Sonderveröffentlichung

Neubau Mensa Tegelbergschule Auf dem roten Teppich geht’s zum Essen

Bauen: Seit diesem Schuljahr haben die Schüler der Gemeinschaftsschule am Tegelberg in Geislingen eine Mensa. Dem verantwortlichen Architekten Lothar Müller gelang bei den Kosten fast eine Punktlandung.

Farbenfrohe Stühle und die froschgrüne Essensausgabe machen gute Laune beim Mittagessen.

7.12.2020

Neun Jahre lang wünschten sich die Schüler der Geislinger Tegelbergschule eine Mensa. In diesem Schuljahr hat die Stadt ihnen diesen Wunsch erfüllt. Seit Schuljahresanfang stürmen täglich etwa 300 Kinder in mehreren Schichten den trotz seiner Größe (13,5 auf 14,5 Meter) gemütlichen Saal mit den zehn Tischreihen, den 36 tief hängenden Papier-Kugellampen und dem Panorama-Ausblick auf Geislingen durch die Glasfassade. Der froschgrüne Rahmen rund um die Essensausgabe bildet einen fröhlichen Hingucker.
      

Lothar Müller - Dipl. Ing. (FH) freier Architekt

Architekt des Gebäudes, das sich mit seiner kompakten Geometrie unauffällig an die von Architekt Veit Gmelich errichtete Tegelbergschule anpasst, ist Diplom-Ingenieur Lothar Müller. Er freut sich, dass die Mensa trotz der geologischen Herausforderungen im Steilhang bis auf ein paar Kleinigkeiten nach einer Bauzeit von 15 Monaten pünktlich fertig geworden ist: „Das habe ich den Schülern und Lehrern beim Spatenstich versprochen.“ Auch bei der Einhaltung der Kosten ist dem Architekten fast eine Punktlandung gelungen: Statt der veranschlagten 2,145 Millionen Euro hat er ziemlich genau 2,150 Millionen ausgegeben, also nur 5000 Euro mehr.

Ing.-Büro Deschner GmbH

Die neue Mensa befindet sich nur wenige Meter entfernt vom Schulhof. Der Schmutzfangteppich im Foyer hinter dem Haupteingang leuchtet rot. „Ich hab’ den Kindern einen roten Teppich ausgelegt“, sagt der Architekt lachend. Der Teppich nehme die Feuchtigkeit und den Schmutz der Schuhe gut auf und sei selbst einfach zu reinigen. Von dort aus geht es zu den Toiletten und zu einem zusätzlichen Raum, in dem sich acht Kinder gleichzeitig die Hände waschen können.

Tragwerksplanung Dipl.-Ing. Thomas Neher

Weil die Mensa nicht nur für die Schüler zum Essen geplant ist, sondern als Multifunktionsraum, in dessen Wand zum Beispiel eine Leinwand integriert ist, stören keine Stützen die Sicht in irgendeine Richtung.
      

      


"Dass wir pünktlich fertig werden, habe ich beim Spatenstich versprochen."

Lothar Müller Architekt der Mensa


Angenehme Atmosphäre

Möglich ist dies durch die vorgespannte Betondecke, für die sich der Architekt entschieden hat. „Im Industriebau gibt es die schon lang, mit ihr kann man große Spannweiten stabil überbrücken“, sagt er. 15 Zentimeter darunter befindet sich eine Akustikdecke aus Holzwolle. Sie sorgt, gemeinsam mit den Papierlampen, dafür, dass der Lärm aus Gesprächen und Geschirrklappern zum Teil absorbiert wird. „Die Mensaleiterin Helena Skrlin hat erzählt, dass es den Kindern schon aufgefallen ist, wie angenehm die Atmosphäre hier ist“, berichtet der Architekt.
    

     
Durchdachte Logistik

Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sorgt für zugfreien Luftaustausch und spart Heizenergie. In der geräumigen Aufwärmküche, die an den Schultagen mit Mahlzeiten aus der WMF-Küche beliefert wird, können sich fünf Mitarbeiterinnen aufteilen in den Spülbereich, den Vorbereitungsraum und an der Essensausgabe.
    

Der Geislinger Architekt Lothar Müller hat die neue Mensa für die Gemeinschaftsschule am Tegelberg in 15 Monaten geplant und umgesetzt. Unter Papierlampen sitzen die Schüler jetzt beim Essen im geräumigen Multifunktionsraum und genießen die Aussicht auf Geislingen.  FOTOS: ARCHITEKTURBÜRO LOTHAR MÜLLER  
Der Geislinger Architekt Lothar Müller hat die neue Mensa für die Gemeinschaftsschule am Tegelberg in 15 Monaten geplant und umgesetzt. Unter Papierlampen sitzen die Schüler jetzt beim Essen im geräumigen Multifunktionsraum und genießen die Aussicht auf Geislingen. FOTOS: ARCHITEKTURBÜRO LOTHAR MÜLLER  

     
„Hier muss es zackzack gehen, wenn die hungrigen Kinder kommen“ sagt der Architekt und freut sich, dass dies dank zweier Ausgabestellen und durchdachter Logistik tatsächlich auch funktioniert. Bis auf zwei kamen alle ausführenden Firmen aus Geislingen und Umgebung. Der Architekt lobt die gute und kollegiale Zusammenarbeit mit Rektor Ottmar Dörrer und den Lehrern der Schule sowie mit den Mitarbeitern des städtischen Hochbauamts. Von Claudia Burst