Sonderveröffentlichung

Bundesfreiwilligendienst und FSJ Gemeinsam Verantwortung übernehmen

Während des FSJ sich um andere kümmern: In der Region gibt es Plätze in vielen verschiedenen Einrichtungen. Foto: dpa
Während des FSJ sich um andere kümmern: In der Region gibt es Plätze in vielen verschiedenen Einrichtungen. Foto: dpa

Beim Bundesfreiwilligendienst oder dem Freiwilligen Sozialen Jahr kann sich jeder einbringen.

So mancher Schüler bekommt ein wenig Muffensausen, wenn er an das Ende seiner Schulzeit denkt. Denn damit ist unausweichlich die Frage verbunden: Wie geht es weiter? Ausbildung? Studium? Auslandsjahr? Manch einer wünscht sich da noch etwas Aufschub, möchte diese Zeit aber trotzdem gerne sinnvoll nutzen. Gute Idee! BFD und FSJ sind dafür geradezu ideal.

Im Dienste der Gesellschaft

Na, wer kann mit diesen beiden Abkürzungen jetzt so gar nichts anfangen? Sie stehen für „Bundesfreiwilligendienst“ und das „Freiwillige Soziale Jahr“, zwei soziale Freiwilligendienste, die man in Deutschland absolvieren kann. Doch wo liegen die Unterschiede der beiden Varianten? Und wer kann sich wann und wo engagieren? Egal, ob man sich für Sport, Integration, Natur- und Umweltschutz, die Arbeit mit Senioren, Kindern oder Menschen mit Behinderung interessiert: Beim BFD und FSJ findet jeder ein passendes Angebot.

Um Bufdi, so werden Teilnehmer des BFD meist genannt, zu werden, muss man die Pflichtschulzeit vollendet haben – eine Altersgrenze nach oben gibt es nicht. Man kann diesen Dienst auch noch im Rentenalter antreten – eine schöne Möglichkeit, Lebenserfahrung weiterzugeben. Der BFD kann über eine Dauer zwischen sechs und 18 Monaten, in Ausnahmefällen auch über zwei Jahre angepeilt werden. Das FSJ richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene. Wer sich hier engagieren möchte, muss wie beim BFD die Pflichtschulzeit vollendet haben. Allerdings kann man das FSJ nur bis zum 27. Geburtstag absolvieren.

Den Horizont erweitern

Egal, ob BFD oder FSJ: Mit beiden Diensten kann man sich für die Gesellschaft und Mitmenschen engagieren. Dabei hat man die Wahl, ob man dies in einem Bereich tut, der einen ohnehin schon lange interessiert oder ob man mal was völlig neues ausprobiert. Gerade für die jüngeren Freiwilligen sind die Dienste eine gute Möglichkeit, um vielleicht neue Berufsfelder für ihren späteren Lebensweg kennenzulernen. Und unabhängig vom Alter bereichert ein solcher Dienst das Leben aller Beteiligten. am


Info

Die Geschichte des BFD ist eng mit dem Ende der Wehrpflicht verknüpft. Die Debatte um die Abschaffung der Wehrpflicht flammte gegen Ende der 90er-Jahre immer mal wieder auf. Klar war, dass das Ende der Wehrpflicht auch das Ende des alternativen Zivildienstes sei.

An ihre Stelle sollte ein sozialer Dienst treten, verschiedene Modelle wurden diskutiert. Im April 2011 trat dann des Gesetz über den Bundesfreiwilligendienst in Kraft. Das Konzept gilt nach ein paar Startschwierigkeiten als voller Erfolg. Das FSJ gibt es bereits seit 1964. Seine Wurzeln liegen in der evangelischen und katholischen Kirche.


Alles begann in der Schweiz

Die Schweizer gelten als friedliches Volk. Ob das der Grund ist, warum bei ihnen der Freiwilligendienst entstand?

Als Pierre Cérésole im Jahre 1879 in Lausanne geboren wurde, ahnte freilich niemand, dass eine seiner Ideen mal ein echter Exportschlager werden würden. Auf seinen Reisen, die ihn unter anderem nach Japan oder Hawaii führten, wurde Cérésole auf soziale Missstände aufmerksam, die sein Leben prägen sollten.


41 Tausend Menschen leisteten im vergangenen Jahr in Deutschland Bundesfreiwilligendienst.

Quelle: Statista


Für ein menschliches Miteinander

Zurück in seiner Heimat verweigerte Pierre Cérésole im Jahr 1916 die Zahlung Militärpflichtersatzabgabe. Obwohl er nicht tauglich für das Militär war und somit nicht als Soldat in den Ersten Weltkrieg ziehen musste, hätte er diese Abgabe leisten müssen. Als Folge wurde er immer wieder zu kurzen Haftstrafen verurteilt.

Im Jahr 1920 rief Cérésole den „Service Civil International“ (SCI) ins Leben. Für diesen trommelt er junge Menschen aus allen europäischen Ländern zusammen. Zusammen bauten sie das Dorf Enes-en-Argonne wieder auf, das auf dem Gebiet des Schlachtfeldes von Verdun lag und vollständig zerstört wurde. Die gemeinsame Arbeit sollte aber nicht nur den Menschen wieder eine Heimat geben, sondern auch zur Völkerverständigung beitragen und so zukünftigen Konflikten den Nährboden entziehen. Vor diesem Hintergrund wurden auch der Internationale Versöhnungsbund (1914) und die Organisation Youth Action for Peace (1924) ins Leben gerufen. Zwei Dinge waren zu diesen Zeiten ungewöhnlich: Zum einen, dass sich sowohl Männer als auch Frauen in diesen Institutionen einbrachten. Und zum anderen stand das freiwillige bürgerschaftliche Engagement im Gegensatz zu der damals noch vorherrschenden militärischen Disziplin.

In Deutschland war es der Soziologe Eugen Rosenstock-Huessy der sich an der Entwicklung der Freiwilligendienste beteiligte. Dazu gehört auch die 1927 gegründete Löwenberger Arbeitsgemeinschaft, deren Ziel es war, die Wohn- und Arbeitsverhältnisse der Menschen im Waldenburger Land in Schlesien zu verbessern. am

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