Sonderveröffentlichung

Gesund leben Volkskrankheit Nummer 1: Diabetes

Vor 50 Jahren noch eine Randerscheinung, ist die Erkrankung Diabetes mellitus heute zu einer Volkskrankheit geworden, die über 7 Millionen Menschen betrifft.

Pro Jahr kommen mehr als 500.000 Neuerkrankungen hinzu. Das entspricht etwa 1500 Neuerkrankungen pro Tag. © WAVEBREAKMEDIA/SHUTTERSTOCK.COM

13.11.2020

„Sie haben Diabetes“, diese Diagnose des Arztes ist für die meisten Patienten ein großer Schock und kommt oft unerwartet. Das liegt vor allem daran, dass sich die Krankheit, zumindest bei Diabetes mellitus Typ 2, schleichend entwickelt und erst mit der Zeit erste Symptome bemerkt werden. Anfangs fühlen sich die Betroffenen schlapp, sind müde und erkranken öfters an Infekten. Was landläufig als klassische Anzeichnen bekannt sind – häufiges Wasserlassen, starker Durst und Wadenkrämpfe – sind eher selten. Wer den Verdacht hat, dass er an Diabetes erkrankt sein könnte, sollte zu seinem Arzt gehen. Ein Test ist einfach und liefert ein schnelles Ergebnis. Mit den Mitteln der modernen Medizin lässt sich die Blutzuckererkrankung in den meisten Fällen gut behandeln. Ist der Insulinspiegel wieder optimal eingestellt, können die Erkrankten meist ein normales Leben führen.                 

Normales Leben wieder möglich 

Deshalb sollten Menschen mit Diabetes ihre Blutzuckerwerte regelmäßig messen. „Dadurch bekommen Patienten ein Gespür dafür, wie erfolgreich sie ihre Therapie im Alltag umsetzen, wie verschiedene Situationen ihre Blutzuckerwerte beeinflussen und wann sie reagieren müssen“, erklärt Diabetesberaterin Carolin Bergmann. Entscheidend dabei ist, dass die Werte möglichst innerhalb des gemeinsam mit dem Arzt festgelegten Zielbereichs bleiben. Als Mensch mit Diabetes den Blutzucker nicht zu messen, sei ein bisschen wie Fahrradfahren mit geschlossenen Augen. 


7 Mio. In Deutschland gibt es aktuell mehr als 7 Millionen Menschen mit Diabetes. Dies ist eine Steigerung um 38 Prozent seit 1998. Altersbereinigt beträgt die Steigerung immer noch 24 Prozent.


2 Mio. Dunkelziffer: Von den 7 Millionen Menschen mit Diabetes wissen mindestens zwei Millionen noch nicht von ihrer Erkrankung.

Quelle: Deutsche Diabetes Gesellschaft/Diabetes Hilfe


„Das kann auf Dauer nicht gut gehen“, warnt Bergmann. Menschen mit einer intensivierten Insulintherapie, so die Diabetesberaterin, sollten ihren Blutzucker durchschnittlich vier bis sieben Mal pro Tag messen. In Situationen, die vom üblichen Alltag abweichen, sollte man lieber einmal öfter messen, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden. Für die Einhaltung des Zielbereichs gibt es viele gute Gründe: „Kurzfristig lassen sich so Risikosituationen wie Über- oder Unterzuckerung bestmöglich vermeiden. Langfristig ist eine gute Einstellung der beste Schutz vor Folgeerkrankungen“, betont Carolin Bergmann. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen verhindern zudem, dass es zu einer der möglichen Begleiterkrankungen kommt. Gerade Diabetes Typ 2 und Bluthochdruck sind nicht nur beide weit verbreitet, sie haben noch eine weitere Gemeinsamkeit: Betroffene verspüren oft jahrelang keine Symptome, während Blutgefäße und Organe schon stark geschädigt werden. rex/pm