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Job-Börse Digital Viel Empathie für die Patienten

Versorgung: Pia Meder wird im Diak-Klinikum in Schwäbisch Hall zur Gesundheits- und Krankenpflegerin ausgebildet. Ihr gefällt es besonders, viele verschiedene Menschen kennenzulernen.

Die 22-Jährige wechselt gerne Verbände. Fotos: Diak-Klinikum Hall

19.05.2020

Hände desinfizieren, Handschuhe an, Maske auf: Pia Meder muss gerade wegen des Coronavirus mehr denn je auf eine perfekte Hygiene achten. Die 22-Jährige macht eine Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin im Diak-Klinikum Schwäbisch Hall. Zurzeit ist sie in der chirurgischen Notaufnahme. Dorthin kommen zwar keine Infizierten, dafür aber Menschen, die etwa starke Magen-Darm-Beschwerden oder durch einen Unfall Knochen- und Gelenkbrüche sowie tiefe Schnittwunden erlitten haben. „Da ist kein Tag wie der andere“, sagt Pia.

Nach dem Abitur war sich die gebürtige Creglingerin zunächst unklar, was sie werden möchte. „Deswegen habe ich ein FSJ in einer Psychiatrie in Weinsberg gemacht. Die medizinischen Aspekte haben mich sehr fasziniert. Also habe ich mich für die Ausbildung entschieden“, erklärt sie.

Mittlerweile ist die Azubine im zweiten Lehrjahr. Somit hat sie schon einige Stationen kennengelernt: Die Kardiologie, den ambulanten Pflegedienst sowie die Gefäß- und Viszeralchirurgie. Letztgenannte Sparte befasst sich mit allen Leiden, die den Bauchraum betreffen. „Dort hatte ich meinen ersten Praxiseinsatz. Das war etwas ganz Besonderes für mich“, erzählt Pia. Doch auch die Gefäßchirurgie hat ihr gut gefallen. „Da bleiben die Patienten meistens über mehrere Wochen hinweg. Das schafft die Möglichkeit, eine gewisse Bindung zu ihnen aufzubauen. Und jeder Mensch ist anders, das macht die Arbeit sehr abwechslungsreich“, betont die junge Frau. Dabei sei natürlich ein großes Einfühlungsvermögen in die jeweilige individuelle Situation unabdingbar.

Pias Aufgabe ist es, die Patienten rundum zu versorgen. Dazu gehören die Körperpflege, die Essensverteilung und die Verabreichung von Medikamenten ebenso wie die Versorgung der Wunden. „Ich wechsele gerne Verbände“, sagt sie. „Und ich nehme auch gerne Blut ab. Wobei ich da früher am meisten Angst hatte, etwas falsch zu machen. Schließlich übernehmen wir sehr viel Verantwortung.“ Zudem untersucht sie mit einem EKG die Herzfrequenz, legt Infusionen und misst den Blutdruck, die Temperatur sowie den Puls. Die Daten zu dokumentieren und den Ärzten bei den Visiten zu assistieren, zählt ebenfalls zu ihrem Alltag.


"Wir übernehmen sehr viel Verantwortung."


Diak-Klinikum ist voll ausgelastet

Das theoretische Wissen vermittelt die Diakademie, die Berufsfachschule für Pflege des Klinikums. „Wir lernen dort die Basics, zum Beispiel, wie die menschliche Anatomie aufgebaut ist, welche Medikamente es gibt oder wie man Patienten pflegt und Verbände wickelt“, berichtet sie. Der Unterricht dauere normalerweise sechs Wochen am Stück. Nun steht Pia die Onkologie bevor, gefolgt von der „Wahlleistungsstation“, die einen besonderen Komfort bietet. Dann ist die Intensivstation an der Reihe. „Ich finde alles sehr interessant“, sagt sie. Derzeit sei das Krankenhaus wegen Covid-19 voll ausgelastet. „Man hätte nie gedacht, dass es in Deutschland mal so ein Szenario geben würde“, resümiert Pia.

Für ihre Zukunft hat sie schon große Pläne geschmiedet: „Nach dem Examen würde ich gerne Pflegewissenschaften oder so etwas in der Richtung studieren. Mein Traum wäre es, selbst zu unterrichten“, sagt sie. Die Reihenfolge ihrer Karriere hat sie also ganz bewusst gewählt. „So kann ich mich voll und ganz auf die Ausbildung konzentrieren und muss nicht noch an die Uni-Prüfungen denken“, sagt sie. „Für mich war das die beste Entscheidung.“ Von Hannah Pompalla

Vertiefungen

Wer sich beim Haller Diak-Klinikum zum/ zur Pflegefachmann/ frau ausbilden lassen möchte, kann im dritten Lehrjahr folgende Vertiefungen wählen: Akutpflege (Klinikum), Pädiatrie, Langzeitpflege (Altenhilfe) und ambulante Langzeitpflege (Diakonie Daheim).

Alles in einem

Neuerung: Seit Januar 2020 gibt es die Ausbildung zur Pflegefachfrau und zum Pflegefachmann.

Dank des neuen Pflegegesetzes können die zukünftigen Fachkräfte sowohl in der allgemeinen Kranken- als auch in der Kinder- und Altenpflege arbeiten. Foto: Monkey Business Images/shutterstock.com
Dank des neuen Pflegegesetzes können die zukünftigen Fachkräfte sowohl in der allgemeinen Kranken- als auch in der Kinder- und Altenpflege arbeiten. Foto: Monkey Business Images/shutterstock.com

Junge Leute müssen sich nicht mehr entscheiden, welchen Weg sie einschlagen wollen: Im Januar 2020 ist mit dem Pflegeberufegesetz eine neue, generalistische Ausbildungsform mit dem Berufsabschluss Pflegefachfrau beziehungsweise -mann eingeführt worden. Diese bündelt die Ausbildungen zum Gesundheits- und Krankenpfleger, zum Altenpfleger und Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger. Dadurch sind die Absolventen in der Lage, in allen drei Versorgungsbereichen zu arbeiten und leichter zu wechseln.

In den ersten beiden Ausbildungsjahren werden allen jungen Leuten dieselben Lerninhalte vermittelt. Im letzten Lehrjahr haben sie die Möglichkeit, sich auf die Alten- oder Kinderkrankenpflege zu spezialisieren und einen gesonderten Abschluss dafür zu erwerben. Die „Generalisten“ werden Pflegefachfrau/mann. Wer hingegen bereits nach dem zweiten Jahr seine Ausbildungszeit beendet, kann Pflegeassistent werden und in verschiedenen Bereichen arbeiten. Voraussetzung, um Pflegefachfrau/mann werden zu können, ist die Mittlere Reife oder eine zehnjährige allgemeine Schulbildung. Hauptschulabsolventen können die Ausbildung absolvieren, wenn sie über weitere Qualifikationen verfügen.

Neu ist auch, dass für die Lernenden keine Kosten mehr anfallen: Alle Ausbildungswege werden zukünftig über einen gemeinsamen Ausbildungsfonds finanziert. Bislang war an vielen privaten Pflegeschulen in Deutschland noch Schulgeld zu bezahlen.

Während ihrer Lehrzeit bekommen die angehenden Fachkräfte vom Ausbildungsbetrieb eine Vergütung. In Einrichtungen des öffentlichen Dienstes liegt sie bei rund 1140 Euro im ersten Lehrjahr und steigt dann stufenweise auf rund 1300 Euro brutto monatlich an. Über weitere Details informiert das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend auf www.pflegeausbildung.net.

Quelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend/dpa
   

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