Mit Würde begleiten Die letzten Dinge

Urne oder Sarg? Wer möchte, kann schon zu Lebzeiten genau festlegen, wie die eigene Beerdigung einmal aussehen soll. Archivfoto
Urne oder Sarg? Wer möchte, kann schon zu Lebzeiten genau festlegen, wie die eigene Beerdigung einmal aussehen soll. Archivfoto
17.11.2018

Vorsorge: Manche wollen ihre Beerdigung selbst planen. Hierzu kann man einen Vertrag mit dem Bestatter abschließen.

Von Leonard Kehnscherper 

An den eigenen Tod zu denken, fällt vielen schwer. Allerdings kann es gute Gründe geben, Kosten und Details der eigenen Beerdigung bereits vorab zu regeln. „Wer seine Bestattung selbst regelt, kann viel sicherer sein, dass später auch nach seinen Vorstellungen vorgegangen wird“, sagt Dietmar Kurze von der Arbeitsgemeinschaft Erbrecht im Deutschen Anwaltverein.

Einerseits werde den Angehörigen eine Last abgenommen. Andererseits können Verbraucher damit verhindern, dass die Angehörigen anders handeln, als es sich der Betroffene wünscht. Zudem gebe es viele Menschen, die niemanden haben, der die Angelegenheiten der Beisetzung gut und verlässlich organisieren kann. „Vorsorger sollten aber unbedingt beachten, dass die Zahlung gesichert ist“, sagt Kurze. Das gehe zum Beispiel über eine Treuhand. „Sonst kann es sein, dass das Geld weg ist, wenn das Bestattungsunternehmen nicht mehr existiert.“

Konkrete Wünsche

Doch wie laufen der Vertragsabschluss und die Absicherung genau ab? Der Kunde spricht mit dem Bestatter zunächst über seine konkreten Wünsche, erklärt Stephan Neuser, Generalsekretär des Bundesverbandes Deutscher Bestatter. In dem Vertrag kann der Kunde etwa den Kauf des Grabmals und die langfristige Grabpflege regeln. Anschließend erstellt der Bestatter ein Angebot. Gemäß des Kostenvoranschlags schließt der Kunde dann einen Treuhandvertrag zur Bestattungsvorsorge ab. Die Zahlung erfolgt über den Bestatter oder direkt an die Treuhand. Das Kapital werde dann verzinslich angelegt, so Neuser. Die Höhe des Treuhandvermögens wird dem Vorsorger mindestens einmal im Jahr über den Bestatter mitgeteilt.

„Ein Vertrag mit einer Treuhandgesellschaft ist sinnvoll, wenn der Kunde seine Bestattung auf einen Schlag im Voraus bezahlen und es vor dem Zugriff des Sozialamts schützen will“, sagt Marion Weitemeier von der Stiftung Warentest. Die Stiftung hat zuletzt vier Treuhandgesellschaften zur Bestattungsvorsorge verglichen. Ein Ergebnis: Das Geld der Kunden ist bei drei Gesellschaften gut geschützt.

Der Vorsorgevertrag kann jedoch auch Nachteile mit sich bringen: „Vorzeitig zu kündigen kann teuer werden“, sagt Weitemeier. Die Warentester hätten Verträge gefunden, die bei einer Kündigung bis zu 20 Prozent der Auftragssumme verlangen. Verbraucher sollten sich daher die Bedingungen gut durchlesen, bevor sie ihn unterzeichnen. Wer seine Beerdigung angesichts dieser Risiken doch nicht gleich komplett bezahlen will, hat Alternativen. „Verbraucher können beispielsweise einen persönlichen Testamentsvollstrecker benennen, entsprechend bevollmächtigen und diesen später die Angelegenheiten der Beerdigung erledigen lassen“, empfiehlt Kurze. Außerdem können Verbraucher eine sogenannte Bestattungsverfügung hinterlassen.

Alternativen

Darin halten sie formlos fest, wer zuständig ist und wie die Bestattung später aussehen soll. „Das hilft Angehörigen oder Freunden, die später tätig werden sollen, immer sehr.“ Diese Alternativen haben Kurze zufolge auch die Vorteile, dass sich Verbraucher nicht an einen bestimmten Bestatter binden und Änderungen einfacher vornehmen können.

