Sonderveröffentlichung

Schule, Ausbildung, Beruf Es braucht mehr Sprachtalente

Internationale Zusammenarbeit und Wirtschaft brauchen Kommunikation, die funktioniert: Deshalb ist Fremdsprachenkompetenz heute vielleicht wichtiger denn je. Foto: © metamorworks, „Wordwide Networks“, Adobe Stock#274661567

Wirtschaft: Ein Plädoyer für mehr Weltoffenheit und fürs Lernen: Denn Fremdsprachenkompetenz bleibt für den auf erfolgreichen Export basierenden Wohlstand des Landes Baden-Württemberg unentbehrlich.

Von Niels Joeres

Epluribus unum“ – lateinisch frei übersetzt: „Aus vielen eines“ – ist der Wappenspruch im großen Siegel der USA, ur-amerikanische Stärke und schon seit Augustinus eine grundlegende Erkenntnis. Für die EU insgesamt stellt sich aktuell die Frage, wie erkennbar noch mehr Vielfalt zu neuer Stärke führt. Gerade Deutschland im Zentrum Europas ist abermals internationaler geworden.

Weltoffenheit ist zum einen ein kundig-kritischer Blick auf das Ganze. Zum anderen, über das Eintauchen in eine fremde Sprache, geht damit ein erster, gewichtiger Einblick in die Seele einer anderen Kultur einher. Beides ist notwendig, wenn man hochtechnologische Produkte in der ganzen Welt verkaufen und bei Verhandlungen einen guten Preis erzielen will.

Fremdsprachentalente, die ernsthaft multilingual arbeiten können, werden von der deutschen Exportwirtschaft und international ausgerichteten Institutionen gerade auch für den Assistenz- und Büroleitungsbereich auf Executive Level zwar regelmäßig gesucht. Praxisnah ausgebildete „Young Professionals“ dieser Art, zumal sie grundlegende Wirtschafts- und Technologiekenntnisse haben müssen, sind jedoch für kleinere und mittelständische Unternehmen oft schwer zu finden.

Dies liegt mit daran, dass es wenige gibt. Der Anspruch, zusätzlich zur eigenen Muttersprache zum Beispiel drei Fremdsprachen auf Handelsniveau innerhalb von zwei Jahren zu lernen, setzt bereits erhebliche kognitive Fähigkeiten sowie Flexibilität und vor allem viel Lernehrgeiz voraus.

Das Besondere aus Praxissicht: Nicht nur Schüler, die schon während ihrer frühen und mittleren Schulzeit bilingualen Unterricht und Sprach-AGs wie zum Beispiel Spanisch oder Chinesisch hatten, gehören häufiger zu herausragenden und begehrten Sprachtalenten. Sondern vor allem auch Schüler mit Migrationshintergrund. Von ihren Eltern, zum Teil in zweiter oder dritter Generation, haben sie oftmals viel Ausdauer und Fleiß gelernt. Für diese Familien ist eine gute Ausbildung ihrer Kinder ein Zeichen des gemeinsamen sozialen Aufstiegs.

Herausforderungen

Für eine Bildungsinstitution wie das Europa-Institut, die sich im Kern Fremdsprachen-, Export- und EU-Kompetenz im Rahmen von Berufskollegs verschrieben hat, stellen sich heute viele neue Herausforderungen. Aufgrund des in der Regel sehr erfolgreichen Berufsverbleibs verstehen sich viel Lehrende und Lernende als Teil einer kleinen „vocational school of diplomacy“ mit weltweitem Netzwerk – und einer bundesweit wohl einmaligen Auswahl aus sieben Fremdsprachenangeboten mit entsprechender, individueller Kombinationsvielfalt. Für das Bildungsmanagement erklimmt dabei längst nicht nur die Digitalisierung über die Kommunikation im Internet sowie in den Sozialen Medien neue Dimensionen. Moderne Online-Formate der Schulorganisation wie zum Beispiel über den Intranetanbieter „Bitrix“ oder die innovative Kurs- und Schulverwaltungssoftware „All- 4Schools“ gehören inzwischen regelrecht zur organisatorischen Pflichtaufgabe.

Junge Menschen legen zudem – vor allem bezüglich des angebotenen Lernumfelds und der Lernausstattung – verstärkt Wert auf ein eigenes „Design“-Erlebnis. Zum Teil kann man von einem regelrecht ästhetischen „Design-Thinking“ vieler Schüler sprechen. Seriöser Fremdsprachenunterricht an sich aber wird – gerade bei einer anspruchsvollen baden- württembergischen Berufsausbildung, die an internationalen Universitäten zu zwei Dritteln als Studienzeit angerechnet wird – vielfach schlicht „klassisches Handwerk“ bleiben, das niemals allein über „Apps“ funktionieren wird.

Unverzichtbar sind erfahrene Lehrkräfte, eine fachlich hervorragende Schulleitung wie auch Schulaufsicht und darüber hinaus vor allem Fremdsprachenunterricht durch qualifizierte Muttersprachler – und zwar ohne, dass Kurse ausfallen.

Lateinlernen fördert das Verstehen auch anderer Sprachen. Gerade im Südwesten mit vielen demokratischen Freiheitstraditionen mag auch in Bezug auf „Life-Long-Language-Learning“ das Leitmotiv Friedrichs des Großen „Suum cuique – jedem das Seine“ im positiven Sinne noch etwas gelten.

Denn für Lehrende muss immer das Individuum, mit allen seinen stärkeren und schwächeren Eigenheiten, im Mittelpunkt stehen. Und junge, energiereiche und agile Sprachtalente, die hierin erfolgreich eigene Akzente setzen und zugleich verstehen, wie Weltwirtschaft funktioniert und welche Rolle die EU als Ganzes dabei einnimmt, davon braucht man in diesem Land zweifellos noch viel mehr.

Der Autor Dr. Niels Joeres ist Geschäftsführer der seit den 1980er Jahren etablierten, privaten Sprach- und Managementschule Europa- Institut mit Hauptsitz gegenüber dem neuen „Stuttgarter Tor“, Unter den Linden, unmittelbar am Reutlinger Hauptbahnhof.

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