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Job-Börse Digital Von wegen gescheitert!

Durchhänger: Zweifel an der Berufswahl treten immer mal wieder auf. Manch einer entscheidet sich sogar dazu, Ausbildung oder Studium abzubrechen – und fühlt sich, als hätte er so richtig versagt. Wie mit diesen Situationen am besten umzugehen ist, weiß die Expertin Anita Christ.

Von wegen gescheitert!

Zwischendurch mal ins Grübeln zu geraten, ob auch wirklich der passende Beruf gewählt wurde, ist ganz normal. Foto: Vladeep/Shutterstock.com

19.05.2020

Zugegeben, nicht jeder Tag in Ausbildung oder Studium gleicht einem Höhenflug! Manchmal gibt es Phasen, in denen es einfach schwerer fällt, morgens seine Motivation zu finden. Mal ist es ein bestimmtes Fach an der Berufs- oder Hochschule, ein anderes Mal vielleicht die Aufgabe in einer bestimmten Abteilung im Unternehmen. Hin und wieder schleichen sich dann auch Zweifel ein, ob die Berufswahl tatsächlich die richtige war.

Doch keine Sorge! „Kleine Zweifel sind völlig normal und können während der Ausbildung immer wieder vorkommen“, beruhigt Anita Christ. Sie ist Business Coach & Trainerin, außerdem Ausbilderin und IHK-Prüferin für kaufmännische Berufe. Wie es jungen Menschen, die noch gar nicht so lange in der Berufswelt unterwegs sind, während so einem Durchhänger geht, weiß die Hallerin deshalb genau. „Meist treten die Grübeleien bei einzelnen Aufgabenbereichen auf, welche zunächst schwierig erscheinen oder wenig gelingen wollen“, erklärt sie.

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Den Ausbilder mit ins Boot holen

Hilfreich ist es ihrer Meinung nach in solchen Situationen, den Ausbilder um Rat zu bitten. Laut Anita Christ, die selbst als Ausbilderin für diese Personengruppe arbeitet, seien dann vor allem deren pädagogische Fähigkeiten und Empathie gefragt. „In einem Vier-Augen-Gespräch mit dem Azubi oder Studenten können die Ursachen am besten erkannt werden. Die reichen von einem unpassenden Ablauf oder Lerntempo, bis hin zu Über- oder Unterforderung.“ Der Ausbilder sollte den jungen Menschen dann bestenfalls das Scham- und Schuldgefühl nehmen und ihn ermutigen, die Gründe zu erforschen.

Denn Anita Christ betont: „Während kleine Zweifel ganz normal sind, muss bei großen, ständig wiederkehrenden Zweifeln unbedingt hinterfragt werden, woher sie rühren.“ Und was gilt es dafür als erstes zu tun? „Genau hinschauen!“, rät sie. Allen Mut zusammenzunehmen und sorgfältig zu reflektieren, ob die Berufs- oder Studiengangswahl mit den eigenen Begabungen und Neigungen übereinstimme, sei der Expertin zufolge der erste Schritt.

Ein kritischer Blick auf sich selbst kann helfen

Ein Tipp, der sich auch für viele Schüler lohnt, die sich gerade erst auf die Suche nach ihrer beruflichen Zukunft machen, wie Anita Christ weiß: „Ich empfehlen den Jugendlichen sehr, für ihre Berufswahl erst einmal einen kritischen Blick auf sich selbst zu werfen. Sie sollten sich beispielsweise fragen, welche Tätigkeiten ihnen leicht, und welche schwer fallen.“ Außerdem helfe es ungemein, mit nahestehenden Menschen zu sprechen und dabei zu ermitteln, welche starken Eigenschaften sie bei ihnen erkennen. „Wer möchte, kann seine gewonnenen Erkenntnisse dann zum Beispiel auch in einem Potenzialcoaching vertiefen, um die Entscheidung für die persönliche und berufliche Entwicklung ganz bewusst und selbstsicher anzugehen“, empfiehlt die Hallerin.

Ausbildungsmessen, wie sie auch die VR Bank mit ihrer Job-Börse anbietet, sieht sie als tolle Möglichkeit, um sich umfassend zu den regionalen Angeboten und Unternehmen zu informieren. „Ich finde es sehr gut, dass die nun trotz der aktuellen Situation digital stattfinden kann“, so Anita Christ.

Und wenn’s doch „schiefgeht“?


Hin und wieder merken junge Menschen aber, dass ihre Zweifel unumgänglich werden, und sie brechen ihre Ausbildung oder ihr Studium ab. Oftmals schwelt dann der Gedanke in den Köpfen, im Berufsleben direkt versagt zu haben. „Leider ist diese Meinung in unserer Gesellschaft noch sehr verbreitet und hat fürchterliche, negative Auswirkungen“, ist sich die Expertin bewusst, macht aber gleichzeitig auch Hoffnung: „Allmählich verändert sich zum Glück unser gesellschaftliches Bild.“

In so einem Fall – also wenn das Gefühl, gescheitert zu sein, einen einzunehmen versucht – rät sie, sich eine positiv ausgerichtete Lebenshaltung anzueignen. „Aufstehen, Bewährtes mitnehmen, neu ausrichten und erfolgreich werden“, erläutert Anita Christ ihre Vorgehensweise. Das mache ihr zufolge stark, kurbele das Selbstvertrauen und den Selbstwert an und entwickle ein selbstbestimmtes, zufriedenes Leben. „Wichtig ist es, sich folgende mentale Haltung zu erlauben: ‚Ich habe zwar falsch gewählt, weil ich eine andere oder gar falsche Vorstellung von diesem Beruf hatte – jetzt starte ich dafür aber neu durch mit dem zu mir passenden Beruf!‘“ Von Alisa Grün

Zur Person

Foto: privat
Foto: privat

Bereits als junge Frau hat Anita Christ mit der Ausbildung in kaufmännischen Berufen begonnen und dabei ihre Freude an der Begleitung junger Menschen entdeckt. Seit 2002 ist sie in der Weiterbildung und Beratung als Coach und Trainerin tätig. Zwei Jahre später eröffnete sie in Schwäbisch Hall ihre eigene Coachingpraxis, in der sie sich unter anderem auf Business Coachings und Beratungsprogramme für Frauen spezialisiert hat. Zudem ist sie Trainerin für AEVO-Kurse und bildet dabei beispielsweise Ausbilder bei der Bundeswehr, der IHK und in eigenen Kursen aus. Weitere Infos gibt es auf anita-christ.de

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