Sonderveröffentlichung

In der Welt der römischen Götter Antiker Tanz und Jagdhornklänge im Römischen Freilichtmuseum Stein

Einweihung: Das Römische Freilichtmuseum Stein ist um eine herrliche Attraktion reicher geworden.

Das ist das neue Schmuckstück des Römischen Freilichtmuseums Stein: der Tempelbezirk mit der Jupitergigantensäule und den Häuschen für die Gottheiten. Fotos: Diana Maute

7.09.2021

Stein. Willkommen in der Welt der Götter, heißt es an dem Ort, der den Bewohnern der römischen Villa rustica in Stein einst als Kultplatz diente. Fünf Jahre lang wurde im Römischen Freilichtmuseum unermüdlich an der Rekonstruktion des Tempelbezirks gearbeitet. Alles streng nach Maßgabe des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg und gemäß dem aktuellen Stand wissenschaftlicher Forschung. Ein einmaliges Projekt, wie es nördlich der Alpen sonst nirgends zu finden ist. Für das Freilichtmuseum Stein stellt der rekonstruierte Tempelbezirk ein Alleinstellungsmerkmal dar, dem die Aufmerksamkeit von Besuchern aus aller Welt gewiss ist.

Das gibt’s nur in Stein!

Zu sehen gibt es dort, wo die Götter zuhause sind, eine ganze Menge. Von einer mächtigen Umfassungsmauer eingesäumt, sind im „Heiligen Bezirk“ die Portikushalle, das Haus des Tempeldieners und vier Tempelhäuschen in die Höhe gewachsen. Über allem thront die Figur des Gottes Jupiter auf seiner Gigantensäule. Geweiht sind die Tempelchen, die mit viel Liebe zum Detail ganz unterschiedlich gestaltet sind, den Göttern Minerva, Diana und Mars sowie dem Dreihörnigen Stier.

Ein Blick in die Portikushalle mit Figur und Ausschnitt des Zwölf-Götter-Himmels.
Ein Blick in die Portikushalle mit Figur und Ausschnitt des Zwölf-Götter-Himmels.

Die Besucherinnen und Besucher erwartet ein wahres Feuerwerk an Farben, denn die Römer trieben es, was die Gestaltung ihrer Bauten anging, im wahrsten Sinne des Wortes bunt. Genau das ist im Tempelbezirk gut zu erkennen. Was da in leuchtendem Rot, strahlendem Gelb, sattem Blau und kräftigem Grün mit feinem Pinsel auf den Gipsgrund gezaubert wurde, vermag das Auge auf den ersten Blick zu fesseln.

Die römische Mythologie wird dabei allenthalben gewürdigt. So wird etwa die Decke der Portikushalle vom sogenannten Zwölf-Götter-Himmel geziert, an dem die Bildnisse der wichtigsten römischen Gottheiten zu sehen sind. Diese wurden, ebenso wie die nach originalen Vorbildern abgegossenen Götterfiguren, von einer Bühnenbildnerin künstlerisch gestaltet.

Förderverein spart fleißig


Für die Rekonstruktion des Tempelbezirks waren ursprünglich Kosten in Höhe von einer halben Million Euro veranschlagt. Durch die unermüdliche Arbeit der Ehrenamtlichen des Fördervereins Römisches Freilichtmuseum – allen voran des Vorsitzenden Gerd Schollian, seines Stellvertreters Bernd Brunner und Karl-Josef Gönner – ist es gelungen, das Großprojekt für erheblich weniger Geld umzusetzen. Die Finanzierung konnte der Verein mit Hilfe von Sponsoren stemmen. Unterstützer werden auch weiterhin gesucht, denn irgendwann soll möglicherweise noch ein Tempelhäuschen gebaut werden, das der Göttin Venus gewidmet wird.

Nach fast fünf Jahren, in denen keine Kosten und Mühen gescheut wurden, um den Tempelbezirk so authentisch wie möglich zu rekonstruieren, wird an diesem Sonntag, 5. September, nun die Einweihung gefeiert. Dabei erwartet die Besucher ein wahrhaft „göttliches“ Programm mit kostümierten Darstellern und Festreden.

Am Nachmittag für alle!

Die Tore der Museumsanlage öffnen sich um 10 Uhr. Für 11 Uhr ist der Einzug der Darsteller in den Tempelbezirk vorgesehen, und die Jagdhornbläser Hechingen spielen zu Ehren der Göttin Diana auf. Danach folgt die Begrüßung der Festgäste durch Museumsleiter Gerd Schollian, und es werden Grußworte gesprochen.

Der Tanz der Göttinnen leitet zum mystischen Teil der Einweihungszeremonie über, die ein römischer Augur und keltischer Druide zelebrieren. Am Nachmittag beginnt dann der offizielle Teil des Festes. Es werden Führungen durch den Tempelbezirk angeboten und die Römer, Kelten und Alamannen ziehen die Zuschauer mit ihren Vorführungen, einer Schwertprobe und kleinen Schaukämpfen, in ihren Bann.

Für die Bewirtung ist am Kiosk gesorgt, die Panoramaterrasse lädt zum Verweilen ein. Um 18 Uhr schließt das Freilichtmuseum dann seine Pforten. Am Festsonntag gelten die üblichen Eintrittspreise. Diana Maute