Sonderveröffentlichung

Weihnachts- und Neujahrsglückwünsche Die Pandemie hat den Wandel beschleunigt

Daniel Bullinger, Bürgermeister der Gemeinde Oberrot, betont im Jahr seiner Wiederwahl die Bedeutung der positiven Entwicklung heimischer Firmen. Ein weiteres zentrales Anliegen: die Sanierung der Schule.

Mitarbeiter des Alten- und Pflegeheims Rottaler, Planer, Investoren sowie Bürgermeister Bullinger versammeln sich vor der Oberroter Pflegeeinrichtung zum Spatenstich für den Neubau. Foto: Archiv/bal  

29.12.2020

Die Ehrfurcht vor der Vergangenheit und die Verantwortung gegenüber der Zukunft geben fürs Leben die richtige Haltung“ – Dietrich Bonhoeffer.

Liebe Leserinnen und Leser der Rundschau, das Jahr 2020 begann für mich persönlich sehr positiv. Mit fast 90% der abgegebenen Stimmen bestätigen mich meine Mitbürger für eine zweite Amtszeit als ihren Bürgermeister. Das hat mich sehr gefreut. Allein bei der Wahlbeteiligung hätte ich mir eine etwas höhere Beteiligung gewünscht. Nochmals mein herzlicher Dank an alle die mir ihr Vertrauen geschenkt haben!

Ab Mitte März war die Welt schlagartig eine andere. Uns Menschen wurden durch ein Virus deutliche Grenzen aufgezeigt. Viel Leid sowie Tod auch in Europa mussten wir mit ansehen. Die erste Corona-Welle überrollte uns und mit ihr traten eine Fülle von Verordnungen in Kraft. Dabei agierte der Gesetzgeber nicht immer glücklich, weil er bereits mehrere Tage im Voraus allgemein ankündigte, aber die konkreten Regeln erst später folgen ließ.

Über die Monate haben wir gelernt, mit der Pandemie zu leben, und dennoch hat das Virus unser Handeln maßgeblich beeinflusst und tut dies immer noch. Das gilt gerade auch für die Kommunalpolitik vor Ort. Was in den kommenden Ausführungen immer wieder durchblicken wird.

Daniel Bullinger, Bürgermeister der Gemeinde Oberrot.  
Daniel Bullinger, Bürgermeister der Gemeinde Oberrot.  

Nach dem erfolgreichen Antrag auf Standortsicherung unserer Werkrealschule haben wir als Gemeinde beschlossen, das Thema Schulsanierung mit Digitalisierung anzugehen. Im Frühjahr wurde das Büro Schoch aus Gaildorf/Mainhardt mit den Planungen beauftragt. Aufgrund der Corona- Pandemie konnten wir die Zusammenarbeit erst verspätet starten, sind aber inzwischen auf einem sehr guten Weg. Noch in diesem Jahr möchten wir die Fördermöglichkeiten mit dem Land Baden-Württemberg abstimmen. Voraussichtlich im Frühjahr 2021 können wir dann die Öffentlichkeit über den weiteren Zeitplan informieren.

Parallel wurde der Medienentwicklungsplan zusammen mit der Schule erarbeitet und im Gemeinderat verabschiedet. Vorgesehen ist hier unter anderem die Beschaffung eines Klassensatzes von Endgeräten und vorbereitende Arbeiten für ein flächendeckendes Internet in der Schule. Über einen Glasfaseranschluss verfügen wir bereits.

Im Mai hat der Gemeinderat der Schaffung einer 50%-Stelle für die Schulsozialarbeit zugestimmt. Daraufhin wurden Förderanträge beim Landesjugendamt und beim Landkreis gestellt. Beide wollen uns unterstützen, worüber wir dankbar sind. Die Stelle soll ab dem zweiten Schulhalbjahr besetzt werden. Partner der Gemeinde ist die Arbeiterwohlfahrt mit Sitz in Schwäbisch Hall. Die Sanierung und Weiterentwicklung unserer Schule ist einer meiner zentralen Anliegen in der zweiten Amtszeit.

