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Raus in den Garten! Daheim im Naturparadies

Waltraud und Helmut Wackler im Sommer des vergangenen Jahres inmitten ihrer heimeligen Wohlfühloase in Gaildorf. Fotos: Hans Buchhofer

Leidenschaft: Vor vier Jahren zog das Ehepaar Waltraud und Helmut Wackler von Stuttgart nach Gaildorf. Dort verwandelten sie ein verwildertes Gartengrundstück in eine grüne Wohlfühloase.

Von Hans Buchhofer

Seit 2014 lebt das Ehepaar Wackler in Gaildorf. Ihr Gärtle ist inzwischen wohlbekannt. Am bundesweiten „Tag der offenen Gartentür“ hatten sie schon zweimal für Staunen gesorgt. Im vergangenen Jahr waren 400 Besucher gekommen, um die Schätze im Heimgarten zu bewundern, sich vielfältige Anregungen zu holen. Ganz allein stemmt das Ehepaar solche Aktionen nicht. Als Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins wurden sie beim Verköstigen der Gästeschar unterstützt. Selbst ihr Sohn Daniel Nonnenmann war mit der Empfehlung eines „deutschen Grillmeisters“ herbeigeeilt, um für die Besucher Leckeres auf den Grill zu legen.

Im Schrebergarten begonnen

Waltraud und Helmut Wackler, seit 22 Jahren verheiratet, hatten im Süden Stuttgarts ein Haus mit einem 4,5 Ar großen Garten. Allerdings musste dieser wegen der Hanglage auf drei Ebenen angelegt werden und war beschwerlich zu bearbeiten. Ihre Kenntnisse über das Gärtnern hatte sich Waltraud Wackler im Lauf der Zeit angeeignet. Sie war neugierig, las viel, holte sich Tipps bei Bekannten und Gartenexperten. „Ich machte meine ersten Gehversuche in einem Schrebergarten bei meiner Tante und baute da das erste Gemüse an.“


"Gartenarbeit ist für mich keine Arbeit, ich mache das einfach gerne, ich brauche das!"

Waltraud Wackler, Gartenliebhaberin und Hobbygärtnerin


Von einem Mitarbeiter des Landratsamts lernte sie viel über die biologische Anbauweise und den biologischen Gartenbau, besuchte Kurse und nahm an Gartenbegehungen teil. Außerdem nutzten ihr als ausgebildete technische Zeichnerin ihre Erfahrungen bei der Gestaltung von Wintergärten. Nach 18 Jahren entschlossen sich die Wacklers, ihr Haus in Stuttgart aufzugeben. Per Zufall fanden sie 2014 in Gaildorf im Heimgarten ein geeignetes Haus mit Garten.

Das Grundstück war verwildert. Für Blumen war da kein Platz. Eine fünf Meter hohe Hecke musste „gebändigt“ werden, Bäume wurden gefällt. Meter für Meter räumte das Ehepaar den Garten auf. Als Erstes wünschte sich Waltraud Wackler ein Tomatenhaus. Dafür sorgte ihr Mann Helmut, eher fürs Handwerkliche und die Grobarbeiten im Garten zuständig. Schon im folgenden Sommer reiften die Tomaten. Dazu gesellten sich im Gemüsegarten vier Hochbeete, auf denen im zeitigen Frühjahr viele Gemüsesorten gedeihen können.

Das zeitige Pflanzen hat einen Vorteil, verrät die Gartenliebhaberin: „Es gibt in diesen Wochen kaum Raupen oder den Kohlweißling. Ich habe im letzten Jahr einen schneeweißen Blumenkohl mit 1040 Gramm geerntet.“ Chemie kommt nicht zum Einsatz; wenn nötig, wird Brennnesseljauche eingesetzt oder mit einer Brühe oder einem Präparat aus Schachtelhalmen gearbeitet. Natürlich werden bei Wacklers viele Gemüsepflanzen oder Blumen selbst hochgezogen, bevor sie ausgepflanzt werden. Wichtig auch: Zur Bodenverbesserung wird eigener Kompost verwendet. Helmut Wackler hackt Gartenabfälle klein, im Herbst wird alles schichtweise eingelagert, mit Urgesteinsmehl versetzt, abgedeckt – und im Frühjahr gibt es wertvollen Humus.

