Sonderveröffentlichung

Weihnachts- und Neujahrsglückwünsche Finanziell handlungsfähig bleiben

Christoph Hald, Bürgermeister der Gemeinde Gschwend, richtet den Fokus auf den Breitbandausbau. Durch ihn wird die Pro-Kopf-Verschuldung vorübergehend stark steigen, doch ist es eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte der vergangenen Jahre.

Der 2. Bauabschnitt des Gschwender Baugebiets „Badsee“ wird erschlossen. Foto: Archiv/kr 

29.12.2020

Liebe Leserinnen und Leser, vielfältig … abwechslungsreich … lebenswert … attraktiv … Gschwend! Nur wenige Gemeinden in Baden Württemberg in der Größe von 5000 Einwohnern können wirklich das alles auf einmal bieten, was Gschwend schon lange hat: Attraktive Bauplätze, Badsee, Hallenbad, Sauna, Skilift, Loipen, ausgeprägte Wander- und Radwege, Museum, Kultureinrichtung „bilderhaus“, Vereine in dieser Vielfalt, aktive Dorfgemeinschaften, aktive Kirchengemeinden, zwei Grundschulen, davon eine mit Montessori-Pädagogik, eine staatlich anerkannten Zirkusartisten-Schule, umfassende zeitliche Kinderbetreuung mit Kinderkrippe und drei Kindergärten, Seniorenwohnheim, drei Lebensmittelnahversorger, Zahnärzte und Ärzte, das Notfallteam, Bürgerverein DRK-Initiative „Bürger für Bürger“, Einzelhandel, Gewerbe, vielfältige Gastronomie und vieles mehr – und alles zentral gelegen und fußläufig erreichbar. Die Gemeinde Gschwend und ihre Bürger sind vielfältig und aktiv. Gemeinsam war im ablaufenden Jahr viel mehr geplant und hätte erreicht und bewegt werden wollen und können, wenn nicht die Corona-Pandemie und die Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Virus uns zum „Herunterfahren“ gezwungen hätten. Nach einer ersten Sortierungsphase und dadurch bedingten Zwangspause nach dem Lockdown im Frühjahr wurden von vielen Akteuren unter den geänderten Rahmenbedingungen die Aktivitäten wieder aufgenommen.

Christoph Hald, Bürgermeister der Gemeinde Gschwend.  
Christoph Hald, Bürgermeister der Gemeinde Gschwend.  

So auch in der Gemeindeverwaltung. Zum Thema Haushaltsplan und Breitbandausbau: Die Verabschiedung des Gemeinde-Haushaltsplans verschob sich auf Juni 2020. Dieser erforderte – auch ohne coronabedingte Veränderungen – die Abstimmung mit der Kommunalaufsicht des Ostalbkreises. Durch den geplanten FTTB-Breitbandausbau im Gemeindegebiet, der durch den Bund mit 50% und durch das Land mit weiteren 40% bezuschusst wird, wird die Gemeinde den Ausbau in Eigenregie beginnen können. Dies ist nötig, da kein privater Anbieter vorhanden ist, der dies vor Ort tun würde. Somit können die sogenannten „weißen Flecken“, was in Gschwend immerhin 74 Teilorte der 84 Wohnplätze sind, mit Glasfaser bis ins Haus erschlossen werden. Der Kostenrahmen beträgt aktuell 16 000 000 Euro. Die Planungen sind in vollem Gange. Im August erhielten wir den positiven Förderbescheid des Bundes, wodurch die Landesförderung beantragt werden konnte. Der Baubeginn wird 2021 erfolgen. Die Fertigstellung ist bis Ende 2023 geplant. Dieser Zeithorizont für rund 80 Kilometer Leitungsbau und den Anschluss von etwa 850 Privatgrundstücken ist sehr ambitioniert. Die angedachte Informationsveranstaltung für alle Bürger konnte coronabedingt nicht durchgeführt werden und ist jetzt für Frühjahr 2021 vorgesehen. Durch die Vorfinanzierung der Maßnahme wird die Pro-Kopf-Verschuldung der Gemeinde von aktuell rund 150 Euro temporär auf etwa 2500 Euro ansteigen, wodurch die Abstimmung mit der Kommunalaufsicht erfolgte.

Baugebiet Badsee und Verbrauchermarkt: Trotz dieser großen Investition muss es möglich sein, finanziell handlungsfähig zu bleiben und laufende Projekte weiter voranzutreiben. Dies ist auch geschehen. Der Gemeinderat hat im Herbst beschlossen, den 2. Bauabschnitt im „Baugebiet Badsee“ zu erschließen. Die Ausschreibung ist erfolgt. Baubeginn ist im Frühjahr 2021. Mit diesem weiteren Bauabschnitt wird auch der Lückenschluss zum bestehenden Kreisel bei den Verbrauchermärkten als eine Gesamtmaßnahme erfolgen. Parallel dazu läuft das Bebauungsplanverfahren für die Erstellung eines neuen Verbrauchermarktes weiter, wobei die Umsiedlung einer der bestehenden Märkte vorgesehen ist.

