Sonderveröffentlichung

Weihnachts- und Neujahrsglückwünsche Eine Bewährungsprobe für das Miteinander

Roland Miola, Bürgermeister der Gemeinde Fichtenberg, blickt auf ein ereignisreiches Jahr mit wegweisenden Entscheidungen und intensiven Diskussionen zurück – von denen sich manche im neuen Jahr fortsetzen werden.

Die Auchthalde östlich des Fichtenberger Friedhofs. Foto: Archiv/rif  

29.12.2020

Liebe Leserinnen und Leser, das Jahr 2020 neigt sich dem Ende zu. Kommunalpolitisch war es ein höchst anstrengendes, spannendes und grundlegendes Jahr, bedingt durch die Coronavirus-Pandemie, die Weichenstellung durch den Bürgerentscheid vom 26. Januar und die Weiterentwicklung und Verbesserung der Infrastruktur in unserer Gemeinde.

Mit der Informationsveranstaltung im Januar 2020 wurde die Bürgerschaft auf den Bürgerentscheid vom 26. Januar vorbereitet. Von den 2435 Wahlberechtigten gingen 1348 Bürger (Wahlbeteiligung: 55,35 %) zur Abstimmung bei 1345 gültigen Stimmen. Mit Ja, somit für die Einleitung des Verfahrens, stimmten 743 Bürger (55,24 %) und mit Nein stimmten 602 Bürger (44,76 %). Somit ist ein bindender Bürgerentscheid zustande gekommen. Das Thema beschäftigte den Gemeinderat und die Bürgerschaft noch das ganze Jahr, sei es in Einwohnerfragestunden, in Tagesordnungspunkten der Gemeinderatssitzungen, durch einen Bürgerantrag nach § 20a Gemeindeordnung oder durch die frühzeitige Beteiligung der Träger öffentlicher Belange und der Bürgerschaft im November diesen Jahres. Die Entscheidung wird letztendlich beim Gemeinderat liegen. Darauf war auch schon bei den Informationsveranstaltungen und in der Informationsbroschüre hingewiesen worden, da der Bürgerentscheid nur den Aufstellungsbeschluss ersetzte. Für den Wähler wäre es verständlich gewesen, wenn gleichzeitig mit dem Ergebnis des Bürgerentscheids der Bebauungsplan aufgehoben worden wäre. Das weitere Verfahren ergibt sich aus den gesetzlichen Vorgaben. Dies war nicht immer einfach zu vermitteln und hat dadurch auch zu einigen kontroversen Diskussionen und Kommentaren geführt. Nun steht die Auswertung der eingegangenen Stellungnahmen an. Sie sollen dann Anfang des nächsten Jahres im Gemeinderat behandelt und beschlossen werden. Daraus ergibt sich auch der Fortgang des weiteren Verfahrens. Wichtig war, dass viele Stellungnahmen eingingen, damit ein entsprechender Argumentationsaustausch stattfindet, und hierdurch eine gute Basis für weitere Entscheidungen zu haben. Dies ist gelungen. Für das Miteinander und für die Gemeinde ist dieses Verfahren eine Bewährungsprobe, den Ausgang werden wir im nächsten Jahr sehen.

Roland Miola, Bürgermeister der Gemeinde Fichtenberg.  
Roland Miola, Bürgermeister der Gemeinde Fichtenberg.  

Aus dieser Diskussion heraus wurden auch erstmals Kriterien für den Bauplatzverkauf festgelegt. Es standen vier Bauplätze zur Auswahl. Bei 17 Bewerbern wurde die Vergabe nach einem Punktesystem vorgenommen. Im Bereich der Bahnhofstraße/Tannenweg wurden die freien Bauflächen von einem Investor gekauft. Die dort bestehenden Bebauungspläne wurden nach Vorlage eines Modells, nach der Diskussion im Gemeinderat und in der Einwohnerversammlung zum Jahresende hin geändert. Der Umsetzung dieser Planung steht jetzt nichts mehr im Wege.

Erschließung abgeschlossen

Weitere Bebauungsplanverfahren waren der Bebauungsplan „Schelmenäcker, Abrundung“, „Entwicklungs- und Ergänzungssatzung Plapphof“, der Bebauungsplan „Mühläcker, Abrundung“ und der Bebauungsplan „Gewerbegebiet Hirschäcker, 2. Erweiterung“. Auf Wunsch und auf Kosten der privaten Antragsteller werden diese Verfahren durchgeführt und im Laufe des nächsten Jahres fortgeführt.

