Sonderveröffentlichung

Land- und Forstwirtschaft Erfreulicher Trend: Wandel zu mehr Nachhaltigkeit

Holz steht eine Renaissance als Roh-, Bau- und Werkstoff der Zukunft bevor.

Als vielseitiger Werkstoff lässt sich Holz nicht nur im Baubereich einsetzen. Foto: Archiv

8.03.2021
Sauter

Holz spielt eine zentrale Rolle in der Bioökonomie. Das zeigt das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung initiierte „Jahr der Bioökonomie 2020/21“, das jetzt Halbzeit feiert. Mittels der Bioökonomie soll der Wandel von einer erdölbasierten Wirtschaftsform hin zu einer nachhaltigen biologischen Ressourcennutzung geschafft werden. Kurzum: Statt nur endlich verfügbares Erdöl, sollen Bäume, Pilze, Getreide oder Algen künftig Rohstoffgrundlage einer dann nachhaltigen Wirtschaft werden. Wer dabei aber bei Holz nur an Bretter oder Pellets denkt, der irrt gewaltig. Denn neue Technologien machen Holz zu einem der vielseitigsten Rohstoffe in nahezu allen relevanten Wirtschaftsbranchen. „Besonders spannend ist der Rohstoff Holz deshalb, weil in ihm viele versteckte Anwendungsgebiete zu finden sind. Neben der stetig verbesserten konstruktiven Nutzung als Bau- und Werkstoff ist dies die chemische Nutzung“, so Volker Gebhardt, „Thüringen Forst“-Vorstand. Im Holz stecken viele chemische Komponenten, die bisher unbekannte Nutzungsmöglichkeiten versprechen. Diese werden in Bioraffinerien mittels biotechnologischer Prozesse erforscht. Der Holzbestandteil Cellulose lässt sich schon jetzt zu fließendem Gewebe als Baumwollersatz etwa für Kleidung verarbeiten. Folienverpackungen, unter anderem für Obst, bestehen aus dem zweiten wichtigen Holzbestandteil Lignin, welches aus Durchforstungsholz gewonnen wird.  
         


44 Prozent aller Fichten in Deutschland haben im Jahr 2020 eine deutliche Kronenverlichtung aufgewiesen. Dem versuchen Waldbesitzer und Forstarbeiter entschieden entgegenzuwirken. Auch mit Hilfe des Staates.

Quelle: Statista


©AROGANT/SHUTTERSTOCK.COM
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Chance auf mehr Nachhaltigkeit im Alltag

Auch Verpackungsfolien, die im Handel vielfach als Tüten verwendet werden, können inzwischen aus Holzcellulose nachhaltig produziert werden. Selbst die weitverbreiteten Kaffeekapseln werden heute vielfach nicht mehr aus Kunststoff, sondern aus nachhaltig erzeugtem Lignin hergestellt. Auch in traditionellen Verwendungsbereichen punktet Holz: So gibt es heute zum Beispiel Holzprodukte aus verleimten und verpressten Buchenfurnieren, die dem Laubholz den Zugang zum Konstruktionsholzmarkt eröffnen. Dieser Markt wird immer wichtiger, da nicht nur im Ein- und Zweifamilienhausbau der Holzbau stetig Marktanteile gewinnt, sondern auch im Hochhausbau spektakuläre Projekte umsetzt werden. Nachhaltiges Bauen mit Holz ist ein Trend, der die gesamte Baubranche beeinflusst. fid