Das Wacklersche Refugium ist eine gelungene Kombination aus Wohlfühl- und Nutzgarten. Waltraud Wackler hatte bei den ersten Überlegungen dazu einen Grobplan schon im Kopf. Mit der Zeit kamen neue Pflanzen und Sträucher dazu. Ein Teich mit einem kleinen Bachlauf lenkt die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich, Pflanzeninseln lockern den Garten auf. Neben einigen Bäumen zieren im Sommer viele Blumenkübel oder Blumenarrangements das Anwesen.

Für Waltraud und Helmut Wackler ist Gartenarbeit ein Ausgleich – und „alle Anspannung geht dann weg“.
Für Waltraud und Helmut Wackler ist Gartenarbeit ein Ausgleich – und „alle Anspannung geht dann weg“.

Im öffentlichen Leben engagiert

Auch an Vögel und Insekten ist gedacht. Derzeit nisten Meisen im Garten, eine Bienenweide mit Sommerblumen und Insektenhotels haben auch ihren Platz. Das Ehepaar liebt vor allem Rosen. 35 Rosenstöcke werden gehegt und gepflegt. Eines darf bei alldem nicht vergessen werden: Die Arbeit im Garten darf nicht belasten. Denn, wie Waltraud Wackler sagt: „Gartenarbeit ist für mich keine Arbeit, ich mache das einfach gerne, ich brauche das!“ Und ihren Garten genießen die Wacklers ausgiebig. „Wir kaufen kaum Gemüse, unser Garten bietet sehr viel, und wir sitzen tagsüber und am Abend oft auf unserer überdachten Terrasse und genießen den Anblick und den Duft unseres Gartens.

In Gaildorf sind Wacklers gut angekommen, nehmen teil am Gemeindeleben, im Obst- und Gartenbauverein, in der evangelischen Kirchengemeinde oder bei der Betreuung alter Menschen. Sie machen mit bei der Seniorengymnastik und tanzen gerne. Waltraud Wackler liebt das Malen mit Aquarellfarben. Übrigens: Am heutigen Freitag begeht sie ihren 80. Geburtstag, den sie morgen in einer Waldhütte bei Rübgarten mit Familie, Freunden und Bekannten feiern will. In ihrer Einladung hat sie von Albert Einstein eine Lebensweisheit übernommen, die auch für das Ehepaar passt: „Werde nicht alt, egal wie lange du lebst. Hör nie auf, wie ein neugieriges Kind zu staunen und vor dem großen Wunder zu stehen, in das wir hineingeboren sind!“


Georg Engelhardt Gartenbaumschulen

Arbeitsloser Rasenmäher?

Klaus Rieder, Rundschau Gaildorf
Klaus Rieder, Rundschau Gaildorf

Das wird wohl nichts mehr. Gemeint ist die Beziehung zwischen Natur – speziell der Grünfläche an meinem Haus – und mir. Mit viel Mühe hatte ich vor vielen Jahren dort einen Rasen angelegt, mit dem Ziel, eine pflegeleichte Wiese zu bekommen. Nach anfänglichen Erfolgen wurde eine Buckelpiste mit vielen eher unbekannten Pflanzen daraus. Das Gras war in der Minderheit. Umso mehr, als eine Vertikutiermaschine zum Einsatz kam. Nach dem „Totalschaden“ blieb nur betonieren und grün anstreichen oder ein Neustart, was den Vorzug erhielt. Der erfolgte schließlich in Form von Rollrasen. Was im ersten Jahr sehr gut aussah, entwickelte sich zum Desaster. Das kräftige Grün im Frühjahr gefiel auch manch Getier – das grub kleine, kurze Löcher. Das tat dem Grün nicht so gut. Und dann kam auch noch der trockene Sommer. Alles Bewässern half nichts. Dieser Schluss drängt heute bei der Betrachtung des Rasens auf: Löcher in der Grasnarbe, und auch die Buckelpiste kündigt sich wieder an. Vielleicht lässt sich die Sache noch mit Nachsäen und Düngen retten. Vielleicht? Aber: Parallel dazu – wenn es nichts mehr wird – suche ich schon mal die Telefonnummer des Betonwerkes heraus und informiere mich über das Angebot an Kehrmaschinen, von denen eine dann den Rasenmäher ersetzt.

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