Sonderveröffentlichung

Mobile Banking II Digitale Unterstützung

In Sachen Bankgeschäft spielt die persönliche Beratung immer noch eine große Rolle. © RAWPIXEL.COM/SHUTTERSTOCK.COM
In Sachen Bankgeschäft spielt die persönliche Beratung immer noch eine große Rolle. © RAWPIXEL.COM/SHUTTERSTOCK.COM

Die neuen digitalen Initiativen der Finanzindustrie sind vielfach den Kinderschuhen entwachsen. Zahlreiche Institute erschließen neue Kundengruppen.


Volksbank Göppingen eG

Modernisierung der traditionellen Modelle

So konnte der Konzern etwa mit seiner Digitalmarke „Adam Riese“ seit ihrem Start Ende 2017 Ende 2018 bereits mehr als 30 000 Kunden für eine flexible und günstige Haftpflicht- oder Rechtsschutzversicherung gewinnen. Dabei ist es Junker wichtig zu betonen, dass mit den digitalen Investitionen der W&W der stationäre Vertrieb durch digitale Services erweitert werden soll. „Wir legen nicht nur ein Augenmerk auf neue digitale Initiativen, sondern auch auf die Modernisierung der traditionellen Modelle“, macht Junker klar. Diese Verbindung von traditionellem Beratergeschäft mit digitalen Services ist indessen typisch für viele Geschäftsmodelle der Finanzindustrie geworden. „Bei aller Digitalisierung ist und bleibt die persönliche Beratung und unsere Nähe zum Kunden in Filialen der Kern unseres Leistungsversprechens“, sagt dazu Rainer Neske, Vorstandsvorsitzender der LBBW. Und weiter: „Die großen politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten, die wir derzeit erleben, werden den Wunsch nach persönlicher Beratung noch forcieren.“ Auch in der Vermögensverwaltung sind die Anforderungen an die Digitalisierung in der Finanzbranche gestiegen. „Auf diesem Feld gibt es wachsende Kundenwünsche“, sagt Markus Heilig, Stuttgarter Niederlassungsleiter der Bethmann Bank. Nicht von ungefähr steckt die Bethmann-Muttergesellschaft ABN Amro derzeit 160 Millionen Euro in die Digitalisierung ihrer Töchter. Digitale Angebote versteht die Bethmann Bank dabei als Ergänzung zur individuellen Beratung. Heilig nennt in diesem Kontext die sichere und transparente Archivierung von Portfolioberichten, Kontoauszügen und Wertpapierabrechnungen. Hier gäbe es kein ‚entweder oder‘, sondern ein „sowohl als auch“ von digitalem und analogem Banking. „Auf diese Weise kombinieren wir persönliche Kundenbetreuung mit digitalen Angeboten auf sinnvolle Weise“, erläutert Heilig. Dass es einen Zusammenhang zwischen Online- und persönlicher Beratung gibt, stellt auch die Commerzbank fest. „Wenn man im Umkreis von zehn Kilometern keine Filiale mehr hat, nimmt die Eröffnung von Online-Konten signifikant ab“, sagt Mario Peric, der bei dem Institut das Privatkundengeschäft in Stuttgart verantwortet. Nicht alles, was die Kunden online bearbeiten könnten, würden sie auch tatsächlich per Handy oder PC erledigen wollen. „Viele wollen vor Abschluss eines Geschäfts gerne noch mit einem Berater reden“, sagt Peric, dessen Institut für 2018 bei der Nutzung der Commerzbank eigenen App eine Zunahme von 42 Prozent registriert hat – Tendenz steigend.


"Auch bei der Vermögensverwaltung ist der Anspruch in der Branche gestiegen."


Klassische Modelle treffen auf digitale

Auch die Zahl der digitalen Wertpapierordern steigt: Der Anteil der online getätigten Aufträge hat bei der Commerzbank inzwischen die Marke von 50 Prozent geknackt. „Mobile Only“ oder „Digital Only“ ist also für viele Banken nicht der Königsweg. So bedeutet die Digitalisierung für die Finanzbranche also weder den Untergang aller traditionellen Geschäftsmodelle noch die Antwort auf alle Herausforderungen der Zukunft, wie es Junker von der W&W ausdrückt. „Die Wahrheit liegt, wie so oft im Leben, irgendwo in der Mitte, im richtigen Maß, nicht im Extremen."


Jugendliche lieben es bar

Junge Menschen zwischen 16 und 25 Jahren nutzen zunehmend häufiger Banking-Apps über ihr Smartphone.

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Außerdem sind sie der Überzeugung, dass sich digitale Bezahlmethoden wie Mobile Payment oder Kryptowährungen in Zukunft durchsetzen werden. Dies ergab eine repräsentative Stichprobe des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Schufa. Dennoch sind Barzahlungen bei jungen Menschen weiterhin sehr verbreitet. Die befragten Jugendlichen zahlen lieber mit Scheinen und Münzen als mit Kreditkarte oder Smartphone. In den wesentlichen Aspekten ihres gegenwärtigen Finanzverhaltens unterscheiden sich die sogenannten Digital Natives kaum von der Elterngeneration. Wie die Studie im Detail ergab, zahlen nach wie vor mehr als sechs von zehn jungen Menschen (2019: 63 Prozent, 2018: 61 Prozent) lieber bar als mit EC- oder Kreditkarte. Eine Abschaffung des Bargelds würde gerade einmal jeder vierte Befragte befürworten. 52 Prozent sprechen sich für das kontaktlose Bezahlen mit der EC- oder Kreditkarte aus, bei der die Karte nicht in ein Lesegerät eingesteckt werden muss. Nur ein gutes Drittel (35 Prozent) wünscht sich mehr Möglichkeiten, mit dem Smartphone zu bezahlen. Über die Hälfte der Befragten (52 Prozent) hält digitale Bezahlmöglichkeiten für unsicherer als Bargeldzahlungen. Dennoch sind die jungen Menschen in Deutschland der Überzeugung, dass sich digitale Bezahlmethoden in Zukunft durchsetzen werden (88 Prozent) und letztlich sogar bequemer als Zahlungen mit Bargeld sind (81 Prozent).

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