Sonderveröffentlichung

Grabpflege im Frühling - Gaildorf Unkomplizierte Grabpflege

Letzte Ruhestätte: Grabpflege muss nicht aufwendig sein. Gute Planung und
standortgerechte Pflanzen können die Arbeit erheblich erleichtern.

Für eine stressfreie Grabpflege gilt: Je mehr Pflanzen dauerhaft auf dem Grab wachsen, desto geringer ist grundsätzlich der Pflegeaufwand. Foto: Christin Klose/dpa

22.03.2021

Die letzte Ruhestätte von Verwandten und Freunden zu pflegen, ist für viele Hinterbliebene ein wichtiger Teil der Trauerarbeit. Das kann aber auch viel Zeit in Anspruch nehmen. Mit einer entsprechenden Bepflanzung lassen sich Gräber mit wenig Aufwand Instandhalten. „Bei einem pflegeleichten Grab entfallen zwar keine Arbeiten, aber die Arbeiten werden weniger“, sagt Birgit Ehlers-Ascherfeld, Vorsitzende der Gesellschaft deutscher Friedhofsgärtner.

Ob ein Grab mit wenig Pflege auskommt, entscheidet sich schon bei der Anlage. Standort und Bodenverhältnisse sind dabei die wichtigsten Faktoren. „Pflegeleicht ist jede Bepflanzung, die die Umgebung und die Gegebenheiten vor Ort berücksichtigt“, sagt Ehlers-Ascherfeld. Beim Standort gilt es neben den Lichtverhältnissen auch das umliegende Friedhofsgrün zu berücksichtigen. „Große Bäume und Sträucher sorgen für Wurzeldruck und wachsen stärker als kleine Pflanzen, die man frisch auf das Grab setzt“, erklärt Ehlers-Ascherfeld.

Erde austauschen: Wann ist das sinnvoll?

In bestimmten Regionen kann es ihrer Ansicht nach sinnvoll sein, die Erde zu tauschen: „In sandigem Heideboden, schwerem Lehm oder felsigen Bereichen wächst kaum etwas“, so die Grab-Expertin. Jakob Grabow-Klucken vom BUND-Experte rät hingegen nicht dazu, die Erde auszutauschen, sondern vielmehr passende Pflanzenarten auszuwählen. So eine standortgerechte Bepflanzung kommt seiner Meinung nach nämlich nicht nur den Insekten zugute, sondern verringert auch den Pflegeaufwand. „Mit gezielter Pflanzenauswahl trockenheitstoleranter heimischer Wildstauden kann der Gießbedarf stark reduziert werden“, so der Leiter des BUND-Projektes Ökologische Nische Friedhof. Er erklärt, dass viele Wildstauden an nährstoffarmen Standorten wachsen. Düngung, Blumen- oder Komposterde begünstigten dagegen vor allem nährstoffliebende Unkräuter, die dann wieder gejätet werden müssten. Sein Rat: „Nährstoffgaben sollte man weitestgehend vermeiden.“


61 Prozent der Teilnehmer einer Umfrage gaben an, dass sie sich vor dem Tod aussuchen möchten, wo sie bestattet werden.

Quelle: Statista


Wechselbepflanzung bedeutet viel Grabpflege

Je mehr Pflanzen dauerhaft auf dem Grab wachsen, desto geringer ist grundsätzlich der Pflegeaufwand. „Frisch gesetzte Pflanzen müssen häufiger gegossen werden, das macht eine Wechselbepflanzung so pflegeintensiv“, sagt Ehlers-Ascherfeld. Ihr Tipp: Staudenmischungen, die je nach Jahreszeit unterschiedliche Protagonisten hervorbringen. Auch versamende Wildpflanzen wie Natternkopf, Wiesensalbei und Taubnessel eignen sich für eine pflegeleichte Grabbepflanzung – und bieten zudem Insekten wichtige Nahrung. „Mit Glockenblumen im Frühsommer und Färber-Kamille im Spätsommer lassen sich viele spezialisierte Wildbienen fördern. Frühblüher wie Lungenkraut, Krokus, Blaustern und Milchstern geben ab Februar jungen Hummelköniginnen die Energie, ein Volk zu begründen“, erklärt Grabow-Klucken.