Die Erschließung des Gewerbegebiets „Hirschäcker, 1. Erweiterung“ kam dieses Jahr zum Abschluss. Die Maßnahme erfolgte über einen Sanierungsvertrag mit der Firma KW automotive GmbH. Dies war die richtige Entscheidung, da eine Koordination der Baumaßnahme der Firma mit unserer Straße dadurch möglich war und für beide Seiten Synergieeffekte entstanden beziehungsweise Behinderungen vermieden wurden.

Wer hätte zu Beginn des Jahres gedacht, dass es eine Corona-Pandemie geben wird, die unser Leben enorm verändert? Abstandhalten, Hygieneregeln, Maskenpflicht. Unser Alltag wird geprägt von vielen, oft nicht verständlichen Verordnungen. Vereinsfeste und Veranstaltungen fanden nicht statt und unsere Unternehmer und Gewerbetreibende kämpfen um ihre Existenz. Eine sehr schwierige Zeit und ein Ende der Pandemie ist noch nicht in Sicht. Hilfreich wäre ein wirksamer Impfstoff, der uns hilft, wieder in ein normales Leben zurückzukehren, der Ende des Jahres in Aussicht ist und Hoffnung macht. Wir Menschen leben von unseren sozialen Kontakten. Dabei hat sich aber auch gezeigt, dass wir uns im Ernstfall aufeinander verlassen können und uns gegenseitig helfen. Nichtsdestotrotz mussten wir erfahren, dass uns dabei auch der Tod nahe war und auch viele Menschen in unserem Umfeld erkrankten, aber viele erfreulicherweise auch wieder gesund wurden. Dank an alle, die sich an die Regeln hielten und durch den verlässlichen Umgang miteinander einen Beitrag in dieser schwierigen Zeit leisteten. Ein großer Dank gilt den Lehrerkollegen und allen Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung, allen voran den Erzieherinnen und Erziehern, dem Bauhof und dem Gemeinderat für das Mittragen von vielen Entscheidungen, die für die Umsetzung notwendig waren. Für das kommende Jahr wünsche ich uns wieder in den gewohnten Alltag zurück zu kommen, Feste zu feiern, Kontakte zu pflegen und einfach unbeschwert in Urlaub gehen zu können – dass unser Leben wieder nach unseren Wünschen planbar ist.

In Fichtenberg hagelte es im August heftig. Foto: Archiv
In Fichtenberg hagelte es im August heftig. Foto: Archiv

Für die anstehenden Feiertage bedarf es notwendiger Rücksichtnahmen, um gesund die etwas andere Weihnachtszeit zu erleben und Besinnung zu finden. Bitte halten Sie sich daran.

Neben diesen zwei Hauptthemen war uns dennoch die Weiterentwicklung der Infrastruktur in unserer Gemeinde ein großes Anliegen. So wurde mit der Schulsanierung und Ausstattung der Schule mit den neuen Medien gleich zu Beginn des Jahres eine große Baustelle eröffnet. Hierbei nutzten wir die Schließung der Einrichtung durch die Corona-Pandemie, um die Arbeiten vorzuziehen und wenigstens hier einen gewissen Vorteil zu nutzen. Dies gilt auch für die Sanierung des Kindergartens, die in Teilbereichen auch vorgezogen worden ist.

Eine weitere Sanierung des Kindergartens wird noch im nächsten Jahr stattfinden. Hierbei sind uns die zugesagten Landeszuschüsse aus dem Sanierungsprogramm und Medienentwicklung von großem Vorteil. Gerade dieser Teil der Bildung ist in der heutigen Zeit nicht zu unterschätzen und ist entscheidend für den Lebensweg unserer Kinder und deren Zukunft.

Ende des Jahres waren dann die Arbeiten für die Sanierung der Gemeindehalle ausgeschrieben. Nach über 20 Jahren werden Räumlichkeiten der Gemeindehalle gestrichen, saniert und Einbauten ersetzt. Die Sanierung findet im „Tagesbetrieb“ statt, sodass die Gemeindehalle für den Schul-, Kindergarten- und Vereinssport weiterhin zur Verfügung steht sowie auch unabdingbar für Gemeinderatssitzungen und Einwohner- und Teilortsversammlungen.

Unsere Einrichtungen wie die Freizeiteinrichtung Stausee Diebach, die Spiel- und Sportplätze waren soweit als möglich in der Pandemie-Zeit geöffnet. Gerade in dieser Zeit ist es wichtig, Angebote zu erhalten. Daher haben wir auch Ende Oktober den kulturhistorischen Erlebnispfad übergeben, der Familien und Naturliebenden eine Gelegenheit bietet, sich in der Natur und mit interessanten Angeboten abzulenken. Die Initiative von Birgit Bayer wurde von vielen Vereinen und Privatpersonen unterhaltsam und gestalterisch hervorragend umgesetzt. Dank allen Beteiligten, den Waldbesitzern für die Grundstücksbenutzung und Hardy Wieland, der die Tafeln gestaltet und die Texte erstellt hat sowie besonders Birgit Bayer für die Ideen und ihre Mitarbeit.

