Sonderveröffentlichung

Leben und Wohnen im Alter Ausleuchten und tiefer legen

Nie wieder bücken: Viele Küchengeräte lassen sich auch erhöht einbauen – der Geschirrspüler etwa. Fotos: dpa
Nie wieder bücken: Viele Küchengeräte lassen sich auch erhöht einbauen – der Geschirrspüler etwa. Fotos: dpa

Wohnen: Die Küche ist das Herz vieler Wohnungen, auch bei Älteren. Doch was, wenn im Alter das Kochen schwer fällt? Mit einem Umbau lässt sich Abhilfe schaffen.

Von Bernadette Winter, dpa

Bücken, langes Stehen oder Hantieren über dem Kopf – das kann im Alter schon mal schwer fallen. Deshalb kann es spätestens im Alter sinnvoll sein, die Küche so umzubauen, dass sie zum eingeschränkten Bewegungsrepertoire passt.

Das fängt schon damit an, dass man Hindernisse aus dem Weg räumt. „Gerade in der Küche ist es ganz wichtig, dass man genug Platz hat, um sich mit seinem Rollstuhl oder Rollator zu bewegen“, sagt Ursula Geismann vom Verband der Deutschen Möbelindustrie. Ideal ist für Ältere eine Arbeitsfläche, die bereits auf die Sitzhöhe angepasst ist. Bei der Spüle und den Arbeitsplatten beispielsweise lassen sich zudem die Unterschränke entfernen – so hat darunter ein Rollstuhl Platz.

Gut: Scharniersysteme

Wer keine Gläser oder Teller mehr aus dem obersten Fach des Hängeschranks angeln will, montiert den Schrank entweder tiefer oder füllt nur das untere Fach mit dem Nötigsten. Bei tiefen Schränken sind den Experten zufolge kleine Podeste möglich, die wie eine Leiter beim Aufstieg helfen. Gut für Senioren geeignet sind auch Scharniersysteme, die sich aus Hängeschränken herunterziehen lassen.

Sicht und Orientierung spielen in der seniorengerechten Küche ebenfalls eine große Rolle. Arbeitsflächen in der Küche müssen gut ausgeleuchtet sein. Man kann eigentlich nicht zu viel Licht haben.

Die ideale Kochfeld-Form für Senioren sind vier Herdplatten nebeneinander, rät Geisman. Das verringert die Verbrennungsgefahr. Sie plädiert darüber hinaus für das Zwei-Sinne-Prinzip, also für Küchengeräte, die optisch und akustisch zugleich vor Gefahren warnen.

Mit einem sogenannten Herdwächter – einem kleinen Sensor, der über dem Herd angebracht wird – lässt sich das Prinzip für relativ wenig Geld auch in bestehende Küchen integrieren.

Smarte Technik

Wer will, kann seine neue Küche mit entsprechender Technik zudem „smart“, also intelligent gestalten. Der Herd weiß, wann das Gericht gekocht oder nur noch warmgehalten werden muss und schaltet sich aus, falls man die Suppe vergisst.

Die Experten empfehlen weiter, ergonomisch und kräfteschonend zu arbeiten, kurze Wege zu schaffen.

Generell gilt beim Thema Geld: Die Pflegekasse steuert bis zu 4000 Euro für Umbaumaßnahmen bei, wenn man einen Pflegegrad nachweisen kann. Die KfW-Bank bietet zinsgünstige Kredite, erklären die Experten. Mieter aber sollten auf jeden Fall ihren Vermieter hinzuziehen. Er muss einem Umbau zustimmen.

Wer sich für eine Umbaumaßnahme oder eine komplett neue, altersgerechte Küche entscheidet, sollte sich unbedingt vorab beraten lassen und die professionelle Hilfe zum Beispiel eines Architekten in Anspruch nehmen. Seniorenberatungen sind ebenfalls geeignete Ansprechpartner für dieses Thema.

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