Bei den Gehölzen empfehlen sich langsam wachsende Arten für ein pflegeleichtes Grab. „Kleine Pinien, Mini-Kiefern oder Muschelzypressen müssen nicht geschnitten werden“, sagt Ehlers-Ascherfeld. Von Buchsbaum rät sie mit Blick auf den inzwischen recht weit verbreiteten Buchsbaumzünsler ab. Als Alternative empfiehlt sie Eiben. „Taxus ist sehr pflegeleicht und lässt sich ebenfalls zu dekorativen Kugeln und Säulen schneiden.“

Mulch und Bodendecker erleichtern die Grabpflege

In den Sommermonaten gehören Gießen und Jäten zu den regelmäßigen Aufgaben in der Grabpflege. Mit Mulch und Bodendeckern lässt sich die Häufigkeit zwar reduzieren. Doch optimal sind diese Lösungen aus Sicht der Expertin nur bedingt. Sie weiß: Nicht jeder Bodendecker ist pflegeleicht. „Einige müssen regelmäßig zurückgeschnitten oder geteilt werden“, sagt Ehlers-Ascherfeld. Für sonnige und trockene Standorte rät zu Gänsekresse und genügsamen Sedum-Gewächsen, im Schatten zur Waldsteinia. Grabow-Klucken empfiehlt trockenheitstolerante, heimische Bodendecker. „Kleinblütige, bodendeckende Arten wie Sandstrohblume, Sand-Thymian und Mauerpfeffer locken viele kleine Maskenbienen an.“ Zum Mulchen empfiehlt Ehlers-Ascherfeld übrigens Pinien- oder Lavamulch. „Herkömmlicher Rindenmulch ist ein enormer Stickstoffzehrer und versauert den Boden.“ Das ständige Düngen und Kalken mache wiederum sehr viel Arbeit und sei in der Summe dann alles andere als pflegeleicht, erklärt die Expertin. dpa


Farbenspiel im Frühjahr

Leuchtende, kompakte Pflanzen und Gehölze sorgen jetzt im März und April für ein attraktives Grab.

Zwiebelblüher und ein bunter Primel-Mix bringen das Grab zum Leuchten. Foto: papillondream/Shutterstock.com
Zwiebelblüher und ein bunter Primel-Mix bringen das Grab zum Leuchten. Foto: papillondream/Shutterstock.com

Die ersten Sonnenstrahlen laden ein zu einem Besuch auf dem Friedhof. Noch sind die großen Bäume kahl. Doch die ersten Sträucher, wie die winterblühende Zaubernuss, die bereits vor dem Laubaustrieb wunderschön gelb blüht und angenehm duftet, zeigen bereits, dass der Frühling naht. Auch auf den Gräbern schauen die ersten vorwitzigen grünen Spitzen der Frühjahrsblüher aus der Erde. Besonders das frische Grün tut der Seele gut und macht Freude, jetzt mit der Pflege des Grabes zu starten.

Zwar werden als Rahmenbepflanzung auf dem Grab oft Nadelgehölze wie Wacholder, Eibe, Thuja, Kiefer oder Zypresse verwendet, aber auch Laubgehölze schaffen eine interessante Kulisse, wie Fächer-Ahorn oder eine frühjahrsblühende Zaubernuss, gelbe Forsythie oder die Hängende Weide mit ihren gelben Kätzchen, die bereits früh im Jahr Nahrung für Bienen und Hummeln bietet. Wenn keine starken Fröste mehr zu erwarten sind, können Gehölze jetzt bei Bedarf zurückgeschnitten werden, um trockene, abgestorbene Triebe zu entfernen oder der Pflanze einen Formschnitt zu geben.

Blumen als Symbol

Zum Hingucker in der Wechselbepflanzung werden Zwiebelblüher, wie Krokusse, Narzissen und Tulpen, die das Grab zu Leuchten bringen. Außerdem eignen sich Tausendschön/Gänseblümchen, die es in den Farben Weiß, Rosa, Rot und Variationen gibt, Stiefmütterchen in einem riesigen Farb-Spektrum sowie weiße, rosa- und blaublühende Vergissmeinnicht als dankbare Kombinationspartner. Gänseblümchen, Vergissmeinnicht und Stiefmütterchen haben übrigens eine lange Tradition und gelten als Symbolpflanzen für die Grabgestaltung. Das Gänseblümchen steht für Bescheidenheit, Mutterliebe und Unschuld. Mit dem Vergissmeinnicht drückt der Angehörige aus „Du sollst unvergessen bleiben“ und das Stiefmütterchen steht für Dreieinigkeit und Erinnerung.

Aus dem Reich der Stauden sorgen jetzt frühjahrsblühende Arten für eine abwechslungsreiche Bepflanzung. Die Gattung Erysimum – der Goldlack – vereint mittlerweile ein Farbspektrum von Weiß über Gelb bis Orange, Rot und Violett. Frühzeitig blühen auch Gänsekresse in leuchtendem Blau oder schneeweiß und die weißen Schleifenblumen. Winterharte Nelken-Arten zeigen dann meist ab April ihre edlen, nostalgisch anmutenden Blüten. Friedhofsgärtner vor Ort und die Treuhandstellen für Dauergrabpflege unterstützen gerne bei Fragen rund um das Thema Grab-Bepflanzung und übernehmen gerne auch die Pflanzarbeiten im Frühjahr. pm