Sehr wichtig ist auch die gute Entwicklung unserer Firmen in der Gemeinde und damit ein gutes Arbeitsplatzangebot vor Ort. Die Corona-Pandemie hat Gewinner und Verlierer hervorgebracht. Auch in unserer Gemeinde. So hat zum Beispiel die Firma Klenk Holz GmbH von der erhöhten Nachfrage in den Baumärkten profitiert, während die Firma Wollknoll auf Seminare verzichten musste. Bereits vor der Pandemie hat die Familie Binder als Eigentümer der Klenk-Gruppe ein klares Bekenntnis zur Sicherung des Standort Oberrot abgegeben mit der Investition in eine neue Sägelinie und dem geplanten Bau eines Pellet-Werkes. Hierfür sind wir als Gemeinde sehr dankbar. Im Hinblick auf die aktuelle Situation und die Investitionen hat der Gemeinderat einen städtebaulichen Vertrag mit der Firma beraten sowie beschlossen, mit dem Ziel der Verbesserung der Lärmsituation. Die Firma hat zugesagt, bis Ende des Jahres das Gutachten hierzu der Gemeinde zur Verfügung zu stellen.

Verfahren angestoßen

Richtfest: Der Oberroter Kindergarten „Pusteblume“ wird erweitert. Foto: Archiv/pin
Richtfest: Der Oberroter Kindergarten „Pusteblume“ wird erweitert. Foto: Archiv/pin

Neben der Firma Klenk möchte auch der zweitgrößte Arbeitgeber in der Gemeinde, die Firma Fertighaus Weiss, sich weiterentwickeln unter anderem mit einem Ausbildungs- und Forschungszentrum. Das Bebauungsplanverfahren hierzu hat der Gemeinderat in diesem Jahr angestoßen. Neben dem produzierenden Gewerbe ist unsere Gemeinde auch ein Standort für soziale Dienstleistungen. Mitte September 2019 ist die Landesheimbauverordnung offiziell in Kraft getreten. Diese schreibt verbindlich vor, dass in diesen Einrichtungen nur noch Einzelzimmer zugelassen sind (auch für den Bestand). Daraufhin haben zwei von fünf Einrichtungen in unserer Gemeinde geschlossen. Zwei Einrichtungen haben sich entschieden, am Standort Oberrot zu investieren. Während das Seniorenhaus „Margarete“ seine Planungen noch im Jahr 2019 abschließen konnte, gelang dies im Frühjahr 2020 dann auch dem „Rottaler“. Eine gute Nachricht im Hinblick auf den Erhalt der dortigen Arbeitsplätze, aber besonders auch wegen der Möglichkeit, einen Heimplatz vor Ort zu erhalten. Denn der Bedarf an solchen Plätzen wird durch den demographischen Wandel auch in unserer Gemeinde weiter stark steigen. Nach Angaben des aktuellen Seniorenplans des Landkreises wächst prozentual der Anteil der Menschen über 65 Jahren bis ins Jahr 2030 in unserer Gemeinde im Vergleich zu anderen Kreisgemeinden mit am meisten.

Die Mitarbeiter in unseren Alten- und Pflegeheimen verdienen in diesem Jahr der Pandemie unseren besonderen Respekt. Ihre Arbeit ist nur mit erhöhtem Aufwand möglich und es ist besondere Achtsamkeit geboten beim Kontakt mit den Bewohnern, die in der Regel alle zur Risikogruppe gehören.

