwäbisch Hall-Crailsheim entschieden, die diesjährige Job-Börse nicht wie geplant als Präsenzveranstaltung auf den Kocherwiesen stattfinden zu lassen. Dies ist sehr bedauerlich, doch eine richtige Entscheidung, denn die Gesundheit der Menschen und zukünftigen Fachkräfte ist wichtiger.

Umso erfreulicher ist es, dass wir alle in dieser Zeit flexibel und mit Ideenreichtum der gegebenen Situation begegnen. Auch die Verantwortlichen der VR Bank haben dies getan und entschieden, in diesem Jahr die Job-Börse in digitaler Form zu veranstalten. Ich hoffe und wünsche mir, dass zahlreiche Jugendliche, Schülerinnen, Schüler und Unternehmen diese Plattform und so die Möglichkeit nutzen werden, sich über die unterschiedlichen Ausbildungsberufe und die Unternehmen zu informieren und sich gegenseitig – zunächst einmal digital – kennenzulernen und erste Kontakte zu knüpfen.

Alles Gute und viel Erfolg!
  

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