Sonderveröffentlichung

Daheim an historischem Ort

Notar Andreas Oberländer mit seinem Team vor dem Domizil der Kanzlei, der ehemaligen Geislinger Gaststätte Wilhelmshöhe. Fotos: Jürgen Wahr
Notar Andreas Oberländer mit seinem Team vor dem Domizil der Kanzlei, der ehemaligen Geislinger Gaststätte Wilhelmshöhe. Fotos: Jürgen Wahr
15.01.2018
Von Jürgen Wahr   

Einst per königlicher Verordnung im Jahre 1826 eingerichtet, sind die amtlichen Notarbezirke zu Beginn dieses Jahres Geschichte: Das öffentliche Notariat trat zeitangepasst nun an dessen Stelle. Andreas Oberländer, bislang Bezirksnotar in Geislingen, hat seinen Beamtenrock an den Nagel gehängt und sich dazu entschieden, im Rahmen des Auswahl- und Zuteilungsverfahrens nun als freier Notar für die Bürger der Stadt mit Brief und Siegel zu wirken.

Es konnte wohl keine bessere Wahl geben, als die einst im Jugendstil erbaute Gastwirtschaft „Wilhelmshöhe“ als Domizil zu erwerben und im Glanz der damaligen Zeit für die notwendigen Büroräume neu entstehen zu lassen.

So ist aus dem um 1900 erbauten Gebäude im Dornröschenschlaf ein echter Hingucker entstanden. Das Dach und die Außenfassade sowie die gesamten Innenräume wurden mit kompetenter Handwerkskunst einer generellen Renovierung unterzogen. Hierbei wurde darauf geachtet, den Charakter und den Stil der damaligen Zeit möglichst zu erhalten.

Helle, lichtdurchflutete Räume sorgen für eine angenehme Arbeits- und Gesprächsatmosphäre.
Helle, lichtdurchflutete Räume sorgen für eine angenehme Arbeits- und Gesprächsatmosphäre.
Lichtdurchflutete Büroräume mit farblich harmonisch abgestimmtem Interieur, auf zwei Stockwerke des Gebäudes verteilt, vermitteln eine Gesprächsatmosphäre, die für eine Beratung und Bearbeitung der Anliegen förderlich ist. Moderne Kommunikationsmittel sichern schnelle Arbeitsabläufe.

Mit seinen zunächst fünf Fachangestellten ging der 54-jährige Notar und Familienvater von zwei erwachsenen Töchtern zu Beginn des Jahres an den Start, um alle von beamteten Notaren bislang erledigten Aufgaben wahrzunehmen. Dazu zählen beispielsweise die Erstellung und Beurkundung von Grundstückskaufverträgen, Ehe- und Erbverträge, Testamente, Nachlassregelungen sowie gesellschaftsrechtliche Angelegenheiten. Kurzum: Einfach alles, bei dem eine rechtsverbindliche Beurkundung gefordert wird.

Viele Geschichten sind mit dem historischen Gebäude verbunden. So waren die Gastwirtschaft und der daneben befindliche Saal mit zahlreichen Tanzveranstaltungen wohl der gesellschaftliche Mittelpunkt der Stadt. Nach dem Krieg kamen vor allem aus Stuttgart und Ulm zahlungskräftige Gäste, um nicht nur bei der WMF einzukaufen, sondern sich auf der Wilhelmshöhe zu amüsieren (siehe Extra-Bericht).

Inge Hafner, eine Nachfahrin der Gründerfamilie, die den Verkauf an Oberländer ermöglichte, schwärmt noch heute von der einstigen Zeit. Der Tanz- und Festsaal wird im Freilichtmuseum Beuren als stiller Zeuge Geislinger Zeitgeschichte künftig einen würdigen Platz einnehmen.

Info
Terminvereinbarung unter (07331) 9 36 48 90, E-Mail info@notar-oberlaender.de
Anschrift: Notar Andreas Oberländer in 73312 Geislingen, Türkheimer Straße 3


Ein Zeugnis der Lebensfreude

Erinnerung - Die Gastwirtschaft „Wilhelmshöhe“ war über die Region hinaus bekannt. Besucher aus Stuttgart und Ulm kamen dorthin, um ausgelassen zu feiern.

