Besenwirtschaften Kehr mal wieder ein!

16.01.2019
Lust auf einen Besuch? Dann einfach dem dekorierten Besen folgen. Foto: Archiv
Lust auf einen Besuch? Dann einfach dem dekorierten Besen folgen. Foto: Archiv


Gemütlich einkehren und dabei Getränke und deftige Speisen aus der Region genießen. Das bieten die Besenwirtschaften in der Region ihren Besuchern.

Von Birgit Rexer 

Meist im Herbst und Winter öffnen im ganzen Land die „Besen“, wie die Besenwirtschaften im Volksmund gerne genannt werden, ihre Türen. Diese Wirtschaften auf Zeit – die immer nur für ein paar Wochen geöffnet haben – besitzen einen ganz eigenen Charme. Getrunken, gegessen und gefeiert wird je nach Gastgeber in der guten Stube auf dem Sofa, im urigen Weinkeller, in der ausgebauten Scheune oder in der Garage, in die ein paar Bierbänke gestellt wurden. Manche Besenwirtschaft besitzt heute aber auch einen eigenen Gast raum. Es geht familiär zu und schnell kommt man mit dem Tischnachbarn ins Gespräch.

Schon im Jahr 812 durch Karl den Großen entstanden

Ihren Ursprung haben die provisorischen Wirtschaften, in denen Winzer und Obstkelterer aus der Region ihre eigenen Produkte anbieten, in der Zeit Karls des Großen. Er legte im Jahr 812 per Erlass den Grundstein für die Besenwirtschaften, indem er Winzern den Betrieb von Kranzwirtschaften erlaubte, die durch einen Kranz aus Reben oder Efeu gekennzeichnet waren.

Bis heute weisen die Wirte mit Reisigbesen, buntgeschmückten Schildern, gebundenen Zweigen oder Kränzen auf die geöffnete Besenwirtschaft hin. In machen Regionen wird auch eine rote Glühbirne vor die Tür der Besenwirtschaft gehängt.

Getränke aus der Region und deftiges Essen

Ausgeschenkt wird meist, was die eigene Obstbaumwiese oder der Weinberg hergeben. Neben regionalem Wein und verschiedenen Säften gibt es vor allem im Schwäbischen auch selbst hergestellten Most. Deftig und ebenfalls regional geht es bei den angebotenen Speisen zu. Bratwürste, Maultaschen, Schlachtplatten, Kartoffelsalat oder winterliche Blattsalate stehen auf der Speisekarte, oftmals auch auch Schmalzbrote, Zwiebelkuchen oder Krautgerichte. Sehr aufwendige Gerichte sind allerdings nicht im Angebot, rustikal und schnell zubereitet. Das Motto lautet im Besen: regional, bodenständig und lecker.

Manche Besenwirtschaften sind bis heute echte Geheimtipps, die in vielen Fällen nur ein paar Einheimische kennen. Andere werben ganz bewusst für sich und ihre Produkte, um einen größeren Kundenkreis auf sich aufmerksam zu machen.

Neben Speisen und Getränken kümmern sich viele Besen-Wirte zusätzlich um die Unterhaltung ihrer Gäste. Auftritte von Mundartkünstlern und Musikern aus der Region oder zünftige Volksmusik sorgen im Besen für ausgelassene Stimmung und viel gute Laune bei den Gästen.

Besenwirtschaft „Imker-Besa“
Wangener Besen
Großheppacher Besa
Weingut Zaiß
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