Sonderveröffentlichung

Gesund leben Viel Bewegung ist wichtig für den Rücken

Eine trainierte Rückenmuskulatur ist die beste Basis, um dem Rücken Halt und Stabilität zu geben. Regelmäßiges Training zahlt sich aus.

Ab und zu mal strecken und dehnen – das ist gut für den Rücken. © LIGHTFIELD STUDIOS/SHUTTERSTOCK.COM  

8.09.2020

Untersuchungen von Fachärzten zufolge sind lediglich fünf Prozent der Rückenprobleme auf körperliche Überforderung zurückzuführen. Die anderen 95 Prozent entstehen aufgrund von Unterforderung. Wenn die Rückenmuskulatur nicht beansprucht wird, verkümmert sie. Die tiefliegenden kleinen Muskelstränge an den Wirbelkörpern benötigen ausreichend Reize. Die Aktivierung dieser Rückenmuskeln zur Schmerzprävention ist der Schlüssel zum Erfolg. Ein schmerzfreier Rücken benötigt eine tiefergehende Stimulation. Die Bewegungen sollten also auf allen möglichen Achsen stattfinden.

Die Rückmuskulatur muss gefördert werden

Schon eine leichte Aktivierung kann Reize an die tiefe Rückenmuskulatur senden. Dabei ist jede Art von Bewegung nützlich: Laufen, Walking, Radfahren oder Schwimmen. Am besten ist es, bei den Bewegungen alle Radien auszunutzen. Nach vorne, zur Seite, in der Drehung, den Oberkörper nach hinten dehnen, all das sendet aktivierende Signale an die Muskeln im Rücken. Viele Verspannungen im Oberkörper kommen von einer falschen Haltung. Daher sollte auch darauf geachtet werden, wie man zum Beispiel beim Kochen oder Bügeln steht. Wer dabei permanent gekrümmt arbeitet, sollte sich zwischendurch immer mal wieder aufrichten und den Rücken strecken. Besser ist es allerdings, Herd, Backofen, Bügelbrett oder Staubsauger schon so zu kaufen beziehungsweise einzustellen, dass man sich gar nicht erst krumm machen muss. Das gilt im Übrigen ebenso für Gartengeräte. In der Länge verstellbare Stile sind da ebenso hilfreich wie Teleskopsägen für Hecken- und Baumstutzarbeiten.

Aber nicht nur im Alltag lässt sich etwas für die Rückengesundheit tun. Wer zusätzlich Sport macht, beugt so gezielt vor. Ein Gymnastikball, eine Sportmatte, verschiedene Fitnessbänder und eine Faszienrolle sind der perfekte Heimtrainer. Umfangreiche Anleitungen und Videos können im Internet heruntergeladen werden und geben detaillierte Schritt-für-Schritt-Anweisungen für den effektiven Einsatz. Besonders Schwimmen bietet sich als lebenslanger Begleiter an. Es trainiert den ganzen Körper nahezu ohne Verschleiß, Verletzungen und Belastungen. Bereits zwei Stunden Schwimmen pro Woche kann Rückenbeschwerden zum Verschwinden bringen.

Einen Großteil des Tages verbringen viele am Schreibtisch, auf der Schulbank oder anderweitig im Sitzen. Rückenfreundliche Aktivsitzmöbel beugen ebenso wie ergonomische PC-Eingabegeräte Rückenschmerzen vor. Auch der Schreibtisch kann durch eine Höhenverstellbarkeit dazu beitragen, die Arbeitsposition öfter zu wechseln und dadurch allzu starres Sitzen zu vermeiden. Entscheidend ist aber neben dem richtigen Mobiliar auch generell mehr Bewegung im Büroalltag. Wer Drucker in Reichweite und das Telefonat mit dem Zimmernachbarn gegen einen Drucker am anderen Ende des Büros und gegen ein persönliches Gespräch austauscht, hat schon viel für die Bewegung im Büro getan. Wer die paar Treppen zur Kantine hinauf oder hinab zu Fuß geht, ist meist sowieso schneller als mit dem Aufzug.

Walking, Schwimmen oder Radfahren

Ein Grundsatz: mindestens alle 30 Minuten sollte man ein paar Schritte gehen, sich kurz recken und strecken. Übrigens: Auch Bürostress verursacht Rücken- und Nackenschmerzen. Deshalb ist es sinnvoll, öfter am Tag kurze Pausen einzulegen und sich kleine Auszeiten zu gönnen. Das hilft nicht nur der Muskulatur, sondern gibt Kraft für die kommenden Aufgaben. Von Diane Berger  

Effektive Übung für den Rücken

Im Vierfüßlerstand das rechte Bein und den linken Arm gleichzeitig in die Horizontale strecken, bis der Rücken mit beiden eine Linie bildet.

