Sonderveröffentlichung

Digitale Nacht der Ausbildung Gemeinsam bereit für neue Wege

Eine Online-Messe ist für die Wirtschaftsjunioren Heilbronn-Franken ein Novum. Vier Mitglieder der Regionalgruppe Schwäbisch Hall-Crailsheim haben die Initiative ergriffen und die Federführung für die digitale Nacht der Ausbildung übernommen.

Verantworten als junge Firmeninhaber ehrenamtlich die digitale Nacht der Ausbildung (v.l.): Die Wirtschaftsjunioren Lutz Härterich (Autohaus Koch), Sarah Vogt (Reise Service Vogt), Patrick Gündisch (Gündisch & Friends), Andreas Hoffmann (Lorenz Hoffmann) von der Regionalgruppe Schwäbisch Hall-Crailsheim. Kollage: Wirtschaftsjunioren Heilbronn-Franken

17.09.2020

Die Nacht der Ausbildung ist für junge Leute eine große Orientierungshilfe bei der Berufswahl. Daher war es den Wirtschaftsjunioren Heilbronn-Franken ein Anliegen, in Corona-Zeiten ein kreisübergreifendes Online-Event zu organisieren. Die Verantwortung dafür obliegt der Regionalgruppe Schwäbisch Hall-Crailsheim. Diese sei jedoch eher zufällig zu ihrer Aufgabe gekommen, erzählen der Gruppenleiter Lutz Härterich, der Marketing- und Vertriebsexperte Patrick Gündisch sowie Arbeitskreisleiter Andreas Hoffmann und Sarah Vogt, die für die physische Veranstaltung zuständig gewesen wäre, im Interview.
    

Wann ist die Entscheidung gefallen, die Messe virtuell aufzuziehen?

Lutz Härterich: Diesen Gedanken hatten wir schon sehr früh nach Beginn der Pandemie. Es gab aber große Bedenken, wie das Online-Event stattfinden könnte und wie die Akzeptanz bei den Firmen sein würde. Im Mai wurde daher zunächst beschlossen, dass jede Regionalgruppe eine eigene digitale Variante gestaltet. Doch dann haben wir uns in der Vorstandssitzung der Wirtschaftsjunioren Heilbronn-Franken Ende Juni einstimmig für eine kreisweite digitale Messe entschieden.

Patrick Gündisch: Dabei ist unsere Gruppe mehr oder weniger in die zentrale Organisation „hineingerutscht“. Denn wir hatten so viel Elan, dass es nahe lag, das Projekt für unser gesamtes Verbreitungsgebiet zu leiten.
        

Welche Vorzüge bietet ein reines Online-Event für die Unternehmen und für die Jugendlichen?

Lutz Härterich: Ein klarer Vorteil ist, dass sich auch Firmen präsentieren können, die bisher aufgrund ihrer geographischen Lage nicht oder nur sehr schlecht an der physischen Nacht der Ausbildung teilnehmen konnten. Außerdem erreichen wir die jungen Leute genau dort, wo sie zuhause sind: am Smartphone, Tablet oder PC. Die Schüler können sich quasi einfach vom Sofa aus durch die Firmenprofile klicken und beim Video-Talk mitmachen.

Patrick Gündisch: Die Aufmachung ist zudem für alle Unternehmen gleich. Niemand wird speziell optisch hervorgehoben. Dadurch haben auch kleinere und unbekanntere Firmen die Chance, von den Schülern gleichermaßen wahrgenommen zu werden.

Auf welche Herausforderungen sind Sie bei der Organisation gestoßen?

Sarah Vogt: Wir mussten innerhalb kürzester Zeit alles auf die Beine stellen. Dabei war vieles ganz neu für uns, wie regelmäßige rein digitale Meetings mit der Video-Software „Zoom“. Auch der Aufbau einer Homepage mit Firmenseiten und Videokonferenzräumen ist ein Novum für uns.

