Sonderveröffentlichung

Vinzenz von Paul gGmbH Innovative Wohn- und Pflegeformen

Die beiden neuen Pflegeeinrichtungen der Vinzenz von Paul gGmbH in Wangen und Göppingen setzen auf das moderne Wohngruppenkonzept.

Mit warmen Farben und niedriger Höhe fügt sich das Haus Vinzenz von Paul sanft in die Umgebung ein. Fotos: Gabriele Roth

18.11.2020

Aus eins mach zwei: Das Haus Vinzenz von Paul in Göppingen und das Haus Luise von Marillac in Wangen lösen das bisherige Seniorenzentrum St. Martinus ab. Hintergrund ist die neue Landesheimbauverordnung, der der Altbau nicht mehr gerecht wurde. „Eine Sanierung wäre nicht mehr sinnvoll gewesen, so dass wir die Chance genutzt haben, um direkt nach dem zeitgemäßen Wohngruppenkonzept in familiärem Rahmen zu bauen“, erklärt Roy Hummel, stellvertretender Geschäftsführer der Vinzenz von Paul gGmbH.
    

Langjährige Planung

Bevor es jedoch losgehen konnte, hieß es erst mal planen. Gestartet wurde mit dem Haus in Göppingen, dann folgte vor drei Jahren der Startschuss für das Haus Luise von Marillac in Wangen. Nach einer zweijährigen Bauphase wurde es auf die letzten Meter doch noch spannend.
    

„Die Fertigstellung war ein regelrechter Wettlauf mit der Zeit“, erzählt Roy Hummel. Die Coronapandemie sorgte bei den Handwerkern für Verzögerungen, vor allem bei der Materialbeschaffung, dennoch war es Dank des Einsatzes aller beteiligten Gewerke möglich, den anvisierten Umzugstermin Mitte Oktober zu halten. Hinter dem Umzug steht ein halbes Jahr Vorlaufzeit mit einem immens großen logistischen Aufwand. Allein 17 Fahrzeuge und fast 50 Mitarbeiter des DRK waren am Umzugstag im Einsatz. Modern, hell, freundlich, so präsentieren sich die beiden Neubauten, die in die Gemeindebebauung integriert wurden. „Quartiersarbeit ist uns ein wichtiges Anliegen“, begründet Hummel. 45 Pflegeplätze bietet das Haus im Göppinger Reusch, 30 gibt es in der Wangener Einrichtung. In beiden wird nach dem Wohngruppenkonzept gelebt. Das heißt, dass jeweils 15 Menschen gemeinsam in einer Wohngemeinschaft leben und dort das Leben mit Hilfe der Mitarbeiter so selbstbestimmt wie möglich gestalten.
       


"Die Fertigstellung war ein Wettlauf mit der Zeit."

Roy Hummel, stellv. Geschäftsführer der Vinzenz von Paul gGmbH


Die Menschen in den Alltag einbinden

Jede Wohngruppe hat ihre eigene Küche, gekocht wird dort gemeinsam, jeden Tag frisch. „Wir wollen die Menschen ganz nach ihren Fähigkeiten und Bedürfnissen einbinden und eine familienähnliche Struktur schaffen“, sagt Hummel. Interaktion wird großgeschrieben. Das Credo lautet: Lebensqualität vor Pflegeaktivität. Beide Quartierseinrichtungen bieten nicht nur vollstationäre Pflegeplätze, sondern auch Tagespflege und ambulante Unterstützung für daheim. Im Haus Vinzenz von Paul in Göppingen wurden zusätzlich zehn Seniorenwohnungen geschaffen. Die Quartiersarbeit soll mit dem umfassenden Konzept ausgebaut werden, außerdem setzt man darauf, dass Senioren möglichst lange in den eigenen vier Wänden versorgt werden können. „Wir wollen die niederschwelligen Angebote weiterentwickeln“, betont Hummel, der sich bereits auf die Gestaltung weiterer Angebote freut. Angedacht ist bereits die Versorgung von betreuten Wohngruppen.

Digitales Zeitalter hält Einzug

Vieles läuft in den beiden Pflegeeinrichtungen mittlerweile digital, beispielsweise die Pflegedokumentation. Die neuen Medien haben aber auch in den Bewohnerbereichen Einzug gehalten, ein Beispiel sind Videochats, um die Kommunikation mit den Angehörigen gerade in der Pandemie aufrecht halten zu können. Auch der Gestaltung der Außenanlage wurde besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Gerade für Menschen mit Demenz wird zukünftig ein speziell geschützter Außenbereich einen sicheren Aufenthalt im Freien ermöglichen. Neben der Gartenanlage, die ihren großen Moment im kommenden Frühjahr feiern wird, bieten Balkone Raum, um die frische Luft zu genießen. Von Iris Ruoss
     

Info

Auch in Börtlingen entsteht aktuell eine Pflegeeinrichtung nach dem Wohngruppenkonzept. Diese soll im Frühjahr 2021 bezugsfertig sein.