Bereits vor der Corona-Pandemie befanden wir uns in einer Zeit des Wandels. Die Pandemie hat diesen nochmals deutlich beschleunigt. Hierzu gehört auch der Trend zur Digitalisierung. Plötzlich waren Videokonferenzen und Home-Office nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Um aber zum Beispiel von daheim arbeiten zu können, benötigt man eine entsprechende Breitbandversorgung. Gerade in vielen Ortschaften und Weilern in unserer Gemeinde gibt es noch keine entsprechende Versorgung. Allein als Gemeinde ist man allerdings unter den Marktgegebenheiten zu klein, eine Verbesserung herbei zu führen. Deshalb haben sich die Städte und Gemeinde im Landkreis in Form eines Zweckverbandes zusammengeschlossen um die Aufgabe gemeinsam anzugehen. Nach Gründung im Frühjahr 2020 nahm dieser die Arbeit auf. Gleichzeitig konnten wir als Gemeinde zum selben Zeitpunkt die Finanzierung unseres Konzeptes einer flächendeckenden Breitbandversorgung absichern, nachdem neben dem Bund auch das Land Baden-Württemberg unseren Antrag auf Fördermittel positiv entschieden hat.

Mit der Beauftragung einer FTTI-Planung in diesem Jahr haben wir die planerischen Möglichkeiten geschaffen für eine zukünftige digitale Steuerung zum Beispiel des Verkehrs, der Straßenlampen oder auch des öffentlichen Nahverkehrs.

Bei der Umsetzung unseres Konzeptes zur flächendeckenden Breitbandversorgung sind wir gestartet mit der Mitverlegung von Leerrohren für schnelles Internet in Wolfenbrück und Konhalden/Dexelhof/Brennhof.

Vor der Corona-Pandemie war der Klimawandel das bestimmende Thema in der öffentlichen Diskussion. Das Thema hat sich aber nicht erledigt. Landkreis, Städte und Gemeinde versuchen mit ihren Mitteln im Bereich Klimaschutz zu agieren. So hat zum Beispiel der Kreistag zuletzt eine deutliche Verbesserung des Rufbus-Angebots auf den Weg gebracht. Auch kleine Projekte können helfen. In unserer Gemeinde haben wir die Gelegenheit genutzt, um im Rahmen des Budgets für Kleinprojekte der LEADER-Region Schwäbischer Wald die Idee Mitfahrbänke umzusetzen. Eine Idee, die sich im Übrigen auf das gesamte Limpurger Land gut ausdehnen lässt. Aufgrund der Pandemie haben wir allerdings verzichtet, unser dahinterstehendes Konzept bereits auszurollen. Die Einführung eines Dorfautos haben wir wegen der Pandemie zunächst zurückgestellt. Im Jahr 2021 soll hierüber im Gemeinderat beraten und beschlossen werden.

Personell Schritt halten

Fast planmäßig verliefen die Arbeiten zur Erweiterung unserer Kindertageseinrichtung „Pusteblume“. Nur der Umzugstermin in den Neubau musste von Ende des Jahres 2020 auf Frühjahr 2021 verschoben werden. Die Kinder unserer Einrichtung verfolgen gespannt die Bauarbeiten und freuen sich zusammen mit den Erzieherinnen auf den Einzug in den Neubau sowie später den sanierten Altbau. Mit dem Bau ist es allerdings nicht getan, auch pädagogisch und personell muss Schritt gehalten werden. In Fleißarbeit und trotz des zusätzlichen organisatorischen Aufwands durch Corona hat das Team der „Pusteblume“ in kurzer Zeit unter externer fachlicher Begleitung Leitlinien erarbeitet, die für das jetzige und später größere Haus gelten sollen. Eine tolle Teamleistung.

Planmäßig verlief die Erschließung unseres Neubaugebiets „Fichtäcker Erweiterung II“. Die Nachfrage war im Vorfeld bereits so groß, dass der Gemeinderat sich für eine Zuteilung nach Kriterien entschied. Inzwischen sind alle Bauplätze bis auf einen verkauft. Nun beschäftigen wir uns mit der nächsten Erweiterung des Neubaugebietes. Unabhängig davon prüfen wir, ob vielleicht dennoch Nachverdichtungen im Hauptort möglich sind.

Ich könnte jetzt noch viele weitere Projekte nennen, will es aber mit der Auswahl hier belassen. Erlauben Sie mir aber noch einen kleinen Ausblick auf das nächste Jahr.

