Sonderveröffentlichung

16 x volle Kraft Spurwechsel elektrisiert

Volle Power für die Umwelt: Die Jugendhilfeeinrichtung Spurwechsel aus Bad Boll bietet nun 16 Ladepunkte für Elektrofahrzeuge an.

Wolfgang Betz sorgt für Strom in der Region. Fotos: privat

12.02.2021

Die Elektromobilität nimmt an Fahrt auf. Wolfgang Betz, Geschäftsführer der Spurwechsel GmbH in Bad Boll, ist von Anfang an mit dabei. Er hat die Anzahl seiner Ladepunkte mehr als verdoppelt und gilt als Mann der Tat. Der Unternehmer im Gespräch:

Herr Betz, vor etwas über zwei Jahren wurden Sie in den Medien als „Schrittmacher für die E-Mobilität“ bezeichnet. Ihre Begeisterung hat offensichtlich nicht nachgelassen!

Wolfgang Betz: Das ist richtig! Elektrisch zu fahren ist in der Tat eine Form von Mobilität, die mich persönlich stark anspricht. In weitere Ladepunkte zu investieren, war für mich als Unternehmer jedoch auch ein Gebot der Vernunft. Die Zeichen der Zeit stehen schlicht auf „elektrisch“. Insofern ist es meine Verantwortung, diese Transformation umzusetzen und unsere Einrichtung zukunftsfest zu machen. Das sehe ich durchaus auch ganz rational.
   

Autohaus Kummich Gmbh

Damals hatten Sie sechs Ladepunkte vor Ihrer Einrichtung. Nun sind es 16! Wie viele werden es 2023 sein?

Langsam (lacht)! Wir hatten zwar damals schon vor, unser Angebot an Ladepunkten auf Dauer zu erweitern. Überrascht waren wir jedoch schon, welche Dynamik in diesem Bereich liegt.

Wie meinen Sie das?

Wir hatten damals unsere Ladesäulen noch kein Jahr in Betrieb, als der Gesetzgeber beschloss, dass Ladesäulen, sofern sie der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden, eichrechtskonform ausgestattet sein müssen: Aus der Perspektive des Endverbrauchers zwar nachvollziehbar, für uns Ladesäulenbetreiber jedoch ein Desaster, welches nicht absehbar war. Unsere „alten“ Säulen stehen seitdem intern unserem Fuhrpark zur Verfügung, während neue, hochmoderne Ladesäulen dazugekommen sind und öffentliches Laden nun gesetzeskonform zulassen.

Meinen Sie mit „hochmodern“ das sogenannte barrierefreie Laden?

Ganz genau! Sie müssen nun nicht mehr entsprechende Vorverträge mit einschlägigen Anbietern abschließen, die Sie dann mit deren Zahlkarten ausstatten, sondern können mit Ihrer EC- oder Kreditkarte genauso bezahlen, wie mit Ihrem Smartphone.
  

Stichwort „Fuhrpark“: Wie viele E-Fahrzeuge hat Spurwechsel mittlerweile? Vor zwei Jahren waren es zwei!

Auch da hat sich vieles getan. Aktuell halten wir 13 rein elektrisch betriebene Fahrzeuge für unsere Mitarbeiter/Innen bereit. Beim Thema „Reichweite“ hat sich hier in den letzten Jahren enorm viel getan, was letztlich auch zu einer erhöhten Akzeptanz bei unseren Mitarbeiter/Innen geführt hat.

Diese waren skeptisch?

Sagen wir mal so: E-Fahrzeuge rein dienstlich zu nutzen, war 2018 zwar in Ordnung; bei Reichweiten von gerade mal etwas über 250 Kilometern konnte sich jedoch keiner ernsthaft vorstellen, ein Fahrzeug auch privat zu fahren. Das hat sich vollständig verändert: Über die Hälfte unserer Fachkräfte nutzt unsere Flotte auch für den privaten Gebrauch. Als Gehaltsbaustein sehr willkommen – und die Umwelt dankt es uns: Die Ökobilanz spricht unter Einbeziehung aller für die Herstellung der Fahrzeuge relevanten Ressourcen klar für „Stromer“ – und unser Benzinverbrauch ist um 70 Prozent gesunken!