Vorstand Ralf Brix (links) und Bürgermeister Christoph Hald unterzeichnen im Museum Horlachen den neuen Nutzungsvertrag. Foto: Archiv/kol
Vorstand Ralf Brix (links) und Bürgermeister Christoph Hald unterzeichnen im Museum Horlachen den neuen Nutzungsvertrag. Foto: Archiv/kol

Infrastrukturinvestitionen: Wie bereits in den Vorjahren begonnen, werden mit dem Haushaltsplan 2020 und den Folgejahren die Investitionen in die Straßen-, Wasserleitungs- und Kanal-Infrastruktur finanziell verstetigt. Um bei einer angenommenen Nutzungsdauer von bis zu 80 Jahren die einzelnen Netze auf dem aktuellen Stand zu erhalten, sind für den Straßenunterhalt 200 000 Euro, für die Wasserleitungen 400 000 Euro und für die Kanäle beziehungsweise Kanal-Inlinersanierungen weitere 200 000 Euro stetig vorgesehen. Im Bereich der Wasserversorgung wurde nach verschiedenen Kriterien eine Prioritätenliste erstellt, die nicht nur das Alter der Leitungen, sondern auch die Häufigkeit von Rohrbrüchen, Wasserverlusten und die Löschwassersicherheit betrachtet. Aufgrund dieser wurde aktuell die Maßnahme zum Bau einer neuen Fallleitung vom Hochbehälter Waldhaus zum Anschluss des Hauptortes über das Gewerbegebiet ausgeschrieben. Der Baubeginn erfolgt auch hier im Frühjahr 2021. Gleichzeitig wird damit auch ein konstanterer Wasserdruck im Teilort Waldhaus erreicht. Rettungswagenstandort: Gschwend wird zur Tageszeit und am Sonntag Rettungswagenstandort! Diese positive Nachricht erreichte uns im Oktober. Die im Hintergrund geführten Gespräche der vergangenen drei Jahre kommen somit zu einem zielführenden Abschluss. Der genaue Standort, der vorerst auch ein Übergangs-Standort sein kann, ist noch in Abstimmung. Als Zeithorizont ist Sommer 2021 vorgesehen. „Unser“ DRK-Notfallteam benötigen wir in Gschwend dadurch aber weiterhin. Es wird aber tagsüber und am Sonntag von Einsätzen entlastet.

Ruhestand und Pension von Mitarbeitern: Ende Februar ging „Mr. Wassermeister“ Roland Heinrich in den wohlverdienten Ruhestand. Er hat über viele Jahre und zu jeder Tages- und Nachtzeit hinweg für die gesicherte Wasserversorgung in Gschwend gesorgt. Es gab keine Wasserleitung, die er nicht auswendig kannte. Der Übergang auf seine Nachfolger erfolgte ein Jahr parallel, sodass es nahtlos weitergehen kann. Ebenfalls in die wohlverdiente Pension verabschiedet wurde Ende November die „Institution der Finanzverwaltung Gschwend“, Kämmerer Walter Werner. Über 40 Jahre und unter vier Bürgermeistern hat er die Finanzverwaltung der Gemeinde hervorragend geleitet. Sowohl in seinen Anfangsjahren, als der Gürtel der Gemeinde enger geschnallt werden musste, wie auch in den Jahren der Tief- und später Hochbauinvestitionen, konnten der komplette Gemeinderat und die Verwaltung sich immer auf ihn verlassen und die Haushalte schlossen stets besser ab als geplant. Auch hier wurde der Übergang parallel ein Jahr im Voraus eingeleitet, sodass mit Frau Jeske als neue Leiterin der Finanzverwaltung die Konstante zuverlässig gewahrt bleibt.

Weitere Themen: Die Umstrukturierungs- und Kosteneinsparungsmaßnahmen des Eigenbetriebs Wasserreich Hallenbad mit Sauna sind abgeschlossen, sodass die Fortführung auf Dauer geplant ist. Sobald es die Corona-Verordnung zulässt, wollen wir – wie bereits im Herbst – wieder öffnen. Ein Anliegen nicht nur der Verwaltung und des Gremiums, sondern auch aus der Bevölkerung, ist die Überplanung der gemeindeeigenen Friedhöfe sowie der Spielplätze. In einem ersten Schritt wurden diese im Rahmen eines Gemeinderatstermins vor Ort besichtigt und erste Gedanken zur Weiterentwicklung gesammelt. Dieser Prozess wird 2021 fortgesetzt. Die geplanten Informationsveranstaltungen zu diesen einzelnen Themen sind im späten Frühjahr erneut angedacht. Ebenso das Einbinden der Bürgerschaft im Zuge der Ortskernsanierung. Auch hier wurden die Planungen weiter vorangetrieben. Das ehemalige Milchhäusle, das im Sanierungsgebiet liegt, wurde im Dezember abgebrochen.

Machen, was möglich ist

Gesellschaftlich wurde das Jahr 2020 durch das Coronavirus durcheinandergeworfen. Dennoch, um zwei stellvertretende Beispiele zu nennen, ist mit der Weiterentwicklung des Heimatmuseums und dessen Neugestaltung und Neueröffnung sowie mit dem jüngst eröffneten Krippenweg der evangelischen Kirchengemeinde Gschwend der Ansporn vorhanden, das, was möglich ist, im Rahmen dessen möglich zu machen – was alle Vereine, Einrichtungen, Firmen und Institutionen versuchen!

Mit Blick auf 2021 und den Gschwender Veranstaltungskalender wird es wieder vielfältig und umfangreich werden. Die ersten Veranstaltungen werfen bereits ihre Schatten voraus. Ich freue mich darauf.

An dieser Stelle danke ich – in diesem außergewöhnlichen Jahr – ganz herzlich allen Gschwenderinnen und Gschwendern, die sich füreinander und für unsere Gemeinde in jeglicher Form einsetzen und damit Gschwend noch lebens- und liebenswerter machen.

Im Namen des Gemeinderates und der Gemeindeverwaltung wünsche ich allen Leserinnen und Lesern, Bürgerinnen und Bürgern frohe, gesegnete und geruhsame Weihnachten sowie eine gutes neues Jahr 2021. Ich freue mich, Sie 2021 wieder in unserer attraktiven Gemeinde zu treffen. Bleiben Sie und Ihre Lieben gesund! Ihr Christoph Hald Bürgermeister