Sonderveröffentlichung

Click & Collect Angebote Shoppen unter Corona-Bedingungen

Im Netz bestellen, im Laden abholen: Das ist im Lockdown bei vielen Geschäften die einzige Möglichkeit, um Umsätze zu machen und eine Option zum reinen Onlineshopping. Aber wie sieht es dabei rechtlich aus?

Mit neuen Ideen versuchen Händler, die Umsatzeinbußen abzufedern. Foto: Winfried Rothermel/Imago  

29.01.2021

Das Bestellen im Netz mit anschließender Abholung im Laden ist beliebt – nicht erst seit der Corona-Pandemie samt der Lockdowns. Nicht nur große Ketten mit vielen Filialen bieten diesen Service inzwischen an, sondern auch immer mehr Einzelhändler. Schließlich ist diese Möglichkeit, die seit dem 11. Januar in Baden-Württemberg wieder erlaubt ist, eine der wenigen Möglichkeiten, um überhaupt Umsätze machen zu können. Allerdings bleiben bei manchem Verbraucher Zweifel, welche Art Vertrag man da geschlossen hat. Gilt das vom Onlineshopping her bekannte Widerrufsrecht – und wenn ja, im vollen Umfang?

Eindeutig geregelt

Die Antwort lautet: ja, es gilt. Ist die Ware auf einer Internetseite bestellt worden, gilt auch das bei Onlinekäufen übliche zweiwöchige Widerrufsrecht, erklärt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Die weiteren Umstände des Vertragsschlusses, zum Beispiel die Abholung im Laden oder die Bezahlart, spielten dafür keine Rolle. Fällt die endgültige Kaufentscheidung allerdings erst bei der Abholung an, besteht kein Widerrufsrecht. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn die Ware über die Internetseite ausdrücklich nur reserviert worden ist, führen die Verbraucherschützer aus.

Am besten schriftlich

Möchte die Kundin oder der Kunde den Kauf widerrufen, muss sie oder er das gegenüber dem Händler am besten per E-Mail, Fax oder Brief erklären. Die bestellte Ware einfach nicht abzuholen oder zurückzusenden, gilt nicht als Widerruf, erläutern die Experten.

Hat jemand nach einem Kauf per „click & collect“, wie das Verfahren auch genannt wird, rechtmäßig von seinem Widerrufsrecht Gebrauch gemacht, muss er die Ware nicht zwingend zurücksenden, sondern kann sie nach Ansicht der Verbraucherzentrale auch im Geschäft abgeben.

Rücksendung nicht immer gratis

Wer sich aber für die Rücksendung per Paketdienst entscheidet, sollte wissen, dass er als Kunde oder sie als Kundin grundsätzlich die Kosten für das Paket übernehmen muss, wenn der Händler die Kostenübernahme nicht von sich aus anbietet. Der Händler muss die Rücksendekosten den Angaben zufolge nur dann tragen, wenn er vor dem Vertragsschluss nicht darüber informiert hat, dass Kundinnen und Kunden die Kosten einer eventuellen Rücksendung selbst zahlen müssen.

Manche Händler verlangen darüber hinaus auch Gebühren für das Zusammen- und Bereitstellen der bestellten Waren und begründen das mit einem erhöhten Aufwand. dpa


„Click & collect“ funktioniert vor Ort

Der Handelsverband zeigt sich zufrieden mit den ersten Umfragen zum „Click & collect“- Neustart im Südwesten.

Viele Händler konnten ihre Saisonware nicht abverkaufen und werben jetzt mit kräftigen Preisreduzierungen. Foto: Imago-Images
Viele Händler konnten ihre Saisonware nicht abverkaufen und werben jetzt mit kräftigen Preisreduzierungen. Foto: Imago-Images

Der Handelsverband Baden-Württemberg zeigt sich zufrieden mit dem Neustart des coronabedingt zwischenzeitlich verbotenen „Click & collect“-Geschäfts für stationäre Einzelhändler. Seit Montag, 11. Januar, dürfen die allermeisten Betriebe im Südwesten ihre Waren wieder vor Ort von Kunden abholen lassen, wenn deren Bestellungen zuvor beispielsweise telefonisch oder online erfolgt sind.

Der erste Tag mit diesen Angeboten sei gut angelaufen, sagte die Hauptgeschäftsführerin des Verbandes, Sabine Hagmann, der Deutschen Presse-Agentur. Zu den größten Profiteuren zählen nach Angaben des Verbandes Buchhandlungen oder Elektrogeschäfte.

Bis zuletzt waren den allermeisten Händlern im Südwesten Abholangebote im Zuge des Lockdowns untersagt worden, auch um über Weihnachten und in der ersten Januarwoche lange Schlangen vor Geschäften und somit zusätzliche Kontakte zu vermeiden. Händler durften ihre Waren nur noch selber liefern oder liefern lassen. Zuletzt hatte das Land die Corona-Verordnung aber auch auf Druck des Branchenverbandes so geändert, dass der „Click & collect“-Service seit Montag wieder erlaubt ist.

Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) hatte sich stets für Abholangebote ausgesprochen, konnte sich mit diesem Anliegen innerhalb der Landesregierung zunächst aber nicht durchsetzen. Vor Weihnachten war es deshalb auf offener Bühne zum Streit mit Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) gekommen.

Die Gegner des Abholdienstes hatten bei der Schließung, die vor dem für den Einzelhandel so wichtigen Weihnachtsgeschäft erfolgte, befürchtet, dass es zu Schlangen vor den Geschäften kommt und deshalb die Mindestabstände nicht eingehalten werden. dpa/do


Lokal „clicken“ ist das Gebot der Stunde

Jeder zweite vom Lockdown betroffene Händler fürchtet das Aus.

Der Handelsverband Baden-Württemberg zeigt sich zufrieden mit dem Neustart des coronabedingt zwischenzeitlich verbotenen „Click & collect“-Geschäfts für stationäre Einzelhändler. Seit Montag, 11. Januar, dürfen die allermeisten Betriebe im Südwesten ihre Waren wieder vor Ort von Kunden abholen lassen, wenn deren Bestellungen zuvor beispielsweise telefonisch oder online erfolgt sind.

Der erste Tag mit diesen Angeboten sei gut angelaufen, sagte die Hauptgeschäftsführerin des Verbandes, Sabine Hagmann, der Deutschen Presse-Agentur. Zu den größten Profiteuren zählen nach Angaben des Verbandes Buchhandlungen oder Elektrogeschäfte.

Bis zuletzt waren den allermeisten Händlern im Südwesten Abholangebote im Zuge des Lockdowns untersagt worden, auch um über Weihnachten und in der ersten Januarwoche lange Schlangen vor Geschäften und somit zusätzliche Kontakte zu vermeiden. Händler durften ihre Waren nur noch selber liefern oder liefern lassen. Zuletzt hatte das Land die Corona-Verordnung aber auch auf Druck des Branchenverbandes so geändert, dass der „Click & collect“-Service seit Montag wieder erlaubt ist.

Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) hatte sich stets für Abholangebote ausgesprochen, konnte sich mit diesem Anliegen innerhalb der Landesregierung zunächst aber nicht durchsetzen. Vor Weihnachten war es deshalb auf offener Bühne zum Streit mit Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) gekommen.

Die Gegner des Abholdienstes hatten bei der Schließung, die vor dem für den Einzelhandel so wichtigen Weihnachtsgeschäft erfolgte, befürchtet, dass es zu Schlangen vor den Geschäften kommt und deshalb die Mindestabstände nicht eingehalten werden. dpa/do