Nachdem in diesem Jahr auch die deutsche Öffentlichkeit mit Spannung auf die Wahl in den Vereinigten Staaten geschaut hat, gilt im nächsten Jahr der Bundesund Landtagswahl unsere Aufmerksamkeit. Hier hoffe ich persönlich gerade in der derzeitigen Situation auf ein klares Bekenntnis der Wähler zugunsten von proeuropäischen demokratischen Parteien.

Für die Kommunalpolitik bei uns vor Ort gilt es zunächst begonnene Projekte abzuschließen. Hierzu gehören zum Beispiel die Erweiterung der Kindertageseinrichtung „Pusteblume“ und die Erschließungsplanung mit Ausschreibung des Gewerbegebiets Vorderer Stiersbach. Zudem, geplante Projekte weiter voran zu treiben wie zum Beispiel die geplante Sanierung/Digitalisierung der Grund- und Werkrealschule, die Breitbandversorgung und die anstehende Sanierung der Ortsdurchfahrt in Hausen zusammen mit dem Land Baden-Württemberg. Die Planungen zur Sanierung der Ortsdurchfahrt sollen im Rahmen einer Bürgerversammlung noch im ersten Halbjahr 2021 vorgestellt werden. Wir hoffen bis dahin auch auf positive Nachricht vom Land Baden-Württemberg im Hinblick auf unsere Förderanträge (Wasser und Abwasser). Noch vor dem Jahreswechsel wird sich der Gemeinderat mit der Möglichkeit einer Temporeduzierung durch einen Lärmaktionsplan beschäftigen. Ziel ist die Verbesserung der Lebensqualität für die direkten Angrenzer an der Ortsdurchfahrt und der gesamten Bürgerschaft in Hausen.

Wie immer zum Ende meines Jahresrückblickes einige Worte des Dankes. Besonders herzlich bedanken möchte ich mich in diesem Jahr bei allen meinen Mitarbeitern, besonders bei denjenigen, die aufgrund der Corona-Pandemie mit erschwerten Bedingungen oder mit zusätzlicher Arbeit zurechtkommen mussten. Das gilt vielmehr noch für alle Menschen, die im Gesundheits- und Rettungswesen arbeiten. Aber auch bei der Polizei oder den Feuerwehren.

Worte des Dankes

Bedanken möchte ich mich bei meinen Kollegen im Limpurger Land für die Möglichkeit, dem interkommunalen Vertrag über die Vertretung im Standesamtswesen beizutreten sowie für die gemeinsame Arbeit. Sowie auch bei allen anderen (Nachbar)Kollegen für die gute Zusammenarbeit.

Dank auch an alle, die uns bei der Umsetzung unserer Projekte und bei der täglichen Arbeit unterstützt haben. Hier im speziellen unser Verbandsbauamt Limpurger Land, allen Planern und allen Landes- und Bundesbehörden sowie sonstige Organisationen. Außerdem den Abgeordneten, die uns in unseren politischen Anliegen unterstützt haben.

Vielen Dank an unsere Kirchengemeinden für deren soziales Wirken und alle Spender sowie Ehrenamtlichen, die uns als Gemeinde unterstützt haben. Für unsere Vereine und ehrenamtlichen Gruppen hoffe ich, dass wir im Laufe des kommenden Jahres wieder mehr zur Normalität zurückkehren können. Insbesondere, dass wieder die Gelegenheit besteht auf soziale Kontakte und gesellige Runden.

Zuletzt ein Dank an die Redaktion und die Mitarbeiter der Rundschau für die faire Berichterstattung aus unserer Gemeinde.

Den Menschen im Limpurger Land wünsche ich besinnliche Weihnachtstage im Kreise ihrer Familien, einen guten sowie einen gesunden Start ins neue Jahr. Ich freue mich auf zukünftige persönliche Begegnungen, hoffentlich bei bester Gesundheit! Ihr Daniel Bullinger Bürgermeister