Sonderveröffentlichung

Sou, bisch trotzdemm doa? - Muswiesensonderbeilage Hereinspaziert, hineingeklickt

„Sou, bisch trotzdemm doa?“ – unter diesem Motto bittet die Südwest Presse Hohenlohe zum virtuellen Jahrmarkt. Natürlich kann ein solches Angebot das analoge Treiben nicht ersetzen, aber es kann ein Trostpflaster sein. Schauen Sie mal vorbei!

Gekonnt, wie man es von der Gestaltung des Gemeindestands gewohnt ist, hat Künstler Koval das Festgelände für den virtuellen Jahrmarkt geschaffen. Grafik: Koval

12.10.2020

Die Muswiese ist das Gegenteil vom „Lockdown“ in Pandemie-Zeiten: Kein Zentralhohenloher bleibt daheim hocken, wenn sie ruft, niemand hält auf dem schönsten Jahrmarkt der Welt Abstand, weil jeder die Nähe zum anderen sucht – und in den Budengassen, den Bauernwirtschaften, den Zelten ganz sicher findet. Kein Mensch rennt sofort zum ausgiebigen Händewaschen, wenn ihm beim Zuprosten ein Schluck Bier vom Gegenüber über die Finger schwappt. Und die Schlachtplattenbewältigung mit Maske ist ein Kunststück, das keiner beherrscht. Kurzum: Eine Muswiese unter Corona-Bedingungen kann und will man sich nicht vorstellen.

VZ und NVG-bovex Geschäftsstelle Wolpertshausen

Deshalb hat die Gemeinde Rot am See das heißgeliebte Treiben schweren Herzens abgesagt. Selbst „Google Maps“ weiß: „Muswiese – vorübergehend geschlossen“.

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Für die Liebhaber des Musdorfer Hochfests ist das einfach nur bitter, für Händler, Schausteller und Aussteller ist es mehr als das. Für sie ist die Messe ein Wirtschaftsfaktor, ein erprobter Marktplatz, auf dem gut gelaunte Kunden gut informierte Experten suchen, auf dem die Herzen und die Geldbeutel weit sind, wo man dies braucht und jenes, wo man nach Muswiesen-Angeboten Ausschau hält und sich von den neuesten Bulldog-, Stallausrüstungs-, Hausbau-, Socken-, Küchen- und Kaminofentrends inspirieren lässt.

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Was nun? Die Südwest Presse Hohenlohe will den Gewerbetreibenden der Muswiese ein Forum bieten, damit sie auch heuer mit Kunden in Kontakt kommen können. Unter dem Motto „Sou, bisch trotzdemm doa?“ öffnet am eigentlichen Muswiesen-Samstag, 10. Oktober, ein virtueller Jahrmarkt. Standbetreiber, die mitmachen, können sich und ihr Angebot im Internet unter www.muswiese-einmal-anders.de präsentieren. So muss 2020 kein Jahr ohne Muswiesen-Schnäppchen und -Umsätze beziehungsweise ohne neue Socken, Gewürze, landwirtschaftliche Maschinen und so weiter bleiben. Und gegenüber der eigentlichen Muswiese hat die virtuelle Version einen Vorteil: Es gibt keinen Ruhetag.

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Der Künstler Darius Kowalik alias Koval, der normalerweise den Stand der Gemeinde Rot am See im Gewerbezelt gestaltet, hat den zugehörigen Festplatz gekonnt gezeichnet (siehe oben), die Gemeinde und der Bund der Selbstständigen Rot am See, dessen Vorsitzender Kowalik ist, haben die Idee von Anfang an unterstützt. „Dafür bedanken wir uns herzlich“, sagt Peer Ley, der Marketingleiter der Südwest Presse Hohenlohe. Der Marktbereich, das Freigelände und das Gewerbezelt können einzeln angeklickt werden. So bleibt das Ganze übersichtlich – und wer gezielt ein bestimmtes Angebot sucht, kann es auch gezielt finden. Nicht nur Stände und ihre Angebote gibt es auf der Plattform zu entdecken, sondern darüber hinaus jede Menge Geschichten, Bilder und Splitter von der Muswiese. Und: Online-Besucher können sich kostenlos einen Parkplatz auf dem Internet-Acker mieten – ganz ohne die Gefahr, stecken zu bleiben. So weiß jeder, der reinklickt, wer gerade „ah a weng doa“ ist.


"Der Vorteil im Virtuellen: Es gibt keinen Ruhetag"


Schon klar, es gibt nichts analogeres als die Muswiese. Sie lebt von ihren Gerüchen. Von den Begegnungen. Vom Schwitzen in den Wirtschaften und vom Frösteln in den nächtlichen Gassen. Vom Plaudern und Kurz-Zunicken, vom Gebrannte-Mandel-Knacken und vom beseelten Schlendern durch die Szenerie, die man schon vom Kinderwagen aus in sich aufgesogen hat.

All das will und kann der digitale Marktplatz nicht ersetzen. Aber er kann ein Trostpflaster sein: für Gribbl, für Kaufleute, für alle, die die Muswiese lieben. Sebastian Unbehauen