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Weihnachts- und Neujahrsglückwünsche Arbeiten, wenn alle anderen Weihnachten feiern

Rainer und Daniela Tkotz
Rainer und Daniela Tkotz

Gäste bewirten, predigen, Musik machen, Pflegebedürftige versorgen oder im Fitness-Studio da sein – viele Menschen arbeiten, während andere Weihnachten feiern.

Von Inge Czemmel 

Die Gastronomen 

Rainer und Daniela Tkotz, die das Café Bistro Amadeus in Heiningen betreiben, haben am Vormittag des 24. Dezember viel zu tun. Zusammen mit dem Lokal übernahmen sie vor sechs Jahren auch die Tradition am Heiligen Morgen für die „Christmasparty mit Jogi and Friends“ zu öffnen. „Die ersten Gäste kommen bereits um acht, damit sie einen Sitzplatz ergattern“, erzählt das Wirtsehepaar. „Ausschank gibt es bis 14 Uhr, dann haben wir gegen 16 Uhr Feierabend und können auch noch unterm Christbaum sitzen.“ Der Baum wird schon Tage vorher aufgestellt und geschmückt. Aufwändig gekocht wird im Hause Tkotz am Heiligen Abend nicht. „Wir sind immer völlig erschöpft und es gibt nur Bratwurst mit Kartoffelsalat“, verrät Rainer Tkotz. „Nach der Bescherung wird etwas gespielt und ein Gläschen getrunken. An den beiden Feiertagen erholen wir uns dann.“ Der anstrengende Start ins Weihnachtsfest macht der Familie Tkotz nichts aus. „Wir machen es gern und sehen uns auch verpflichtet, diese schöne Tradition weiter zu führen, bei der immer für einen guten Zweck Musik gemacht wird.


Daniela Keilwerth
Daniela Keilwerth

Die Fitness-Expertin

Daniela Keilwerth arbeitet im Badhaus Bad Boll im Vitalzentrum und hat dort am zweiten Weihnachtsfeiertag Dienst. „Ich habe mich freiwillig gemeldet“, berichtet sie. „Dann können die Kolleginnen, die Kinder haben, zu Hause bleiben. In unserer Familie wird am Heiligen Abend und am ersten Weihnachtsfeiertag groß und ganz klassisch gefeiert. Am Heiligen Abend ist der Kirchgang obligatorisch. Am ersten Weihnachtsfeiertag feiert dann die ganze Großfamilie mit Onkel, Tanten Cousinen und Cousins bei meiner Oma. Wir singen und musizieren unter dem Baum und es gibt viele gute Sachen zu essen. Am zweiten Feiertag bin ich dann meistens so vollgefressen, dass ich eh nur noch auf dem Sofa rumliege. Also habe ich mir gedacht, dann kann ich auch arbeiten.“ Ob viele Leute kommen werden, um die Kalorien der Vortage abzubauen und sich sportlich zu betätigen weiß Daniela Keilwerth nicht. „Im letzten Jahr hatte ich keinen Dienst, aber soweit ich weiß, waren nicht allzu viele da.“


Katja Leich
Katja Leich

Die Altenpflegerin

Die Inhaberin des Pflegeteam Voralb ist zusammen mit vier ihrer acht Mitarbeiterinnen im Weihnachtseinsatz. Es gibt jeweils zwei Schichten, eine von 6 bis 13 Uhr und eine von 15 bis 21 Uhr in denen die Pflegebedürftigen wie an anderen Tagen ganz normal versorgt werden. „Außerdem sind wir auch für Notfälle gerüstet, denn die Klink entlässt gerne am 23. Dezember“, weiß Katja Leich aus Erfahrung. Als Chefin ist sie selbstverständlich mit im Einsatz. „Ich kann nicht von anderen erwarten, was ich selbst nicht tue“, erklärt sie und hadert kein bisschen damit, dass sie an Weihnachten arbeitet. „Das gehört zu meinem Berufsbild und Weihnachten bei den Pflegebedürftigen gibt mir auch immer persönlich sehr viel. Man hat das Gefühl gebraucht zu werden und es schlägt mir viel Dankbarkeit entgegen. Natürlich sind die meisten ein bisschen sentimental drauf an diesen Tagen und es wird viel von früher erzählt. Wir planen immer schon zehn Minuten mehr ein, denn es ist uns wichtig ein Weilchen zuzuhören.