Die Übung auf jeder Seite 10 Mal fünf Sekunden wiederholen.

Auch im Alter gut hören

Unsere Ohren begleiten uns sicher durch den Alltag. Schwindet das Gehör, gibt es in den meisten Fällen Hilfe.

Entschuldigung, wie war das bitte nochmal? Wer schlecht hört, hat es im Alltag schwer. © SHURKIN_SON/SHUTTERSTOCK.COM
Entschuldigung, wie war das bitte nochmal? Wer schlecht hört, hat es im Alltag schwer. © SHURKIN_SON/SHUTTERSTOCK.COM

Geräusche und Stimmen nimmt man wie selbstverständlich wahr. Und auch sonst können wir uns auf unsere Ohren verlassen und finden uns mit ihnen perfekt in unserer Umwelt zurecht. Schwierig wird es, wenn das Gehör stetig nachlässt. Dem beruflichen Gespräch nicht mehr folgen können, das Telefonieren mit den Enkeln fällt zunehmend schwer.

Der Hörverlust gilt als die dritthäufigste körperliche Erkrankung gleich nach Arthritis und Herzerkrankungen und: Er betrifft Menschen jeden Alters. Neben erhöhtem Stress sind unter anderem auch Unfälle, Lärmbelästigung, Ohrentzündungen oder eine erbliche Vorbelastung für einen fortschreitenden Hörverlust verantwortlich. Experten schätzen, dass etwa 15 Prozent der in Deutschland lebenden Menschen mit einem gewissen Grad an Hörverlust leben müssen. Doch viele lassen diesen laut des Deutschen Berufsverbandes der Hals-Nasen-Ohren-Ärzte unbehandelt, viele empfinden Schwerhörigkeit gar als Makel. Die Folgen sind gravierend. Durch den kognitiven Leistungsverlust gibt es ein erhöhtes Risiko, an Demenz oder Depression zu erkranken, aber auch eine vermehrte Unfallgefahr, zum Beispiel durch Stürze.

Weitreichende Folgeerkrankungen


Die Studie „Hearing Loss – Numbers and Costs“ kommt zu dem Ergebnis, dass in Deutschland die Produktivitätsverluste bei hörgeminderten Personen im Erwerbsalter zu Folgekosten von 39 Milliarden Euro pro Jahr führen. Viele Betroffene fühlen sich im Alltag schnell ermüdet und abgeschlagen und bleiben weit unter ihren Fähigkeiten.

Schwerhörigkeit ist unsichtbar, zunächst durch ein hörendes Umfeld überbrückbar und damit eine unterschätzte Beeinträchtigung. Damit ein schleichender Hörverlust nicht unentdeckt bleibt, fordern Fachärzte des Deutschen Berufsverbandes der Hals-Nasen- Ohren-Ärzte regelmäßige Hörscreenings ab dem 50. Lebensjahr in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufzunehmen. Zum einen, um Folgekosten bei Erkrankung zu vermeiden, zum anderen, um möglichst lange mehr Lebensqualität zu sichern. Generell aber gilt: Bei Verdacht eines Hörverlust sollte man schnell handeln. Hilfe gibt es bei Hörakustikern, bezuschusst von den gesetzlichen Krankenkassen. Sie beraten individuell und bedarfsgerecht zu Hörsystemanpassung und Prävention, passend für die persönlichen Lebensumstände. So unterstützt ein angepasstes Hörsystem nicht nur den Beruf und Alltag wieder akustisch zu optimieren, vielmehr fördert es die seelische Ausgeglichenheit, körperliche Sicherheit und damit die Gesundheit.

Heutige Hörgeräte sind kleine Hochleistungsrechner mit modernster Technik und dezentem Design. Die kleinsten Im-Ohr-Hörgeräte haben die Größe einer Kaffeebohne und stecken nahezu unsichtbar direkt im Gehörgang. Anders als die Hinterm- Ohr-Geräte, die versteckt hinter der Ohrmuschel einen größeren Funktionsumfang besitzen. Sie alle dienen der Reduzierung störender Hintergrundgeräusche und machen die Laute der Sprache klar verständlich.

Viele hörentwöhnte Menschen müssen sich oft erst an die neuen Wahrnehmungen gewöhnen. Regelmäßiges Tragen schafft ganz schnell Sicherheit. Von Marie-Louise Abele