Der Stromverbrauch aber gestiegen!

Da haben Sie recht, wobei wir seit über 25 Jahren bei Greenpeace Energy sind und damit hochwertigsten grünen Strom sozusagen beim „Original“ beziehen.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Betz.
   

Infos zu Spurwechsel

Die Spurwechsel GmbH ist ein anerkannter freier Träger der Jugendhilfe. 1995 gegründet erbringt sie sozialpädagogische Leistungen für Familien und deren Kinder. Sie ist landkreisweit tätig und beschäftigt derzeit 20 Mitarbeiter/Innen.

Landrat Edgar Wolff

Spurwechsel elektrisiert Image 2

Im Zuge der allgemeinen Diskussion zum Klimaschutz nahm das Thema Elektromobilität in Deutschland zuletzt deutlich an Fahrt auf. Die Zulassungen von rein elektrisch bzw. in Hybrid-Technik betriebenen Fahrzeugen steigen bundesweit. Ein Trend, der sich auch im Landkreis Göppingen bestätigt. Von 2019 auf 2020 hat sich der Bestand an E-Fahrzeugen im Landkreis mehr als verdoppelt. Die Verwendung von mit Ökostrom betriebenen E-Fahrzeugen kann zum Erreichen der Klimaschutzziele einen wichtigen Beitrag leisten. Denn: Etwa 20 Prozent der CO2-Emissionen werden im Landkreis durch den Verkehr verursacht. Die Landkreisverwaltung hat 2020 eigens eine durch den Bund geförderte Studie zur Elektromobilität in Auftrag gegeben. Während der interne Umstellungsprozess in der Landkreisverwaltung durch dienstlich genutzte E-Fahrzeuge und E-Carsharing-Fahrzeuge vorangetrieben wird, werden auch die Lademöglichkeiten ausgebaut: Beispielsweise stehen seit Jahresbeginn vier neue Ladeplätze zur Verfügung. Nach und nach sollen weitere Einrichtungen des Landkreises ausgerüstet werden.

Allgemein erwartet die Expertise des Mobilitätswerks Dresden in einem moderaten Szenario bis 2030 für den Landkreis Göppingen rund 29 300 E-Pkw, das wäre ein E-Pkw-Anteil von rund 18 Prozent. Entsprechend wurde ein erweiterter Bedarf von rund 550 Ladeorten ermittelt – damit wird deutlich, dass die Förderung der E-Mobilität noch großen Handlungsbedarf aufweist. Umso mehr freue ich mich über die Initiative der Spurwechsel GmbH.

Mit freundlichen Grüßen
Edgar Wolff
   


Verkehrsminister Winfried Hermann

Spurwechsel elektrisiert Image 3

Zur Erreichung der Klimaschutzziele ist eine rasche Elektrifizierung des Straßenverkehrs notwendig. Die Ladeinfrastruktur ist hierbei eine zwingende Voraussetzung für die Nutzung von Elektrofahrzeugen. Dabei kommt der Initiative der Spurwechsel GmbH in Bad Boll eine wichtige Rolle zu: Sie trägt zu einer weiteren Verdichtung der Ladeinfrastruktur im Land bei. Mit unseren Förderangeboten im Rahmen der „Landesinitiative III Marktwachstum Elektromobilität BW“ unterstützen wir gerne den Ausbau von Ladeinfrastruktur und die Nutzung von Elektrofahrzeugen. Es freut mich, dass von Seiten der Spurwechsel GmbH der bereits vor Jahren eingeschlagene Weg zur Elektromobilität mutig weitergegangen und die bestehenden Strukturen mit Unterstützung über die Landesförderung Charge@BW, parallel zur fortschreitenden Elektrifizierung der Unternehmensflotte, auf nunmehr 16 Ladepunkte ausgebaut wurde. Mit der Konzentration mehrerer Ladepunkte an einem Standort steigt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Ladepunkt bei Bedarf auch tatsächlich verfügbar ist und hilft, dass die Ladeinfrastruktur mit dem Zuwachs an Elektrofahrzeugneuzulassungen Schritt halten kann.

In diesem Sinne freue ich mich über weitere mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgte Ladepunkte der Spurwechsel GmbH.

Mit freundlichen Grüßen
Winfried Hermann, MdL