Sonderveröffentlichung

Sanitär - Heizung - Klima Karriere-Neustart mit einer zweiten Ausbildung im SHK-Handwerk

Vor dreieinhalb Jahren wagte Tobias Bernecker den Sprung und startete seine berufliche Laufbahn noch einmal von vorn: Mit 29 Jahren begann er eine zweite Ausbildung als Anlagenmechaniker. Heute steht er kurz vor dem Abschluss.

Tobias Bernecker macht sich bereit für den Auftrag beim Kunden, wo ihn viele abwechslungsreiche Aufgaben erwarten. Foto: Klein GmbH

25.01.2021

Manchmal bemerkt man erst nach einiger Zeit im gewählten Beruf, dass er nicht so recht zu einem passt. Auch Tobias Bernecker wurde erst nach einigen Jahren bewusst, dass er mit seiner Berufswahl auf Dauer nicht glücklich werden würde. Der gelernte Einzelhandelskaufmann war in einem Sandstrahl-Unternehmen tätig und erledigte dort überwiegend Büroarbeiten. Zu eintönig und wenig herausfordernd erschienen ihm auf Dauer die gestellten Aufgaben. „Mein Arbeitsbereich war klar umrissen und so wusste ich bereits morgens immer ganz genau, was mich erwartet. Mit der Zeit hat mich das einfach nicht mehr gereizt“, erinnert sich Tobias Bernecker. „Ich habe also schon länger mit dem Gedanken gespielt, mich zu verändern. Als schließlich bekannt wurde, dass mein damaliges Unternehmen schließen wird, wurde ich aktiv und entschloss mich dazu, mit 29 Jahren in einer neuen Branche noch einmal ganz von vorn anzufangen.“
   

Eine Laufbahn im Handwerk einschlagen

Der neue Beruf sollte abwechslungsreich und mit viel praktischer Arbeit verbunden sein. Über seinen Schwiegervater kam Tobias Bernecker mit Walter Wallitschek vom SHK-Betrieb Klein aus Ebersbach in Kontakt, wo er einige Tage probearbeiten durfte, um tiefere Einblicke in den Beruf zu erhalten. „Ein Praktikum vor der endgültigen Wahl der Ausbildung ist auf jeden Fall empfehlenswert“, weiß Bernecker, „denn nur so kann man seine zukünftigen Aufgaben wirklich kennenlernen und feststellen, ob diese gefallen oder nicht. Mich hat die Vielseitigkeit und die erforderliche Hands-on-Mentalität im SHK-Handwerk gleich angesprochen und so entschied ich mich für die zweite Ausbildung als SHK-Anlagenmechaniker.“

Heute kurz vor dem Ziel

Dreieinhalb Jahre später steht das Ausbildungsende kurz bevor. Die Schulabschlussprüfung fand bereits im Dezember statt, die Gesellenprüfung folgt im Februar – sofern es die aktuelle Lage zulässt. Tobias Bernecker ist zuversichtlich: „Trotz des wenig optimalen Schulbetriebs während der letzten Monate fühle ich mich durch meine tägliche Arbeit im Betrieb gut auf die theoretische und praktische Prüfung vorbereitet. Die Ausbildung in einem kleineren Unternehmen ist hier von großem Vorteil, weil man überall anpacken muss und so alle Tätigkeiten kennenlernt – sei es eine komplette Badsanierung, die Wartung eines Druckminderers oder das Ziehen von Wasserleitungen. In größeren Betrieben übernimmt man oftmals eher gleiche oder ähnliche Aufgaben und kann vieles nur theoretisch lernen.“

Auch für die Zeit nach der Ausbildung hat Tobias Bernecker schon Pläne. So möchte er erst einige Zeit arbeiten und Erfahrung sammeln, bevor er auf die Meisterschule gehen möchte, „aber frühestens, wenn die Corona-Pandemie vorbei ist. Und wer weiß, vielleicht möchte ich irgendwann sogar meinen eigenen Betrieb gründen.“


"Die Umschulung ins SHK-Handwerk ist eine Investition in die Zukunft."

