Sonderveröffentlichung

Schule, Ausbildung, Beruf Für Teamplayer und Organisationstalente

Angehende Hotelfachleute durchlaufen während ihrer Ausbildung sämtliche Bereiche. So lernen sie die verschiedensten Arbeitsabläufe kennen. Foto: dpa
Angehende Hotelfachleute durchlaufen während ihrer Ausbildung sämtliche Bereiche. So lernen sie die verschiedensten Arbeitsabläufe kennen. Foto: dpa

Branchen: Über 120 junge Menschen haben im Jahr 2018 in der Region eine Ausbildung in Hotellerie und Gastronomie begonnen. Das Interesse an diesen Berufen hat in den vergangenen Jahren wieder zugenommen, wie die Industrie- und Handelskammer mitteilt.

Noch vor wenigen Jahren war der Ruf der Branche in Sachen Ausbildung angeschlagen. Die Arbeitszeiten – oft am Abend und regelmäßig am Wochenende – und schlechte Bezahlung sorgten dafür, dass junge Menschen nicht unbedingt zu motivieren waren, sich zu Köchen, Hotel- oder Restaurantfachleuten ausbilden zu lassen.

Das hat sich geändert, sagt Petra Brenner, Bereichsleiterin Ausbildung bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Reutlingen. „Die Branche hat reagiert und sich viel einfallen lassen, um die Ausbildung attraktiver zu machen.“ Über Bildungsangebote, Events und verbesserte Bezahlung versuchen immer mehr Betriebe, junge Leute dauerhaft an sich zu binden.

Die Berufe in der Hotellerie und Gastronomie, und das unterscheidet die Branche von anderen, sind für junge Leute geeignet, die auf andere Menschen zugehen können, Teamplayer sind und Organisationstalent mitbringen. „Wer so tickt, passt in die Hotellerie und Gastronomie“, sagt Brenner.


53-tausend Auszubildende zählte der DEHOGA-Bundesverband 2018. Die meisten (je 20 000) lassen sich als Koch/Köchin und Hotelfachmann/-frau ausbilden.


Die besonderen Anforderungen der Branche kommen auch den potenziellen Bewerbern entgegen. Beste Noten aus der Schule spielen oft weniger eine Rolle. Es zählen der Einsatz und die Lust, für den Kunden zu arbeiten. „Freundlichkeit, Kreativität und Spaß an der Arbeit sind viel wichtiger.“ Oft nutzen junge Leute die Ausbildung hierzulande, um international Karriere zu machen. „Das ist auch ein Teil der Branche: Viele Fachkräfte gehen beruflich um die Welt“, so Brenner.

Interessenten an einer Ausbildung in Hotellerie und Gastronomie empfiehlt Petra Brenner einen Blick in den Betrieb zu werfen und auch einmal zur Probe zu arbeiten. Offen sollte im Vorfeld auch über Arbeitszeiten, Vergütung und Bildungsangebote gesprochen werden.

Welche Berufe die Branche im Einzelnen anbietet, zeigt der folgende Überblick.

Mit an erster Stelle steht der Beruf des Kochs, der Köchin: Drei Jahre dauert die Ausbildung, folgende Voraussetzungen und Neigungen sollten Bewerber mitbringen: Interesse an Lebensmitteln ist wichtig, man braucht einen guten Geschmackssinn, Kreativität und Organisationstalent. Der Umgang mit Lebensmitteln erfordert Verantwortungsbewusstsein und eine sorgfältige, hygienische Arbeitsweise. Körperliche und physische Belastbarkeit sind wichtig. Wer gerne im Team arbeitet und stressresistent ist, der oder die ist hier richtig.

Köche bereiten Gerichte aller Art zu, stellen Speisepläne auf und organisieren Arbeitsabläufe. Sie kaufen Zutaten ein und kümmern sich um die fachgerechte Lagerung. Auch die Beratung der Kunden gehört zu ihren Aufgaben.

Beliebt ist auch die dreijährige Ausbildung zum Hotelfachmann/-frau. Hier ist Freude am Umgang mit Menschen gefragt, Organisationstalent, Stressresistenz und Sorgfalt sind wichtig. Bewerber sollten serviceorientiert und teamfähig sein und ein gepflegtes Äußeres haben. Im Umgang mit internationalen Gästen sind Fremdsprachenkenntnisse ebenso von Vorteil wie mathematische Fähigkeiten bei der Erstellung von Rechnungen.

Hotelfachleute arbeiten in allen Bereichen eines Hotels. Sie planen Arbeitsabläufe, kalkulieren Preise für Übernachtungen, betreuen Gäste und richten Zimmer her. Auch für die Buch- und Lagerhaltung sowie für die Rechnungserstellung sind sie verantwortlich.

Ebenfalls drei Jahre dauert die Ausbildung zum Restaurantfachmann/-frau. Die Bewerber sollten Freude am Umgang mit Menschen mitbringen. Gefragt sind außerdem Organisationstalent, Stressresistenz und Sorgfalt. Wer sich in der Gastgeberrolle wohl fühlt und Kunden gerne bei ihren individuellen Wüschen berät, für den ist der Beruf sicher der richtige.

Restaurantfachleute bedienen und betreuen Gäste. Sie beraten bei der Auswahl der Speisen und Getränke, servieren und kassieren. Außerdem übernehmen sie die professionelle Ausrichtung von Festlichkeiten und Veranstaltungen, machen hierfür Menüvorschläge und kalkulieren die Kosten.

Neben den drei bereits genannten Berufen gibt es zudem den Beruf des Hotelkaufmanns/-frau. Auch hier ist die Freude am Umgang mit Menschen Voraussetzung, außerdem sollte man kaufmännisches Interesse, Organisationstalent, Stressresistenz und Sorgfalt mitbringen. Man sollte serviceorientiert und teamfähig sein und ein gepflegtes Äußeres haben.

Hotelkaufleute koordinieren das Zusammenspiel von Übernachtungsbetrieb, Restaurant, Küche, Lager und Verwaltung. Der Schwerpunkt ihrer Aufgaben liegt in der Buchhaltung, der Organisation und im Einkauf.

Und schließlich gibt es den Beruf des Fachmanns/-frau für Systemgastronomie. Die Ausbildung dauert drei Jahre, und auch hier lauten die Schlagworte Freude am Umgang mit Menschen, Organisationstalent, Stressresistenz und Sorgfalt. Man sollte außerdem gut motivieren und anleiten können. Der Umgang mit Lebensmitteln erfordert Verantwortungsbewusstsein. Fachleute für Systemgastronomie sorgen dafür, dass in ihrer Filiale Angebot und Qualität nach einem standardisierten Gastronomiekonzept umgesetzt werden. Sie sind in allen Bereichen, wie zum Beispiel Einkauf, Lagerhaltung und Verkauf, tätig und sorgen so für einen reibungslosen Ablauf. Sie beraten und betreuen Gäste, stellen Rechnungen aus und kassieren. Typische Arbeitgeber sind Selbstbedienungsrestaurants und Betriebe mit Gemeinschaftsverpflegung.

Wer sich für einen der Berufe interessiert, der kann sich über offene Lehrstellen ganz einfach informieren. Man findet sie in der Online-Lehrstellenbörse der IHK auf www.ihk-lehrstellenboerse.de.

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