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Internationaler Tag der Pflege Ein Lob auf die Hilfe

Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, einmal pflegebedürftig zu werden. Den Fachkräften gilt der Ehrentag am Sonntag. Er soll daran erinnern, was sie täglich leisten. Fotos: Archiv

Für den diesjährigen Internationalen Tag der Pflegenden am Sonntag hat der International Council of Nurses (ICN) das Thema „Gesundheit für alle“ bestimmt.


Der morgige Sonntag ist von gleich doppelter gesellschaftlicher Bedeutung, denn in diesem Jahr fallen der deutsche Muttertag und der internationale Tag der Pflege zusammen. Vermeiden ließ sich das nicht, da der Ehrentag für die Mamis der Nation immer am zweiten Sonntag im Mai stattfindet und sich der Pflegegedenktag auf den Geburtstag der britischen Krankenpflegerin Florence Nightingale stützt. Sie gilt als die Begründerin der modernen westlichen Krankenpflege.


Pflegekräfte in Krankenhäusern, Altenpflegeheimen und Sozialstationen kümmern sich täglich um akut Kranke und Menschen, die auch dauerhaft auf Pflege angewiesen sind.
Pflegekräfte in Krankenhäusern, Altenpflegeheimen und Sozialstationen kümmern sich täglich um akut Kranke und Menschen, die auch dauerhaft auf Pflege angewiesen sind.

Hygienisch und steril

Nightingale wurde am 12. Mai 1820 als Tochter einer wohlhabenden britischen Familie geboren. Benannt wurde sie nach ihrem Geburtsort im italienischen Florenz. Schon früh entschied sich Nightingale für den Beruf der Krankenschwester, womit sie den Missmut der Eltern auf sich zog. Denn zum damaligen Zeitpunkt waren Krankenhäuser schmutzig und gefährlich. Doch die junge Frau setzte sich durch, lernte Medikamentenkunde und Wundpflege, sah Amputationen zu und kümmerte sich um Sterbende. Zu Ruhm und Anerkennung gelangte die Krankenschwester schließlich durch ihren Pflege-Einsatz in britischen Lazaretten während des Krimkriegs. In die Folklore ihres Heimatlandes ging Nightingale als „die Lady mit der Lampe“ ein, weil sie nachts immer mit einer Lampe durchs Krankenlager wanderte, um nach den Soldaten zu sehen. Bald nutzte Nightingale ihre Berühmtheit, um Lobbyarbeit für Gesundheitsreformen zu betreiben und legte damit den Grundstein einer professionellen Krankenpflege in Theorie und Praxis: Mit Spendengeldern eröffnete sie 1860 die erste Schwesternschule Englands, an der eine professionelle Ausbildung von Pflegekräften möglich war. Zudem gewann der Beruf der Krankenpfleger dank ihr an Ansehen.

Immer mehr brauchen Pflege

Stetig sind mehr Menschen in Deutschland pflegebedürftig – aktuell sind es 3,4 Millionen. Etwa 81 Prozent davon sind 65 Jahre und älter, mehr als ein Drittel ist mindestens 85 Jahre alt. Die Wertschätzung und Anerkennung der Pflegekräfte in Deutschland könnte höher sein. Darauf weisen Experten immer wieder hin. Schließlich seien Pfleger eine tragende Säule in der Gesundheitsversorgung. „Die Pflege ist ein anspruchsvoller und komplexer Beruf zu dem hohe Kompetenz und Fachwissen gehören. Gleichzeitig braucht es viel Empathie, um Patienten und Pflegebedürftige ihren Bedürfnissen entsprechend zu versorgen“, erklärt das Bundesministerium für Gesundheit zum „Tag der Pflege“ auf seiner Internetseite.
   

Die englische Krankenschwester Florence Nightingale gilt als Pionierin der heutigen Pflege.
Die englische Krankenschwester Florence Nightingale gilt als Pionierin der heutigen Pflege.

Berufszweig mit Zukunft

In den nächsten Jahren werden immer mehr Arbeitskräfte im Pflegesektor gebraucht. Derzeit sind mehr als eine Million Menschen allein in der Altenpflege tätig – und schon jetzt müssten es eigentlich viel mehr sein. Denn einerseits arbeiten drei Viertel aller Beschäftigten in der Altenpflege in Teilzeit, andererseits gibt es immer weniger Angehörige, die die Pflege ihrer Verwandten übernehmen können.

„Gerade der Tag der Pflege sollte daher ein Tag des ganz besonderen Dankes für dieses Engagement sein“, meint Annette Kennedy, Präsidentin des International Council of Nurses (ICN). Kennedy betont, dass es außerdem Pflegefachpersonen seien, die mithelfen, die Anliegen der Patienten auf den Tisch der Politik zu bringen. So findet in diesem Jahr erstmals das UN High-Level Meeting (HLM) zur ganzheitlichen Gesundheitsversorgung im Rahmen der United Nations General Assembly 2019 statt. ela/pm


Solidarische Finanzierung der Pflege

Diakonie Württemberg stellt klare Forderungen an die Politik.

Die Pflegeversicherung sollte neu justiert werden. Foto:Archiv
Die Pflegeversicherung sollte neu justiert werden. Foto:Archiv

In einer Pressemitteilung zum „Tag der Pflege“ macht die Diakonie Württemberg darauf aufmerksam, dass die finanziellen Belastungen für mehr Personal und bessere Arbeitsbedingungen in der Kranken- und Altenpflege zu Lasten der Pflegebedürftigen gehen. Die Diakonie fordert daher von der Bundesregierung grundlegende Verbesserungen.

„Bisher haben wir das System einer zusätzlichen Versicherung mit einer großen Eigenbeteiligung der Betroffenen. Dies führt bei allen Menschen mit hohem Versorgungsbedarf zu einer überproportionalen Belastung. Die Angst, im hohen Alter von der Sozialhilfe abhängig zu werden, wächst. Dieses Problem lösen wir politisch nur durch eine völlige Neugestaltung der Pflegeversicherung“, ist Eva-Maria Armbruster, Vorstand Sozialpolitik im Diakonischen Werk Württemberg, überzeugt. Über die Qualität der Versorgung dürfe nicht der Geldbeutel entscheiden.

Auch im Bereich der Ausbildung übt die Diakonie Kritik: „Die Berufereform verlangt sowohl den Schulen als auch den Ausbildungsbetrieben viel ab, zumal die gesetzlichen Anforderungen an die theoretische und praktische Ausbildung steigen. Das ist gut so, aber auch in der Ausbildung ist eine bessere Qualität nur mit dem Einsatz einer besseren Finanzierung zu erreichen“, sagt Armbruster. Die Diakonie fordert deshalb von der Bundesregierung, der Landesregierung und den Pflegekassen, die Einführung der Ausbildung mit ausreichenden Zuschüssen auszustatten. „Besonders in den ersten fünf Jahren der Reform werden wir viel Geld in die Hand nehmen müssen, um gut ausgebildete und gut motivierte neue Mitarbeiter in den Pflegeeinrichtungen beschäftigen zu können.“ pm

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