Sonderveröffentlichung

Click & Collect Angebote Gaildorfer Händler gehen neue Wege

Der Einzelhandel vor Ort kämpft schon lange gegen die großen Marktplätze im Netz. Durch Corona wird der Wettbewerb noch verschärft. Doch viele nutzen aktiv alle sich bietenden Chancen.

Wenn die Kunden nicht ins „Petite Woman“ gehen kann, dann muss das Angebot zum Kunden kommen: Beispielsweise über Präsentationen in den sozialen Netzwerken. Foto: privat

29.01.2021

Es ist ein kleiner Sieg, den die Einzelhändler in der ganzen Corona- Tristesse erringen konnten: Seit Montag, 11. Januar, ist „Click & collect“ in Baden-Württemberg wieder erlaubt.

Das wird auch intensiv genutzt, auch wenn die dadurch generierten Umsätze – wie die meisten Händler beteuern – nur ein Tropfen auf den heißen Stein sind und an normale Umsätze aus Vergleichsmonaten bei weitem nicht heranreichen.

„Click & collect“ klingt trendiger als „Bestellen und Abholen“, „Selbstabholung“, „Abholbestellung“ oder „Online-Abholbestellung“ – aber es hat genau das zum Inhalt. Meist funktioniert es so: Der Kunde informiert sich auf der Homepage des Händlers oder auf seinen Social-Media-Kanälen wie Instagram, Facebook oder Whatsapp über die Angebote. Er wählt aus und bestellt entweder online oder telefonisch. Der Händler stellt das Gewünschte zusammen und vereinbart mit dem Kunden einen festen Abholtermin. Damit soll vermieden werden, dass sich Kunden begegnen und sich möglicherweise infizieren.

Kontakt über Social Media

Das hat zur Folge, dass viele Händler jetzt auf ganz neuen Vertriebskanälen aktiv werden. So wie Silke Reuschl, Inhaberin von „Petite Woman“ in Gaildorf, die hauptsächlich Instagram und die Status-Funktion von Whatsapp nutzt, um ihre Kunden über ihre Angebote zu informieren.

Eigentlich hatte sie sich den Start in das Jahr 2021 anders vorgestellt: Ein großes Fest wollte sie veranstalten. Schließlich kann sie mit ihrem Mode-Fachgeschäft „Petite Woman“ in Gaildorf das 25-jährige Bestehen feiern. Zum Gaildorfer Pferdemarkt sollte es stattfinden. Aber da haben ihr die Corona-Beschränkungen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Doch Silke Reuschl lässt den Kopf nicht hängen. „Diese Feier holen wir nach!“, verspricht sie all ihren Stammkunden und vielleicht auch ein wenig sich selbst. Denn die Hoffnung auf ein normales Geschäftsleben lässt sie weiter durchhalten. Diese Hoffnung wird auch genährt durch ihre Stammkunden, die ihr die Treue halten, die auf ihr Gespür für Stil und Mode vertrauen. „Das ist ein ganz tolles Gefühl und es macht mich auch ein bisschen stolz“, sagt sie dankbar, ganz besonders vor dem Hintergrund, dass versprochene Hilfszahlungen immer noch auf sich warten lassen und viele Fixkosten wie Pachten einfach weiter bedient werden müssen.

Wenig Retouren

Gut angenommen werde „Click & collect“ auch von den Kunden des Fachgeschäftes für Unterhaltungs- und Haushaltselektronik sowie Telekommunikation und Multimedia „EP:Brodhag“, wie Fachberater Dimitri Kärcher, sagt. Die meisten Bestellungen kämen über die Homepage und telefonisch rein. Er hat die Erfahrung gemacht, das die Leute dankbar sind, dass es die Möglichkeit des Abholens gibt. Es gäbe auch wenig Reklamationen oder Umtauschwünsche. „Die Leute bestellen wirklich ganz gezielt“, freut er sich.

Beratung ist wichtig

Eigentlich begännen jetzt die Schulranzenpartys bei Wahl-Raumausstattung in Gaildorf. Eine ganz wichtige Zeit, wie Inhaberin Regine Wahl weiß: „Ein Schulranzen muss auf das Kind abgestimmt sein und sehr gut passen, genauso gut wie ein Kinderschuh.“ Deshalb notiert sie jetzt telefonisch Beratungstermine, die, sobald die Landesregierung wieder grünes Licht gibt und sie öffnen darf, in bewährter Form stattfinden sollen.

Diese drei Bespiele stehen stellvertretend für die große Kreativität und Kompromissbereitschaft der meisten lokalen Händler. do