Sonderveröffentlichung

25 Jahre WIF Impulse für starken Landkreis

Seit 25 Jahren setzt die Wirtschafts- und Innovationsförderungsgesellschaft des Landkreises Akzente für die Region. Gerade jetzt ist ihr Beratungsangebot umso wichtiger.

WIF-Geschäftsführer Reiner Lohse (links) und Projektleiter Chris Ewest. Foto: Constantin Fetzer

17.11.2020

Waren es einst Veranstaltungen mit überregionaler Strahlkraft zur Vernetzung zahlreicher Akteure, konzentriert sich die Wirtschaftsund Innovationsförderungsgesellschaft des Landkreises (WIF) heute vor allem um die individuelle Beratung und Begleitung von Unternehmen. „Wir wollen vernetzen und Experten mit Unternehmen in Kontakt bringen“, berichtet Reiner Lohse, Geschäftsführer der WIF. Denn bei allen Änderungen in den vergangenen Jahren und den aktuellen Rahmenbedingungen bleibt der Kern der Herausforderung für die WIF gleich: Die grundlegende Aufgabe, eine starke Wirtschaftsregion und die Unternehmen voranzubringen und zukunftsfähig machen. Rückblick: Bereits in den 1980er-Jahren haben unternehmerische Vordenker im Landkreis dazu den „Verein zur Förderung des Wirtschaft“ gegründet. Das Ziel war es, Betriebe an einen Tisch zu holen, Orientierung zu geben und Weichen zu stellen. Schnell wurde klar, dass diese Idee intensiver betreut und umgesetzt werden muss, der Verein in dieser Form konnte diese wichtige Aufgabe nicht alleine und vor allem nicht mit nebenamtlichen Kräften stemmen. Mit der Gründung der WIF als eigenständige Gesellschaft 1995 unterstrichen die Akteure im Landkreis die Bedeutung der Wirtschaftsförderung. Die Arbeit ist mehr als Technologie- und Wissenstransfer, sondern der Begriff der Wirtschaftsförderung musste breiter angelegt werden. Ein kluger Schritt, von dem der Landkreis bis heute profitiert.

Mit Veranstaltungen wie den Göppinger Maschinenbautagen, Gesundheits-, Hochschul- und Genussmessen sowie vielen weiteren Ideen hatte das Team um Reiner Lohse gemeinsam mit den jeweiligen Akteuren im Landkreis zahlreiche bemerkenswerte Events etabliert gehabt, die auch über die Kreisgrenzen hinaus große Beachtung fanden. Fachsymposien und zahlreichen Netzwerkveranstaltungen rundeten dieses anspruchsvolle Programm ab.

Innovationen immer im Fokus

Ab 2009 rückte das Thema „Innovation“ immer stärker in den Fokus. Mit dem Namen „Wirtschafts- und Innovationsförderungsgesellschaft des Landkreises“ begann eine Neuausrichtung, die den neuen Ansprüchen an die Wirtschaftsförderung gerecht wurden. Die Potenziale der WIF liegen sodann verstärkt auf der zielgerichteten Arbeit mit Unternehmen und einer engeren Betreuung einzelner Betriebe. Ein klein wenig „zurück zu den Wurzeln“, denn der Wunsch nach einer bedeutenderen Vernetzung von Hochschulen und Steinbeis mit den Unternehmen im Landkreis, nach Technologietransfer und nach der Begleitung der Betriebe im Technologiewandel, ist groß – bis heute.

Weiterhin Netzwerk-Veranstaltungen

Neben den Einzelberatungen sind es auch Veranstaltungen zum Netzwerken, die von der WIF organisiert oder begleitet werden. Allen voran der „Unternehmerzirkel“, in dem sich Inhaber und Geschäftsleiter namhafter Firmen austauschen. Personalführung, Entwickeln von USPs, IT-Infrastrukturen im eigenen Unternehmen, Umgang in Krisensituationen – das sind nur einige der Themen, mit denen sich der Kreis beschäftigt. Etwa sechs Mal im Jahr trifft sich der Unternehmerzirkel – persönlich oder auch virtuell. Ein weiteres Netzwerkinstrument ist der etwas offenere, aber dennoch sehr praxisorientierte „Innovationszirkel“. Er richtet sich an Fach- und Führungskräfte insbesondere aus dem technischen Bereich. Gut zwei Dutzend Interessierte sind bei den Treffen regelmäßig mit dabei und tauschen sich aus. Und: Ein externer Referent gibt den Teilnehmern in einem Impulsvortrag Denkanstöße. Die WIF organisiert die Veranstaltung, Gastgeber ist jeweils die Firma eines der Teilnehmer – die Betriebsbesichtigung ist dabei ein fester Programmpunkt. In einem daran angelehnten Gründerzirkel will die WIF verstärkt auch junge Unternehmen zusammenbringen und engagiert sich zudem in Kooperationsveranstaltungen wie dem Gründerfrühstück oder dem Gründergrillen.