Bei Krebsverdacht macht der Urologe eine Biopsie. © ROB3000/FOTOLIA.DE
Bei Krebsverdacht macht der Urologe eine Biopsie. 
© ROB3000/FOTOLIA.DE

Von Jürgen Wahr    

Mit dem Notarbüro von Andreas Oberländer hat die „Wilhelmshöhe“ eine Einrichtung bekommen, die mit „Brief und Siegel“ das Leben der Bürger bestimmt. Einst war die Wilhelmshöhe eine weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Gaststätte. Deren verblassten Glanz hat der geschichtsbegeisterte Andreas Oberländer durch das aufwendig renovierte Gebäude wieder auferstehen lassen.

Als die sogenannten Kaffeezüge aus Stuttgart und Ulm in der Nachkriegszeit den Anfang des Tourismus in Geislingen einläuteten, begann für die Wilhelmshöhe und den daneben befindlichen Tanz- und Festsaal – er wird künftig einen Platz haben im Freilichtmuseum von Beuren – eine Blütezeit. Die ersten Besucher stiegen im September 1949 aus einem solchen Zug aus und wurden mit klingendem Spiel von der neu gegründeten Stadtkapelle auf dem Bahnhofsvorplatz empfangen.

Mit einer fachmännischen Behandlung beim Podologen wird die Barfuß-Zeit zum Genuss. © Sunny studio/fotolia.com
Mit einer fachmännischen Behandlung beim Podologen wird die Barfuß-Zeit zum Genuss. © Sunny studio/fotolia.com
Mit welchen Erwartungen kamen diese Reisenden vor 60 Jahren in die Fünftälerstadt, kurz nach der Währungsreform und dem Beginn des Wirtschaftswunders? Dies wusste keiner besser als der erste Fremdenführer der Stadt, Wolfgang Herrmann, der inzwischen verstorben ist. 2009 hatte der damals 83-Jährige der GZ in einem Interview über jene Tage berichtet.

Fischhalle nur Nebensache

„Die angereisten zahlungskräftigen Menschen wollten etwas erleben“, berichtete der ehemalige Fremdenführer Herrmann, den man heutzutage eher als Stadtführer oder Tourismusbeauftragten bezeichnen würde und der die Sehenswürdigkeiten der Fünftälerstadt den erlebnishungrigen Besuchern nahebrachte. In der WMF-Fischhalle ein Schnäppchen zu ergattern, sei eher Beiwerk als Ziel des Besuchs gewesen, erzählte Herrmann.

Fruchtiger Sommerhit. © denira/fotolia.com
Fruchtiger Sommerhit. © denira/fotolia.com
Im Frühlingsgarten, in der Wilhelmshöhe und im Adlersaal in der Oberen Stadt sei damals abends „so richtig die Post abgegangen“, wenn der „Russe-Fritz“ mit seinem Ensemble für die Gäste zum Tanz aufgespielt habe. Denn erst nach vier Tagen und drei unterhaltsamen Abenden fuhren diese Kaffeezüge wieder nach Stuttgart oder Ulm zurück.

Peter Barkow begleitete diese Züge und unterhielt die Gäste an den Abenden. Dem Parodisten aus Stuttgart standen zwei nette „Schwabenmädels“ zur Seite. Herrmann damals bei dem Gespräch: „Heute würde man dazu Tourismusbeauftragte sagen.“ Barkow sei noch heute vielen bekannt, verlieh er doch dem TV-Äffle und -Pferdle seine Stimme.

Immer wenn der erste Fremdenführer der Stadt von damals erzählte, von den ausgelassenen Tagen in der Zeit des Wirtschaftswunders, dann leuchteten stets seine Augen. Und ein Schmunzeln verriet bei der einen oder anderen Episode, welche Lebenslust sich kurz nach dem Krieg wohl bei diesen Kaffeefahrten Bahn brach.

Info
Mehr zur Wilhelmshöhe gibt es online unter www.wilhelmshoehe-geislingen.de zu erfahren.

www.wilhelmshoehe-geislingen.de

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