In der Familie gestalten wir die Zeiten zwischen den Diensten so intensiv wie möglich. Meine Familie ist da hineingewachsen und steht völlig hinter mir. Da gibt es wegen Weihnachten keinen Stress. Meine Tochter ist, als sie kleiner war, sogar manchmal mitgegangen zu den Leuten.


Bernd Mayer
Bernd Mayer

Der Pfarrer

Pfarrer Bernd Mayer, der seit Mai die evangelische Kirchengemeinde Manzen-Ursenwang-Schlat betreut, hat an Weihnachten viel zu tun. Allein am Heiligen Abend hält er drei Gottesdienste. „Um 16 Uhr in Schlat, um 17 Uhr 30 in Manzen und um 22 Uhr die Christmette in Schlat“ berichtet er. „Da bleibt für die eigene Familie nicht viel Luft. Ich kann da nicht entspannt beim Essen sitzen und ein Glas Wein trinken.“ Allerdings sei der Nachtgottesdienst immer sehr schön und dass sich die Gemeinde dabei einbringe und inhaltlich mitwirke, mache das wieder wett. Es sei schön, dass die Gemeinde nicht „Pfarrer mach du mal“ denke, sondern auch selbst etwas auf die Füße stelle. „Der Nachtgottesdienst ist wunderbar geeignet, um zur Ruhe zu kommen und den Tag abzuschließen.“ Am 1. Weihnachtsfeiertag hat Mayer frei, am zweiten leitet er den großen Weihnachtsfamiliengottesdienst mit Krippenspiel. Der berufsbedingte Einsatz an Weihnachten erfordert innerhalb der Familien Absprachen und Koordination. „Meine Familie lebt in Murrhardt, die meiner Frau in Ulm und es ist immer eine besondere Herausforderung alles zu koordinieren“, gesteht Mayer. „Aber bisher haben wir das immer gut hingekriegt.“ Zum Jahreswechsel geht es gerade so weiter. Mayer ist auch an Silvester und Neujahr oft im Einsatz.


Jürgen Rothfuß Fotos: Inge Czemmel
Jürgen Rothfuß Fotos: Inge Czemmel

Der Musiker

Jürgen Rothfuß macht an Weihnachten Musik. Nicht wie an anderen Tagen, sondern ein bisschen mehr. Am Heiligen Morgen spielt er bis 14 Uhr zusammen mit anderen Musikern im Bistro Amadeus für die Aktion „Gute Taten“. Dann heißt es rasch zusammenpacken, denn um 15 Uhr 30 sitzt er in der Heininger Michaelskirche beim „Kleine-Leute-Gottesdienst“ zum ersten Mal an diesem Tag an der Orgel. Um 17 Uhr spielt er beim Weihnachtsgottesdienst und um 22 Uhr 30 bei der Christmette. Dazwischen ist Jogi allein zu Haus. „Nicht bedauernswerterweise, sondern beabsichtigt“, betont er. „Meine Partnerin ist bei ihren Eltern. Ich genieße die selbst gewählte Einsamkeit, höre Musik und nicke auch mal ein.“ Am ersten und zweiten Feiertag steht für Rothfuß wieder Orgeln beim Gottesdienst auf dem Programm. „Ich kenne das gar nicht anders“, erklärt der Musiker. „Wenn man das so gewohnt ist, ist es halt so. Für mich persönlich haben diese Tage, ähnlich wie der Sonntag nicht so viel Bedeutung. An einem der Feiertagsabende triff sich die Familie dann bei meinem Bruder oder bei uns zum gemütlichen Beisammensein. Eine Bescherung gibt es nicht. Das haben wir abgeschafft.“

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