Tobias Bernecker
Auszubildener


Das Handwerk als richtige Entscheidung

Die Entscheidung, mit Ende 20 nochmal eine neue Ausbildung im Handwerk zu beginnen, hat Tobias Bernecker nicht leichtfertig getroffen, obendrein, weil er eine kleine Familie zu versorgen hat. Um nicht wieder auf das übliche Gehalt eines Auszubildenden zu fallen, erhält er für die Umschulung finanzielle Unterstützung vom Arbeitsamt. „Auch meine Frau war immer für mich da, ohne sie wäre vieles schwerer gewesen.“

Bereut hat er seinen Schritt in den neuen Beruf jedoch zu keiner Zeit: „Man verbringt zu viel Zeit im Beruf, um etwas zu machen, das einem nicht gefällt. Es war aber auch eine Investition in die Zukunft meiner Familie, denn wie es so schön heißt: ‚Das Handwerk hat einen goldenen Boden‘ – Heizung und Badezimmer werden schließlich immer gebraucht werden.“


Tipp

Bis zu 50 Prozent sparen beim Heizungstausch

Auch 2021 wird der der Austausch der alten Heizungsanlage zugunsten einer neuen, die Erneuerbare Energie nutzt, gefördert. Seit Januar ersetzt die neue Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) die bisherigen Förderprogramme.

Wer beim Heizungstausch auf Erneuerbare Energien setzt, kann dank staatlicher Förderungen viel Geld sparen. Foto: Stock.Adobe.com/kaliantye
Wer beim Heizungstausch auf Erneuerbare Energien setzt, kann dank staatlicher Förderungen viel Geld sparen. Foto: Stock.Adobe.com/kaliantye

Kreis Göppingen. Seit diesem Jahr steigen die Kosten fürs Heizen mit Erdgas und Öl auch bedingt durch den neu eingeführten CO2-Preis. Vor allem wenn die Heizungsanlage schon älter als 15 Jahre ist und mit Erdgas oder Öl läuft, sollte ein Heizungstausch in Betracht gezogen werden, um Heizkosten zu sparen und das Risiko eines spontanen Ausfalls zu senken. Fällt die Entscheidung zugunsten einer Anlage, die auf Erneuerbare Energien setzt, können Sanierungswillige von verschiedenen Förderungen profitieren: So können sie bis zu 45 Prozent sparen, wenn sie ihre alte Ölheizung durch eine Biomasseanlage oder eine Wärmepumpe ersetzen. Bei Neubauten beträgt der Zuschuss immerhin noch 35 Prozent, wenn eine Biomasse-, Wärmepumpen- oder EE-Hybridanlage installiert wird. Ist die Heizung jünger und besteht kein Anlass, diese zu ersetzen, können sich aber auch Maßnahmen zur Heizungsoptimierung lohnen: So wird beispielsweise der hydraulische Abgleich inklusive Austausch von Heizungspunkten mit 20 Prozent bezuschusst.

BEG ersetzt bisherige Förderprogramme

Mit dem Jahreswechsel trat die neue Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) in Kraft, die die bisherigen Programme zur Förderung von Energieeffizienz und Erneuerbaren Energien im Gebäudebereich modernisieren, vereinfachen und optimieren soll. Damit sind die Förderprogramme langfristig gesichert. Die bisherigen Fördersätze bleiben bestehen. Im Rahmen der BEG wird ab dem 1. Januar 2021 außerdem zusätzlich zu den gewährten Zuschüssen ein Bonus von fünf Prozentpunkten gezahlt, wenn die Modernisierung der Heizung im Rahmen eines individuellen Sanierungsfahrplans erfolgt. Eigentümer können beim Heizungstausch so von einer Förderung von bis zu 50 Prozent profitieren.