Hagelschauer sorgt für Schäden

Ein weiteres neues Angebot ist auch die Wellenliege im Bereich des Viechbergs, die auf Initiative und mit Unterstützung von Jürgen Bayer auf dem Grundstück der Familie Walter Munz erstellt wurde. Dankeschön.

Dies sind zwei Beispiele, die unsere Gemeinde auszeichnen und uns immer wieder miteinander verbinden. Herzlichen Dank an alle, die sich mit solchen Gedanken und Ideen einbringen und denjenigen, die sie dann umsetzen.

Am 12. August ging ein Hagelgewitter über Fichtenberg hinweg. Viele Gebäude und Autos nahmen Schaden. Die Besitzer waren größtenteils versichert, sodass auch der Schaden beglichen wurde. Das Unwetter ereignete sich um Mitternacht, sodass auch kein Hagelflieger helfen würde, da dieser nachts nicht fliegen kann. Hoffentlich bleiben wir von solchen Ereignissen die nächsten Jahre verschont.

Im Laufe des Jahres hat die Gemeinde die Planungen für die Umbaumaßnahmen zur Verbesserung der Begehbarkeit und Umgestaltung der Parkplätze sowie Neuanlage einer Bushaltestelle für den Bereich der Park&Ride-Anlage und des Bahnhofsplatzes abgeschlossen. Nachdem aus rechtlichen Gründen die Barrierefreiheit herzustellen und auch das Einsteigen in öffentliche Verkehrsmittel mit entsprechenden Bordsteigen notwendig ist, wurden alle nicht umgebauten Bushaltestellen in der Gemeinde Fichtenberg mitüberplant und die Gemeindeverwaltung beauttragt, einen Zuschussantrag beim Regierungspräsidium für das Gesamtpaket Bahnhofvorplatz und Bushaltestellen einzureichen.

Das 50-jährige Eingemeindungsfest der Teilorte Erlenhof / Gehrhof fiel der Corona-Pandemie zum Opfer und soll im nächsten Jahr nachgeholt werden. Im Bereich Erlenhof wurde der sogenannte „Weiße Sumpf Weg“ von Seiten der Stadt Gaildorf mit Schranken versehen und es sah aus, dass wir keine Durchfahrt mehr erhalten. Dankenswerterweise konnte nach einer Unterschriftenaktion der Dorfgemeinschaft Erlenhof und einem Termin bei Bürgermeister Frank Zimmermann eine Übereinkunft für die Durchfahrt getroffen werden.

Grundlage für die Dimensionierung des Kanalnetzes ist der Generalentwässerungsplan, der in diesem Jahr wieder zur Diskussion stand und verabschiedet werden konnte. Das Kanalnetz ist von der Dimensionierung her in Ordnung. Im Rahmen von kommunalen Bauarbeiten an Kanälen werden diese Fragen dennoch nochmals intensiv betrachtet. In den nächsten Jahren steht die Sanierung der Kanäle im Bereich des Tannenwegs und der Gehrendshalde und der Wasserleitungen an. Zuvor wird im Bereich des Altbaugebiets „Brückäcker“ mit ELR-Mittel die Straßensanierung und Gestaltung erfolgen und die Wasser- und Abwasserleitungen gleichzeitig erneuert werden, soweit die Zuschüsse gewährt werden. Baumaßnahmen stehen auch im Bereich von Mittelrot und Michelbächle an. Dort soll die Zulaufleitung zum Hochbehälter Staufenberg aus den 30er-Jahren erneuert werden und eine Ringleitung soll die Versorgungssicherheit für Mittelrot und Michelbächle erhöhen. Dabei wurden bei der Maßnahme auch die Wasserleitung, Kanäle und die Straßen saniert. Ohne Zuschüsse werden die Maßnahmen nicht möglich sein.

Im Bereich der Straßeninstandhaltung wurden in der Dappachstraße und der Straße von Michelbächle Richtung Kleehaus Asphaltarbeiten durchgeführt.

Zum Jahresende hin hat die Wegsanierung im alten Friedhofsteil stattgefunden und es wurden neue Felder für Urnenbaumgräber ausgewiesen und Bäume gepflanzt.