Bei kleineren Vermögen lohne sich ein Testamentsvollstrecker allerdings nicht. Und auch die Bestattungsverfügung kann lückenhaft sein, wenn das Gespräch mit dem Bestatter nicht stattgefunden hat. Entscheidend ist zudem, dass Angehörige, der Testamentsvollstrecker, das Pflegeheim oder andere Kontaktpersonen wissen, dass eine Bestattungsvorsorge getroffen wurde und wo sie zu finden ist. „Sonst hilft auch die beste Vorsorge nichts“, stellt Kurze klar.

Wenn der Platz leer bleibt 

Trauer: Den Tod eines Kollegen zu verarbeiten ist nicht einfach. Doch es gibt Strategien.

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Von Tobias Hanraths

Und plötzlich kommt er nicht mehr: Der Tod eines Kollegen ist für Berufstätige ein Schock. Jeder reagiert darauf anders – und trotzdem lohnt es sich, die Trauer gemeinsam zu bewältigen. Meist geht das auch ohne Hilfe von außen.

Die Nachricht vom Tod eines Kollegen ist für viele Berufstätige schwer zu verarbeiten. „Die Arbeit ist ein Umfeld, in dem wir nicht damit rechnen, dass jemand stirbt“, sagt Coach und Therapeutin Miriam Junge. Ein Schicksalsschlag – sei es durch Krankheit oder durch einen Unfall – trifft Mitarbeiter dann oft besonders schwer. „Jeder wird da individuell mit Kontrollverlust, dem Gefühl von Machtlosigkeit und dem eigenen Tod konfrontiert.“

Unterschiedlicher Umgang

Mit diesem Schock geht jeder anders um, je nach Persönlichkeit – und vielleicht auch je nachdem, wie eng die Bindung zum verstorbenen Kollegen war. Das heißt aber nicht, dass jeder für sich alleine trauern muss. „Die Bewältigung klappt in der Gruppe fast immer besser“, sagt Junge. „Weil es ein geteiltes Schicksal ist, und weil es die Möglichkeit gibt, darüber zu reden.“

Innerhalb dieser gemeinsamen Trauer ist dann auch Platz für einen unterschiedlichen Umgang mit dem Thema, dem Naturell jedes Kollegen entsprechend. Manche ziehen sich vielleicht zurück und wollen gar nicht groß reden, erzählt die Diplom-Psychologin. Und andere werden aktiv und wollen unbedingt etwas tun.

Das sei auch gut so: „Wichtig für die Bewältigung in der Gruppe ist, dass es jemanden gibt, der das offen und ehrlich anspricht.“ Oft sind das Kollegen, die schon Erfahrung mit dem Tod haben, aus der Familie zum Beispiel. Und die auch wissen, dass jeder Mensch die Phasen der Trauer in unterschiedlichen Geschwindigkeiten durchläuft.

„Der oder die eine ist dann erst mal geschockt und will gar nicht darüber reden, der andere bricht in Tränen aus“, sagt Junge. „Wer schon Erfahrung mit dem Tod hat, kann das oft besser einschätzen und damit besser umgehen.“ Oft übernehmen diese Kollegen dann eine Art Führungsrolle bei der Trauer. „Da geht es darum, Gelegenheiten zum Austausch zu schaffen, mit einem Meeting oder auch mit einer Gedenkstunde“, so Junge.

Das muss gar nicht der Vorgesetzte sein, im Gegenteil. „Gerade in sehr hierarchischen Unternehmen ist es für Kollegen oft schöner, wenn es jemand aus den eigenen Reihen macht.“ Das Organisatorische zu klären, sei aber schon Sache der Führungskräfte – also zum Beispiel die Frage, wer die Aufgaben des Verstorbenen übernimmt.

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, klappt die Trauer im Kollegenkreis meist ohne Probleme, sagt Junge. Reibungen kann es höchstens geben, wenn jemand mit dem Thema so gar nicht abschließen kann, also Monate später noch immer offensichtlich leidet. „Dann ist der Impuls „Jetzt reicht es auch mal“ von anderen Kollegen vielleicht auch verständlich“, sagt Junge. In solchen Fällen sollten sich die betroffenen Kollegen am besten professionelle Hilfe holen.

Darüber reden

Ansonsten rät sie Teams aber, die Trauer zunächst ohne Hilfe von außen zu bewältigen – auch wenn es dafür Experten gibt. Sinnvoll sei das höchstens bei äußerst dramatischen Todesfällen oder wenn der Prozess trotz offensichtlichem Redebedarf nicht wirklich ins Laufen kommt.

RuheForst GmbH
Krematorium Albstadt
Sparkasse Zollernalb
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