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Job-Börse Digital Die Welt in Karten und Zahlen

Planung: Markus Fiala absolviert das Studium Vermessung und Geoinformatik an der HFT Stuttgart. Im Landratsamt in Schwäbisch Hall lernt der 21-Jährige die Praxis kennen.

Karten lesen, erstellen und digitalisieren gehört zum Alltag von Ingenieuren für Vermessung und Geoinformatik. Fotos: Ufuk Arslan

19.05.2020

Wenn Traktoren und andere Maschinen auf Feldern oder Wäldern breitere Wege oder kürzere Strecken brauchen, werden Leute wie Markus Fiala gerufen. Seine Aufgabe ist es, die Grundstücksfläche und ihre Grenzen zu ermitteln. Diese muss er dann markieren, bevor der Bagger loslegen kann. Der 21-Jährige studiert Vermessung und Geoinformatik an der Hochschule für Technik (HFT) in Stuttgart. In der vorlesungs- und prüfungsfreien Zeit arbeitet er beim Landratsamt in Schwäbisch Hall. „Ich mache aber kein duales Studium, sondern bin sozusagen ein Werkstudent“, erklärt der junge Mann.

Im Büro des Amts für Flurneuordnung und Vermessung pflegt er die ermittelten Zahlen in Datenbanken ein und erstellt beziehungsweise aktualisiert Karten. Der Begriff „Flurneuordnung“ bezeichnet quasi die Neuaufteilung des Bodens. Die ist vor allem für eine effizientere Land- und Forstwirtschaft notwendig, dient aber auch dem Natur- und Hochwasserschutz: Zum Beispiel, wenn es sinnvoll ist, wichtige Lebensräume zu Biotopen zu vereinen oder Flussläufe zu optimieren. Sie nutzt ebenso den Menschen, wenn neue Sport-, Grill- und Spielplätze geschaffen werden. „Unser Tätigkeitsbereich ist sehr vielfältig. Ich mag besonders den Wechsel zwischen Außen- und Innendienst“, sagt Markus.

Arbeit mit Hightech-Geräten

Seit Beginn des Studiums ist er beim Haller Landratsamt beschäftigt. „Dort habe ich schon während meiner Schulzeit zwei einwöchige Praktika gemacht. Es hat mir so gut gefallen, dass ich mich nach dem Fachabi für das Bachelor-Studium beworben habe“, erläutert er. Um die Praxis zu vertiefen, schloss Markus einen Bildungsvertrag mit der Behörde. Diese Vereinbarungen können schließlich sowohl Studenten der HFT als auch der Hochschule Karlsruhe und der Fachhochschule Würzburg- Schweinfurt eingehen. „Für mich hat sich das natürlich einfach angeboten“, sagt Markus lachend.


"Ich mag besonders den Wechsel zwischen Außen- und Innendienst."


Markus durfte von Anfang an viel Verantwortung übernehmen. Recht schnell zog er mit einem Messgehilfen los, um Landschaftsabschnitte zu vermessen. Dafür hat er verschiedene Hightech-Instrumente im Gepäck: Ein Nivelliergerät beispielsweise, mit dem etwa Höhenunterschiede festgestellt werden, oder ein Tachymeter für die Ermittlung von Horizontal- und Vertikalrichtungen, sowie Schrägstrecken. „Wir nutzen Tachymeter, wenn wir keinen Empfang für das GPS oder wegen Bäumen oder Gebäuden keine klare Sicht zu den Satelliten haben“, erläutert Markus. „Egal was man gerade macht, man muss immer ganz exakt und ordentlich arbeiten. Das gefällt mir“, hebt der Student hervor. Bei Fragen dürfe er natürlich jederzeit einen Experten vom Vermessungsamt anrufen.

Gleis-Kontrolle in den Niederlanden

Viel Arbeit im Freien: Der Student Markus Fiala arbeitet etwa mit einem Nivelliergerät, um die Höhenunterschiede einer Fläche festzustellen.
Viel Arbeit im Freien: Der Student Markus Fiala arbeitet etwa mit einem Nivelliergerät, um die Höhenunterschiede einer Fläche festzustellen.

Die Angestellten sind im Übrigen auch gefragt, wenn neue Straßen, Brücken, Tunnel, Häuser oder gar Gewerbe- und Wohngebiete für Städte und Dörfer geplant werden. Doch auch private Unternehmen könnten für angehende Fachkräfte wie Markus ein zukünftiger Arbeitgeber sein. So war er während seines Praxissemesters für ein Stuttgarter Ingenieurbüro tätig. „Das war sehr spannend, ein absolutes Highlight“, erzählt er. Dabei durfte er auf einer Baustelle für einen zukünftigen Bürogebäudekomplex die Punkte für den Bereich abstecken, den es zu betonieren galt. „Da muss man absolut konzentriert sein, es kommt auf jeden Millimeter an“, sagt er. Zudem half er, bei einer Schnellzug-Strecke in den Niederlanden, die Maße der Gleise zu kontrollieren. „Die können sich mit der Zeit verschieben. Dadurch fühlt es sich an, als würde man über ein Schlagloch fahren“, erklärt er. Bei der Firma habe er zwar viel gelernt, doch er sei ebenso sehr gefordert worden.

Die Vermesstechniken lernt Markus durch viele Übungen auch in der Hochschule kennen. Auf dem Studienplan stehen neben Web-Technologien und der Erstellung von 3D-Modellen und Grafiken auch die Programmierung von Geoinformationssystemen (GIS) wie Navis. Derzeit finden die Vorlesungen und Kurse online statt. „Am Anfang war das etwas holprig, weil die Technik nicht so funktioniert hat. Jetzt geht es“, sagt Markus. Sein Studium nähert sich dem Ende, er befindet sich gerade im sechsten von sieben Semestern. Ob er danach als Ingenieur für Vermessung und Geoinformatik für eine Firma arbeiten oder beim Landratsamt bleiben möchte – dann würde er als Beamter in den „gehobenen vermessungstechnischen Verwaltungsdienst“ eintreten – weiß er noch nicht. Für ihn ist der Beruf jedoch genau das Richtige. „Er ist sehr vielfältig, macht Spaß und hat vor allem Zukunft“, betont Markus. Von Hannah Pompalla
     

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