Lutz Härterich: Der Aufwand ist natürlich wesentlich größer: Wo früher jede Gruppe selbstständig war, laufen nun bei uns die Fäden zusammen. Dabei hat jeder seinen eigenen Kompetenz-Bereich, wie das Marketing oder die Firmen- und Schulakquise. Wir müssen auch immer bedenken, so kostengünstig wie möglich das Beste für die Firmen zu erreichen.

Wie können die Schüler das neue Format optimal für sich nutzen?

Lutz Härterich: Zunächst sollten sich die Jugendlichen einfach mal auf unserer Website www.wj-nda.de, die ab 17. September für zwei Wochen online geht, „austoben“. Dort gibt es nach Region gefiltert zahlreiche Ausbildungs- und Studienangebote von 67 Unternehmen.

Andreas Hoffmann: Es bietet sich auch an, die Firmen direkt anzuschreiben oder anzurufen und einen persönlichen Termin zu vereinbaren. Es ist zudem sinnvoll, sich ein wenig vorzubereiten und im Live-Talk gezielt Fragen zu stellen.

Was erwartet die Schüler beim Video-Talk am 1. Oktober?

Andreas Hoffmann: An diesem Abend treten viele Firmen von 17 bis 22 Uhr per Video in den persönlichen Kontakt mit den Schülern. Die Unternehmen haben vielfältige Möglichkeiten, wie sie den Live-Talk gestalten können. Das Programm ist ihnen überlassen. Denkbar sind zum Beispiel mobile Betriebsführungen mit einer Kamera, um den jungen Menschen direkt die Maschinen oder Büroräume zu zeigen.

Patrick Gündisch: Zudem wird es einen virtuellen Konferenzraum geben, wir nennen ihn den „digitalen ZOB“. Er ersetzt sozusagen den physischen Zentralen Omnibusbahnhof in Schwäbisch Hall oder Crailsheim, von dem aus die Busse normalerweise zu den Unternehmen starten würden. Auch dort werden Scouts den jungen Usern im Chatroom Tipps geben und sie zu den passenden Firmen lotsen.

Wird es auch zukünftig eine digitale Nacht der Ausbildung geben?

Sarah Vogt: Das hängt vor allem davon ab, wie zufrieden die teilnehmenden Unternehmen sein werden und ob die Schüler das Angebot dann auch tatsächlich gut annehmen. Wenn das so ist, werden wir im Jahr 2021 wahrscheinlich einen Mix anbieten und unsere Website schon rund zwei Wochen vor dem physischen Event online stellen. Aber die reale Veranstaltung steht für uns natürlich immer ganz klar im Vordergrund. Sie kann nicht von einem digitalen Format ersetzt werden.

Lutz Härterich: Eine Kombination bringt viele Vorteile. Wir gehen eigentlich fast davon aus, dass es 2021 ein ergänzendes virtuelles Angebot geben wird. Die Bereitschaft der Unternehmen, mit uns in diesem Jahr neue Wege zu gehen, war jedenfalls sehr groß. Wir hätten nicht gedacht, dass unser Vorhaben so gut ankommen würde. Nun blicken wir der ersten digitalen Ausgabe gespannt entgegen. Von Hannah Pompalla
      

Die Wirtschaftsjunioren Heilbronn-Franken

Die Wirtschaftsjunioren Heilbronn-Franken sind Selbstständige und angestellte Führungskräfte zwischen 21 und 40 Jahren. Sie stammen aus Firmen des gleichnamigen Industrie- und Handelskammerbezirks. Ihr Ziel ist es, mit ihrem ehrenamtlichen Engagement die Attraktivität des Wirtschafts- und Lebensraums der Region zu verbessern. Ein Projekt von vielen ist die Nacht der Ausbildung, die 2013 mit dem Bundespreis der Wirtschaftsjunioren Deutschland und dem ersten Landespreis der Wirtschaftsjunioren Baden-Württemberg ausgezeichnet wurde. Mit 200 Personen handelt es sich unter den 210 Kreisen um den größten Zusammenschluss der Wirtschaftsjunioren. Dieser ist in den Regionalgruppen Heilbronn, Hohenlohe, Main-Tauber und Schwäbisch Hall-Crailsheim aktiv.