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Schule, Ausbildung, Beruf Die richtige Uni finden

Lieber Theorie im Hörsaal oder praktische Arbeit im Labor? Bei der Hochschulwahl müssen Studenten überlegen, was ihnen eher liegt. Foto: dpa

Studium: Auf der Suche nach der passenden Hochschule spielen verschiedene Faktoren eine Rolle – auch persönliche Vorlieben.

Von Amelie Breitenhuber, dpa

Ist der Ruf des Lehrstuhls wichtiger oder ein großes Angebot an Studentenkneipen? Die Entscheidung, an welcher Hochschule man studieren möchte, fällt vielen schwer.

Eine der ersten Fragen lautet: Fachhochschule oder Universität? „Der Hauptunterschied liegt im Fokus von Forschung und Lehre“, sagt Björn Albrecht von der Zentralen Studienberatung der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen.


2,8 Millionen Studierende waren 2018 an den 396 Hochschulen in Deutschland eingeschrieben. Davon waren 1,38 Millionen Frauen und 1,46 Millionen Männer.


Bedingungen prüfen

Universitäten seien eher wissenschaftlich ausgerichtet, sie bilden den akademischen Nachwuchs aus. Fachhochschulen hätten einen stärker praktischen Bezug. Die Grenzen verschwimmen aber zunehmend.

Ebenfalls wichtig: die Zulassungsvoraussetzungen. „Zunächst muss man die Aufnahmebedingungen prüfen“, erklärt Thorsten Schütz, der als Coach tätig ist und kostenpflichtige Studienberatungen anbietet. Bewerber müssen etwa checken, ob es einen Numerus Clausus (NC) oder ein Auswahlverfahren gibt.

Vorteile für die Karriere hat es, wenn die Hochschule Kontakte zu Arbeitgebern hat und praxisnah aufgestellt ist, sagt Hannelore Vásárhelyi von der Personalberatung Strametz & Associates. Die internationale Ausrichtung und das Angebot von aufbauenden Studiengängen können auch eine Rolle spielen.

Es gibt verschiedene Rankings, die solche Kriterien bewerten. Das Hochschulranking vom Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) aus-Gütersloh gibt einen Überblick zu deutschen Hochschulen. International ist vor allem das Ranking Times Higher Education anerkannt: Jährlich werden die 1000 besten Universitäten der Welt gekürt.

„Natürlich spielen bei der Wahl der Hochschule auch sehr persönliche Faktoren eine Rolle“, sagt Albrecht. Etwa die Größe der Stadt oder die Nähe zu den Bergen. „Man sollte sich am Studienort wohlfühlen – und das findet man nur durch einen persönlichen Besuch heraus.“ Viele Hochschule bieten für interessierte Bewerber dazu einen Tag der offenen Tür an.


Gute Chancen für Bewerber

Zukunft: Das Handwerk in der Region bietet über 300 freie Lehrstellen und eine Vielzahl an interessanten Berufen.

Perfekte App für Schüler: der Lehrstellenradar. Foto: PR
Perfekte App für Schüler: der Lehrstellenradar. Foto: PR

Rund zwei Monate vor Beginn des neuen Ausbildungsjahres sind in den Handwerksbetrieben der Region noch über 330 Lehrstellen zu vergeben, meldet die Handwerkskammer Reutlingen. „Wer noch in diesem Jahr eine Ausbildung beginnen möchte, hat gute Chancen“, sagt Karl-Heinz Goller, Leiter der Ausbildungsabteilung.

Jugendlichen, die sich einen Überblick über das Angebot verschaffen wollen, empfiehlt Goller die Lehrstellenbörse der Kammer im Internet. Dort seien neben den aktuellen Stellen auch grundlegende Informationen zu den einzelnen Ausbildungsberufen abrufbar.

„Im Idealfall sollten die Jugendlichen erst einmal ein Praktikum vereinbaren. Nur so finden sie heraus, ob der Beruf wirklich ihren Vorstellungen entspricht und ob es auch im Betrieb passt.“ Ein Praktikum biete sich auch für Schüler an, die ihren Abschluss noch vor sich haben, so Goller. Sie könnten zum Beispiel die Sommerferien nutzen, um ganz ohne Druck einen oder mehrere der über 130 Berufe im Handwerk näher kennenzulernen.

In der Online-Lehrstellenbörse sind für das Ausbildungsjahr 2019 aktuell 334 Lehrstellen in 189 Betrieben eingetragen. Aus dem Landkreis Freudenstadt sind 44 Angebote gemeldet, in den Kreisen Reutlingen und Tübingen sind 134 beziehungsweise 44 Lehrstellen zu besetzen, im Kreis Sigmaringen sind es 61, im Zollernalbkreis 51 freie Ausbildungsplätze.

Das Angebot reicht vom Automobilkaufmann bis zum Zimmerer, vom Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik bis hin zum Kfz-Mechatroniker.

Auch Schüler und Schülerinnen, die sich um ihren Ausbildungsstart im kommenden Jahr kümmern wollen, finden dort bereits über 250 Angebote. Genauso viele Praktikumsplätze sind es, die ebenfalls über die Kammerseiten gefunden werden können.

Für mobile Anwender, die auf dem Laufenden bleiben wollen, gibt es das Lehrstellenradar. Die kostenlose App für das Smartphone kann über iTunes oder im Google-Play-Store heruntergeladen werden. pm/HWK


Praktika fördern die Karriere

Zukunft: Wer nach dem Studium mit der Karriere durchstarten möchte, braucht mehr als nur Theorie.

An Praktika während des Studiums führt kein Weg vorbei“, sagt Jutta Boenig. Sie ist Vorstandsvorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Karriereberatung. Auch wenn die Zeit im Unternehmen meist nicht gut bezahlt ist, lohnt sich der Aufwand dennoch. „Oft knüpfen Studierende während eines Praktikums so gute Kontakte in ein Unternehmen oder eine Branche, dass eine Übernahme nach dem Studium zumindest wahrscheinlicher wird“, sagt Marius Wallat, Berater für akademische Berufe bei der Agentur für Arbeit.

Wie kommen Studenten an Praktika bei interessanten Unternehmen? Neben Ausschreibungen im Netz bieten Job- und Karrieremessen die Chance auf Praktikumsplätze. Bei einer schriftlichen Bewerbung sollte man präzise erklären, warum man bei dem Unternehmen ein Praktikum machen möchte. „Das Anschreiben darf keinesfalls beliebig sein oder nur kopiert werden“ , erklärt Karriereberaterin Ute Gietzen-Wieland. So zeigen Bewerber, dass sie sich mit dem Unternehmen auseinandergesetzt haben. Wer für sein Studium Pflichtpraktika absolvieren muss, sollte zusätzlich auch noch eins auf freiwilliger Basis machen. dpa

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