"Wir wollen Experten und Unternehmen vernetzen"

Reiner Lohse,
Geschäftsführer der WIF


Ein dritter Zirkel, der von der WIF begleitet wird, ist jener von Unternehmen in Schlierbach. Dort treffen sich Unternehmen auf eigene Initiative und sprechen über Themen rund um die Industrie 4.0, Digitalisierung und weitere Herausforderung der vor allem technisch geprägten Branchen.

„Mit unseren unterschiedlichen Angeboten reichen wir den Unternehmen die Hand und suchen entsprechende Wegpunkte und Experten-Know-how für den Erfolg am Markt“, sagt Reiner Lohse. Wie einst, vor 25 Jahren, ist genau dieses Netzwerken und das Zusammenbringen von aktiven Machern der Schlüssel für den Erfolg der WIF.

Von Constantin Fetzer
  

Die WIF

Die WIF wurde 1995 gegründet und begleitet und berät Unternehmen. Erster hauptamtlicher Geschäftsführer war Wolfram Dreier, seit 2001 leitet Reiner Lohse die GmbH. Zur fachlichen Unterstützung wurde zwischen der WIF und der Steinbeis-Stiftung ein Kooperationsvertrag geschlossen.

Auf regionaler Ebene arbeitet die WIF eng mit der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS) zusammen.

Finanziert werden die Aktivitäten der WIF durch die Kreissparkasse Göppingen, den Landkreis Göppingen sowie der Städte und Gemeinden Adelberg, Aichelberg, Albershausen, Bad Ditzenbach, Bad Überkingen, Birenbach, Böhmenkirch, Börtlingen, Boll, Deggingen, Donzdorf, Drackenstein, Dürnau, Ebersbach, Eislingen, Eschenbach, Gammelshausen, Geislingen, Gingen, Göppingen, Gruibingen, Hattenhofen, Heiningen, Hohenstadt, Kuchen, Lauterstein, Mühlhausen im Täle, Rechberhausen, Salach, Schlat, Schlierbach, Süßen, Uhingen, Wäschenbeuren, Wangen, Wiesensteig und Zell u.A.

Preis für Innovationen und Unternehmer

Hariolf Teufel beim Innovations- und Unternehmerpreis. Foto: Giacinto Carlucci
Hariolf Teufel beim Innovations- und Unternehmerpreis. Foto: Giacinto Carlucci

Der Innovations- und Unternehmerpreis wird seit 1995 von der WIF gemeinsam mit der Kreissparkasse Göppingen verliehen. Dabei werden alle zwei Jahre herausragende Ideen und Projekte ausgezeichnet. Die vielfältigen Bewerbungen unterstreichen das große Renommée des Preises, der insgesamt mit rund 15 000 Euro dotiert ist. Bewerben können sich Unternehmen aus dem Landkreis Göppingen, unabhängig von der Beschäftigtenzahl, die innovative Produkte, Verfahren, Organisationsformen, Projekte oder Dienstleistungen entwickelt und zur Marktreife gebracht haben. Der Preis wird in unterschiedlichen Kategorien vergeben und immer wieder werden auch Sonderpreise verliehen. Zum Beispiel für besonders nennenswerte Jungunternehmen – heute als Start-ups bekannt. Auch soziale Projekte wurden so bereits in den Fokus gerückt. Seit 2013 ergänzt der „Unternehmerpreis“ die ursprünglich rein auf Unternehmen ausgerichtete Auszeichnung. Mit ihm werden engagierte Unternehmerpersönlichkeiten für ihr Lebenswerk ausgezeichnet – so bereits der ehemalige Arbeitgeberpräsident und Allgaier-Gesellschafter Professor Dieter Hundt sowie die Unternehmer Willi Kopf (Zinkpower), Peter Zimmermann (Mink Bürsten) oder Adolf Heldele (Heldele). Der nächste Innovationspreis soll 2021 ausgeschrieben werden.