Arbeiten vergeben

Aufgrund rechtlicher Rahmenbedingungen ist es notwendig, dass die Regenüberlaufbecken mit Messeinrichtungen versehen werden. Die Gemeinde hatte hierzu einen Zuschussantrag gestellt, der auch bewilligt wurde. In der letzten Sitzung des Gemeinderats wurden die Arbeiten vergeben. Die Gräflich Ortenburg’sche Forstverwaltung würde gerne zwei bis drei Windkraftanlagen im Bereich Stockreute auf dem Staufenberg errichten. Hierzu wurde in Einwohner- und Teilortsversammlungen und Gemeinderatssitzungen informiert. Nach Einwendungen aus den Teilorten wurde dem Wunsch vom Gemeinderat in der abschließenden Gemeinderatssitzung nicht entsprochen.

In der Kronmühle wird das Stauwehr der ehemaligen Mühle einen Fischaufstieg erhalten. Die EnBW wird diese Maßnahmen als Ausgleichsmaßnahme unentgeltlich herstellen. Die Unterhaltung liegt dann beim Eigentümer der Mühle und die Gemeinde stellt die Flächen für die Baumaßnahme zur Verfügung.

Wie auch bei privaten Unternehmern ist es der Gemeindeverwaltung wichtig, die einzelnen Arbeitsbereiche in der Corona- Pandemie-Zeit aufrechtzuerhalten, so zum Beispiel speziell für den Bereich des Kindergartens, bei dem die Funktionsräume wieder zu Gruppenräumen umfunktioniert worden sind. Hier gehört sehr viel Verständnis bei allen Beteiligten (Kinder, Familien, Erzieherinnen und Erzieher) dazu. Dasselbe gilt für die Freiwillige Feuerwehr Fichtenberg und das Bauhofpersonal, damit sie einsatzbereit bleiben. Nicht zu vergessen die Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung, Hausmeister und Schulsekretärin sowie unser Reinigungspersonal. Allen genannten Mitarbeitern in der Gemeinde und dem Gemeinderat gilt besonders Dank zu sagen für ihre Mitarbeit bei immer wieder kurzfristigen, notwendigen Entscheidungen/Änderungen ihrer Aufgaben über das Jahr und vor allen Dingen, dass sie die Gemeinde „am Laufen gehalten haben“. Ebenso den Mitarbeitern des Verbandsbauamts in Gaildorf, der Polizei und unseren Ingenieurbüros und Fachleuten für die sehr gute Zusammenarbeit in dieser schwierigen Zeit. Dankeschön.

Irgendwie kamen die örtlichen Vereine, Institutionen wegen der Corona-Pandemie-Vorgaben in diesem Jahr zu kurz: Kaum Veranstaltungen, beinahe trostlos anzuschauen. Schön wäre es nach diesem Jahr, wenn das kulturelle Leben wieder stattfinden könnte und die gewohnte Vielzahl der Angebote möglich wäre. Dank allen, die Verantwortung für den Fortbestand übernehmen.

Im nächsten Jahr steht die Landtags- und Bundestagswahl an. Schon heute möchte ich darum werben, an den Wahlen teilzunehmen, da sie richtungsweisend sein dürften, wie das Land oder der Bund zukünftig seine Politik ausrichtet.

Nur aufgeschoben

Anzusprechen ist auch die Zusammenarbeit der Gemeinden des Limpurger Landes mit der Vertretung der Standesämter untereinander und mit den Kommunen des südlichen Landkreises mit der Zusammenlegung der Gutachterausschusse in der Stadt Gaildorf. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. So wird unser gemeinsames Projekt „Digitalisierung und Heimat“ im neuen Jahr in Angriff genommen. Hierbei geht es darum, Gemeinsamkeiten zu untersuchen und herauszuarbeiten. Herzlichen Dank für die erfreuliche Zusammenarbeit.

Mein Resümee lautet: Alles in allem haben wir in diesem Jahr bei allen Widrigkeiten noch Vieles erreicht und in Angriff genommen. Wie in der Vergangenheit möchte ich mit einem Zitat enden: „Wir müssen immer wieder über den Nullpunkt hinaus. Und was ist Neujahr denn anders als immer wieder eine Einladung zu einem neuen Anfang?“ (Peter Baeke, Journalist)

Ihnen und Ihrer Familie wünsche ich Ihnen bei allen Einschränkungen dennoch ein frohes, besinnliches Weihnachtsfest und ein gutes neues Jahr 2021, dass wir im nächsten Jahr wieder frei über unser Leben außerhalb der Pandemie entscheiden können. Bleiben Sie gesund. Ihr Roland Miola Bürgermeister